Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Fledermäuse retten Asyl-Notunterkunft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fledermäuse retten Asyl-Notunterkunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 07.10.2015
Als unbewohnbar bezeichnet die Rheinsberger Wohngesellschaft den Plattenbau und will ihn abreißen. Doch weil sich dort Fledermäuse und Mauersegler trotzdem wohlfühlen, muss das Haus vorerst stehen bleiben. Quelle: Celina Aniol
Anzeige
Rheinsberg

Eigentlich wollte die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft Rewoge am Montag mit dem Abriss eines Wohnblocks in der Plattenbausiedlung am Stadion beginnen. Doch daraus wird wohl nichts. Weil dort Fledermäuse und Mauersegler gesichtet wurden, stoppt der Landkreis das Vorhaben.

Das Pikante: Die Kreisverwaltung und die Stadt Rheinsberg streiten seit Wochen heftig um das Gebäude. Die Kreisverwaltung würde das Haus gern kaufen, sanieren und dort ein Notquartier für Flüchtlinge einrichten, Rheinsberg lehnt das vehement ab. Die Kommune befürchtet, dass sie auf den Altschulden aus DDR-Zeit sitzen bleibt, die auf dem Block lasten.

Erst kürzlich hatte sich Landrat Ralf Reinhardt (l.) in dem Wohnblock umgesehen. Quelle: Peter Geisler

Der Landrat hatte angeboten, bei den Gesprächen mit den Gläubigern zu helfen, die Stadt hat das abgewiesen. Bis zuletzt hoffte Landrat Ralf Reinhardt dennoch, dass er Rheinsbergs Bürgermeister Jan-Pieter Rau überzeugen kann, den Abriss zumindest bis zum Frühjahr zu verschieben, damit Asylsuchende im Winter in festen Unterkünften untergebracht werden können. Nun bringt der Kreis die Tiere ins Spiel.

Der Landkreis bezieht sich dabei auf ein Gutachten, aus dem hervorgeht, dass im besagten Block Fledermäuse und Mauersegler leben. Die Expertise soll die Rewoge selbst der Unteren Naturschutzbehörde vorgelegt haben, wie Kreissprecherin Britta Avantario sagt. Die Wohnungsgesellschaft habe auch Ersatzquartiere für die Tiere vorgeschlagen.

„Die Rewoge ist nun verpflichtet, einen Befreiungsantrag von den Verboten zur Vernichtung von Lebens- und Fortpflanzungsstätten von Mauerseglern und Fledermäusen zu stellen“, so die Vertreterin des Landkreises. „In diesem Verfahren sind die anerkannten Naturschutzverbände und der Naturschutzbeirat zu beteiligen.“ Und das kann dauern.

Hinzu kommt, dass auch Winterquartiere von Fledermäusen in dem Wohnhaus entdeckt wurden. Nach Ansicht des Landkreises sei deshalb ein Abriss des Gebäudes frühestens ab April 2016 möglich.

Um den Bestand nicht zu gefährden, dürfen bis dahin auch die Fenster nicht ausgebaut werden, mahnt Britta Avantario an. Der Abbau ist also vorerst aufs Eis gelegt – und der Kreis hat Zeit für weitere Gesprächsversuche gewonnen.

Von Celina Aniol

Ostprignitz-Ruppin Winterquartier für Asylsuchende - Ferienlager Bork als Flüchtlingsheim

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin will die Kinderferienanlage in Bork in seinen Notfallplan für Flüchtlingsunterkünfte aufnehmen, jedoch ausschließlich für die bevorstehende Winterzeit. Diese zeitliche Befristung betont auch der Betreiber des Ferienlagers. Es werde im kommenden Sommer „zu 100 Prozent“ durchgeführt.

07.10.2015

Die Schüler liefen, die Eltern zahlten: Ein ebenso einfaches wie einfallsreiches Sponsoringmodell brachte der Diesterweg-Grundschule Geld für das Fest zum Jubiläum im kommenden Jahr ein. Da wird die Schule 25 Jahre alt.

05.10.2015
Ostprignitz-Ruppin Ostprignitz-Ruppin: Polizeibericht vom 2. Oktober - Vermummter beraubt zwei Schüler

Mit einem Tuch vor dem Gesicht hat ein Unbekannter am Donnerstagabend in Neuruppin zwei Schüler beraubt. Der Mann kam in der Puschkinstraße auf die beiden 15-Jährigen zu, schubste einen und zog ihm das Telefon aus der Hosentasche und entriss auch dem anderen Schüler das Handy.

02.10.2015
Anzeige