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Ostprignitz-Ruppin Flächenverlust an Wittstock möglich
Lokales Ostprignitz-Ruppin Flächenverlust an Wittstock möglich
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02:15 23.04.2017
Petra Madjar vom Bauamt Heiligengrabe (r.) erklärte das Prozedere. Quelle: Christian Bark
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Wernikow

Das Bodenneuordnungsverfahren im Bereich Wernikow, Glienicke und Jabel läuft schon sieben Jahre. Bisher hat die Teilnehmergemeinschaft einen Vorstand gewählt, es fanden Voruntersuchungen, Neubewertungen der Grundstücke sowie Baumaßnahmen statt. Zuletzt wurden drei Brücken über die Grenze gebaut, wie Stefanie Banse vom Amt für Flurneuordnung in Neuruppin informiert.

Weil im Zuge des Verfahrens nicht nur Gemeindegrenzen verschoben werden, Kommunen als Grundeigentümer vertreten sind und selbige möglichst Eigentümer öffentlicher Anlagen wie Wege oder Gräben werden sollen, ist ihre Zustimmung Stefanie Banse zufolge unverzichtbar. Deshalb informierte Petra Madjar, Mitarbeiterin des Heiligengraber Bauamts, im Ortsbeirat in Wernikow auf seiner Sitzung am Dienstagabend über den Stand des Verfahrens. Sie stellte einen Entwurf für die Flurneuordnung vor, demzufolge der Ortsteil fast 45 Hektar ans benachbarte Wittstock verlieren würde.

Insgesamt müssten nach dieser Variante auch die Ortsteile Jabel sowie Glienicke über 13 Hektar an Wittstock abtreten. Im Gegenzug würden Glienicke knapp 57 Hektar aus Biesen zufallen und vielleicht, so eine zweite Variante, Jabel noch 3,7 Hektar. „Dann würde Heiligengrabe in diesem Verfahrensgebiet 3,6 Hektar hinzugewinnen“, erklärte Petra Madjar.

Verfahren kann sich noch über Jahre hinziehen

Der Ortsbeirat stimmte dem Entwurf einstimmig zu, fragte aber auch nach möglichen Änderungen, die sich daraus für Pächter und Eigentümer ergeben würden. Laut Petra Madjar sei in Wittstock die Grundsteuer etwas niedriger als in Heiligengrabe, dafür in Heiligengrabe aber die Abwassergebühr niedriger als in der Dossestadt. „So ein Bodenneuordnungsverfahren bringt viele Vorteile mit sich“, sagte die Wernikowerin Thekla Grünhagen, der Flächen im Gebiet gehören. Und auch Stefanie Banse hob die Vorteile einer „Arrondierung“ hervor. „Viele zersplitterte Einzelgrundstücke könnten zu einem werden“, sagt sie. Im Ausgleich folge eine Entschädigung anderer Landbesitzer mit Flächen, besseren Boden oder Geld. Eine Erschließung an vorhandenen Wegen oder Abwassersystemen sei einfacher, ebenso eine Verbesserung der Infrastruktur. Denn durch Förderprogramme könnten neue Wege errichtet oder Brücken gebaut werden. Bei dem Gebiet handelt es sich vornehmlich um landwirtschaftliche Nutzfläche, mit Ausnahme zweier Grundstücke in Heinrichsdorf und Wernikow-Ausbau.

Weil so viele Beteiligte im Boot sitzen und so viele Schritte im Verfahren nötig sind, kann der Prozess Stefanie Banse zufolge aber Jahrzehnte dauern. Im nächsten Schritt soll laut Petra Madjar nun der Ortsbeirat in Zaatzke befragt werden, Jabel habe schon im März zugestimmt. Im Juni gehe die Sache in die Gemeindevertretung.

Von Christian Bark

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