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Fit für die Schule im Herzsprunger Paradies

Angehende ABC-Schützen Fit für die Schule im Herzsprunger Paradies

Neun Jungen und ein Mädchen werden in der Herzsprunger Kita auf den bevorstehenden Schulunterricht vorbereitet. Kreative Angebote, Schnuppertage in Schule und Hort gehören ebenso dazu wie die Vorschule nach dem Mittagessen. Vieles ist Pflicht – denn die Kinder erwartet künftig Frontalunterricht mit Stillsitzen.

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Die Großen aus der Herzsprunger „Eulengruppe“ mit Anne-Katrin Stark.

Quelle: Claudia Bihler

Herzsprung. „Mathe“ sagen die Jungs fast einstimmig – nur einer aus der Gruppe sagt, gefragt nach seinem Lieblingsfach, „Deutsch“. Allen angehenden ABC-Schützen in der Kita Herzsprung ist jedoch gemeinsam: Sie freuen sich auf die Schule. Zählen können sie schon, Rechnen steht hoch im Kurs. Und wenn ihre Erzieherin Anne-Katrin Stark einmal wieder zum Experimentieren einlädt, dann wird es richtig spannend: Mal fliegen Raketen mit Backpulverantrieb in die Luft, mal wird beobachtet, wie aus Wasser Eis wird. In einen festen Tagesablauf sind die Kids eingebunden: Morgens kann erst frei gespielt werden, dann gibt es Aktivitäten wie am Donnerstag etwa, als es hieß, den Frühling im Wald zu suchen. Blüten und Blätter, Fuchsbau oder Brombeerranken, alles wird zur kleinen Sensation. Anne-Kathrin Stark: „Ich betrachte es als meine Aufgabe, immer weiter nachzufragen und Neues zu entdecken. Die Kinder sollen mit offenen Augen durch die Welt gehen.“ Mit dem Haussee und einem Wald hinter der Kita haben die Kids in Herzsprung dafür beste Voraussetzungen. Die Erzieherin: „Wir haben hier wirklich ein Paradies.“

Eigene Ideen sind in Herzsprung willkommen

Schon um sechs Uhr wird geöffnet. Nach Frühstück und Morgenkreis gibt es Angebote für die Kinder. Sport im hauseigenen Gymnastikraum, Musik, ein Spielzeugtag, singen oder kreative Angebote, für die ein gut ausgestattetes Bastel- und Vorbereitungszimmer zur Verfügung steht, sind weitere Angebote. Wollen die „Eulen“, so heißt die Vorschulgruppe, Besuche etwa bei den Schmetterlingen oder den jüngsten „Schnecken“ unternehmen, ist das generell möglich. Für die Großen ist die Teilnahme an den Aktivitäten jedoch überwiegend Pflicht, eigene Ideen können eingebracht werden. Stark begründet: „Schließlich bereiten wir die Kinder auf den Frontalunterricht vor.“

Wettrennen zurück zur Kita, wo der Milchreis schon wartet

Wettrennen zurück zur Kita, wo der Milchreis schon wartet.

Quelle: Claudia Bihler

Mit einem kurzen Wettrennen geht es zurück in die Kita. Milchreis steht an diesem Tag auf dem Speiseplan. Der Mittagsschlaf hat sich für die Großen erledigt: Stattdessen bereiten sie sich in der Zeit auf die Schule vor, in der die meisten der insgesamt 40 Kita-Kinder noch einen kleinen Schlummer einlegen müssen. Die Großen sitzen dann im Vorschulzimmer und sind schon recht selbstständig: „Wir bereiten sie darauf vor, ihre Federmappe zu packen, zu zählen, die ersten Buchstaben oder auch die Wochentage zu erkennen, in der Schule sollten sie ihr Aufgabenheft führen können“, sagt die Erzieherin.

Herzsprunger Kinder beim Schnuppertag in der Schule

Die Vorbereitung auf den Schulalltag wird mit der Blumenthaler Schule gestaltet: „Wir besuchen sie bei einem Schnuppertag, die Lehrerin hospitiert bei uns und gibt auch mal Tipps, auf was wir noch achten müssen.“ Der Nachmittag in der Kita gehört wieder verschiedenen Aktivitäten. Die Großen besuchen den benachbarten Hort, die Hortkinder besuchen die Kita. Gegen 15 Uhr gehen die meisten Kinder nach Hause, die Kita ist aber bis 17 Uhr geöffnet.

Fünf Frauen gehören dem Erzieherteam an, was viel Organisationstalent erfordert. Denn der gesetzlich verankerte Betreuungsschlüssel von einer Erzieherin pro zwölf Kinder ist nur auf die pure Betreuungszeit abgestimmt: Urlaub, Krankheit, Vorbereitungszeiten werden nicht berechnet. „Das ist manchmal schwierig“, meint Stark: „Man will ja auch möglichst viel machen.“

Ritterfest zum Abschied aus der Herzprunger Kita

Das Abschlussfest für die Kinder bleibt Ehrensache. Und weil in diesem Jahr mit neun Jungs und einem Mädchen erstere deutlich in der Überzahl sind, ist diesmal kein Herzsprunger „Hochzeitsumzug“ geplant, sondern eine Burghochzeit – natürlich mit Ritterfest.

Von Claudia Bihler

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