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Ostprignitz-Ruppin Flüchtlinge: Sprachbarrieren bereiten Probleme
Lokales Ostprignitz-Ruppin Flüchtlinge: Sprachbarrieren bereiten Probleme
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00:22 11.11.2017
Nur wenige Frauen beteiligen sich aktuell in Kyritz an den Sprachkursen für Flüchtlinge. Quelle: dpa
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Kyritz

Am Dienstagabend fand die Sitzung des Ausschusses für Bildung und Soziales im Kyritzer Rathaus statt. Neben der Vorstellung der neuen Sozialarbeiterin für die Carl-Diercke-Schule, Luisa Wittkopf, und der Diskussion über die neu aufgearbeitete Kitafinanzierungsrichtlinie, war auch Elke Krüger als Gast anwesend. Sie ist als Betreuerin für das Flüchtlingsleben in Kyritz zuständig und sprach vor dem Bildungsausschuss über die Flüchtlingssituation. Dabei berichtete sie, dass in den nächsten zwei Wochen drei neue Flüchtlingsfamilien nach Kyritz kommen würden. Bei dem größten Teil der rund 230 derzeit in Kyritz lebenden Geflüchteten handele es sich um Syrer. Die zweitgrößte Gruppe bilden laut Elke Krüger die Tschetschenen.

Hilfe bei den Hausaufgaben

Seit Montag dieser Woche steht der Hort der Lindenschule für die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien offen und auch das Mehrgenerationenhaus bietet Hilfe bei den Hausaufgaben an, berichtete die Betreuerin weiterhin. Die Goethe-Grundschule und die Diercke-Oberschule werden momentan jeweils von 49 und 38 Kindern aus Flüchtlingsfamilien besucht.

„Ein freudiges Ereignis war eine tschetschenische Hochzeit, die am vergangenen Sonnabend stattfand“, erzählte Elke Krüger.

Aber so groß die Anstrengungen und die Hilfe vieler Kyritzer bei der Integration dieser Menschen auch sei – es würden trotzdem noch viele Probleme aufgrund der Sprachbarriere bestehen: „Die Beteiligung besonders der Frauen in den Deutschkursen ist momentan sehr gering“, kritisierte Ausschussmitglied Jürgen Freier (CDU), der zugleich Gymnasiallehrer ist.

Sprachkurse am Vormittag geplant

Daraufhin erklärte Elke Krüger, dass viele Frauen während der Nachmittagskurse auf ihre Kinder aufpassen müssen und deshalb die Beteiligung dieser so gering ist. Momentan würde noch auf entsprechende Kitaplätze gewartet werden. Zudem sollen bald Vormittagskurse, eben speziell für weibliche Flüchtlinge, angeboten werden. Elke Krüger hofft, dass dadurch auch die Frauen ihre Deutschkenntnisse zügig aufbessern können. Zurzeit sei die Situation mit den Frauen „offiziell echt schwierig“, räumte Elke Krüger trotzdem ein und bestätige Freier damit.

Ein weiteres Problem sei auch, dass viele Flüchtlinge selbst Analphabeten in ihrer Muttersprache sind. Daher müssten diese Menschen zuerst ihre Defizite in dieser Sprache aufarbeiten und erst dann könnten sie mit dem Deutschlernen anfangen. Das wiederum aber führt dazu, dass sich der gesamte Prozess noch mehr in die Länge zieht. „Es geht langsam, aber wir sind auf einem guten Weg“, schloss Elke Krüger ihre Ausführungen vor den Mitgliedern des Bildungsausschusses ab.

Von Gina Wiesner

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