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Flüchtlinge: Wohnungsvermieter stellt sich quer

Keine Kyritzer Wohnungen für Asylbewerber Flüchtlinge: Wohnungsvermieter stellt sich quer

In Kyritz stehen mindestens 40 Wohnungen leer, in denen Asylbewerber untergebracht werden könnten. Doch der Vermieter, eine Aktiengesellschaft aus Berlin, will die Wohnungen nicht an den Landkreis für Flüchtlinge vermieten. Der Eigentümer habe schlechte Erfahrungen mit Aussiedlern gemacht, sagt der Objektbetreuer. Der Kreis sucht deshalb nach anderen Wohnungen.

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Während in Neuruppin bereits mehr als 300 Flüchtlinge leben, sind es in Kyritz weniger als 50.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Kreisverwaltung in Neuruppin muss bei der Unterkunft von Flüchtlingen auch deshalb auf Hotels zurückgreifen, weil längst nicht alle Großvermieter leer stehende Wohnungen melden. Das sei auch der Grund dafür, dass in Kyritz bisher gerade mal rund 30 Asylbewerber untergebracht werden konnten, sagte am Mittwoch Landrat Ralf Reinhardt in Neuruppin.

Zum Vergleich: Die Fontanestadt beherbergt bereits mehr als 300 Flüchtlinge, Rheinsberg und seine Ortsteile ebenfalls mehr als 300. In der Knatterstadt könnten durchaus mehr Asylbewerber leben. Denn im Gegensatz zu Neuruppin gibt es in Kyritz noch leer stehende Wohnungen. Doch bisher zeige sich allein die kommunale Wohnungsgesellschaft offen für dieses Thema, sagte Reinhardt. Mit der Wohnungsbaugenossenschaft in Kyritz ist der Landkreis wenigstens im Gespräch.

Landrat Ralf Reinhardt

Landrat Ralf Reinhardt.

Quelle: Andreas Vogel

Doch ein Großvermieter aus Berlin, der laut Recherchen der Kreisverwaltung allein in Kyritz fast 40 leere Wohnungen in einem Neubaugebiet hat, ist nicht interessiert. „Wir kommen einfach nicht ins Gespräch. Jeder Versuch ist bisher gescheitert“, bedauerte Reinhardt. Der Eigentümer, bei dem es sich um die Westgrund AG aus Berlin handelt, will lieber einen langen Leerstand akzeptieren, als die Wohnungen an Asylbewerber zu vermieten. Reinhardt bezeichnete das am Mittwoch als „unmöglich“. Denn die ohnehin schwierige Situation, Unterkünfte für Flüchtlinge zu finden, werde dadurch „noch künstlich verschärft“. Zudem hätten immer mehr Leute kein Verständnis dafür, dass auf der einen Seite Wohnungen leer stehen, der Kreis auf der anderen Seite aber für die Unterkunft von Flüchtlingen Hotels anmiete wie in Rheinsberg, Luhme und Zechlinerhütte.

Der Wittstocker Immobilienmakler Burkhard Lemke, der auch die Wohnungen von Westgrund in Kyritz betreut, glaubt zu wissen, warum die Aktiengesellschaft ihre Wohnungen nicht an den Landkreis vermietet. „Der Eigentümer befürchtet, dass dann die anderen Mieter ausziehen.“ Grund für diese Annahme sei, dass in den Häusern schon mal Aussiedlerfamilien untergebracht waren. Damals habe es Probleme gegeben, sagte Lemke, ohne ins Detail zu gehen.

Trotz der Absage von Westgrund hofft Reinhardt, bis Jahresende genügend Unterkünfte in der Region zu finden. Das wird schwer. Muss der Landkreis doch bis Ende Dezember noch 800 Flüchtlinge aufnehmen. Für November hat der Kreis rund 190 Plätze in Aussicht, für Dezember 180. Geprüft wird deshalb, ob zumindest im Winter auch die Jugendherberge Prebelow als Flüchtlingsunterkunft dienen kann.

Von Andreas Vogel

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