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Fledermäuse retten Asyl-Notunterkunft

Abriss-Stopp in Rheinsberg Fledermäuse retten Asyl-Notunterkunft

Wenn Worte nicht überzeugen können, helfen manchmal tierische Argumente. In Gesprächen konnte der Landkreis Rheinsberg nicht vom Abriss eines Plattenbaus abbringen, der als Flüchtlingsnotunterkunft dienen soll. Nun hat der Kreis aber doch einen Abriss-Stopp erwirken können: Weil im Haus Fledermäuse leben.

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Als unbewohnbar bezeichnet die Rheinsberger Wohngesellschaft den Plattenbau und will ihn abreißen. Doch weil sich dort Fledermäuse und Mauersegler trotzdem wohlfühlen, muss das Haus vorerst stehen bleiben.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Eigentlich wollte die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft Rewoge am Montag mit dem Abriss eines Wohnblocks in der Plattenbausiedlung am Stadion beginnen. Doch daraus wird wohl nichts. Weil dort Fledermäuse und Mauersegler gesichtet wurden, stoppt der Landkreis das Vorhaben.

Das Pikante: Die Kreisverwaltung und die Stadt Rheinsberg streiten seit Wochen heftig um das Gebäude. Die Kreisverwaltung würde das Haus gern kaufen, sanieren und dort ein Notquartier für Flüchtlinge einrichten, Rheinsberg lehnt das vehement ab. Die Kommune befürchtet, dass sie auf den Altschulden aus DDR-Zeit sitzen bleibt, die auf dem Block lasten.

Erst kürzlich hatte sich Landrat Ralf Reinhardt (l) in dem Wohnblock umgesehen

Erst kürzlich hatte sich Landrat Ralf Reinhardt (l.) in dem Wohnblock umgesehen.

Quelle: Peter Geisler

Der Landrat hatte angeboten, bei den Gesprächen mit den Gläubigern zu helfen, die Stadt hat das abgewiesen. Bis zuletzt hoffte Landrat Ralf Reinhardt dennoch, dass er Rheinsbergs Bürgermeister Jan-Pieter Rau überzeugen kann, den Abriss zumindest bis zum Frühjahr zu verschieben, damit Asylsuchende im Winter in festen Unterkünften untergebracht werden können. Nun bringt der Kreis die Tiere ins Spiel.

Der Landkreis bezieht sich dabei auf ein Gutachten, aus dem hervorgeht, dass im besagten Block Fledermäuse und Mauersegler leben. Die Expertise soll die Rewoge selbst der Unteren Naturschutzbehörde vorgelegt haben, wie Kreissprecherin Britta Avantario sagt. Die Wohnungsgesellschaft habe auch Ersatzquartiere für die Tiere vorgeschlagen.

„Die Rewoge ist nun verpflichtet, einen Befreiungsantrag von den Verboten zur Vernichtung von Lebens- und Fortpflanzungsstätten von Mauerseglern und Fledermäusen zu stellen“, so die Vertreterin des Landkreises. „In diesem Verfahren sind die anerkannten Naturschutzverbände und der Naturschutzbeirat zu beteiligen.“ Und das kann dauern.

Hinzu kommt, dass auch Winterquartiere von Fledermäusen in dem Wohnhaus entdeckt wurden. Nach Ansicht des Landkreises sei deshalb ein Abriss des Gebäudes frühestens ab April 2016 möglich.

Um den Bestand nicht zu gefährden, dürfen bis dahin auch die Fenster nicht ausgebaut werden, mahnt Britta Avantario an. Der Abbau ist also vorerst aufs Eis gelegt – und der Kreis hat Zeit für weitere Gesprächsversuche gewonnen.

Von Celina Aniol

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