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Flüchtlinge als Chance für die Feuerwehren

Ehrung der Brandschützer im Landkreis OPR Flüchtlinge als Chance für die Feuerwehren

Langjährige Brandschützer des Landkreises wurden am Wochenende im Kyritzer Hotel „Waldschlösschen“ gewürdigt. Bei dieser traditionellen Veranstaltung des Kreisfeuerwehrverbands kam aber auch die Flüchtlingskrise zur Sprache – mit einem bemerkenswerten Appell des Landrats.

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Susann Heller aus Zernitz-Lohm war eine der wenigen ausgezeichneten Frauen. Sie erhielt das Ehrenkreuz des Kreisverbandes von Landrat Ralf Reinhardt.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. In den im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ankommenden Flüchtlingen ist auch eine Chance auf neue Mitglieder für die Feuerwehren zu sehen. Das sagte Landrat Ralf Reinhardt (SPD) am Sonnabend bei der Ehrung langjähriger Mitglieder aus dem gesamten Landkreis im Kyritzer Hotel „Waldschlösschen“. Traditionell erfolgt diese Ehrung alljährlich am ersten Dezemberwochenende.

„Die Feuerwehren haben in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 1000 Mitglieder verloren und das bei einer gleichbleibenden, durchschnittlichen Einsatzzahl von rund 1200 Einsätzen im Jahr“, sagte Ralf Reinhardt. Er zollte allen Feuerwehrleuten daher „Respekt und Anerkennung“ gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels: 1000 Einwohner verlor der Landkreis zuletzt alljährlich. Demgegenüber sind laut Reinhardt „bis heute“ 1150 Flüchtlinge angekommen, von denen viele aber nur für eine kurze Dauer bleiben würden. „Doch jeder von ihnen, der sich für unsere ländliche Region entscheidet, ist ein Gewinn.“ Reinhardt appellierte, sie auch in die Feuerwehren zu integrieren. Bislang habe es lediglich in Wittstock einen solchen Versuch gegeben. Die Flüchtlinge hatten Deutschland dann jedoch wieder verlassen müssen.

Auf „Biegen und Brechen“ soll allerdings nicht vorgegangen werden: Zwar hatte der Landkreis laut Reinhardt jüngst die Schulungsräume der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Kyritz in Augenschein genommen. Diese sollen jedoch nicht als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. „Nur im allerschwersten Notfall – und der ist momentan nicht zu erwarten.“

Für Wolfgang Hohenwald gab es die Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber

Für Wolfgang Hohenwald gab es die Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber.

Quelle: Matthias Anke

Zuvor hatte Kreisbrandmeister Wolfgang Hohenwald, der zugleich der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes ist, auf die dramatische Lage in den Feuerwehren aufmerksam gemacht. „Der Stand der Personalentwicklung ist sehr, sehr kritisch zu betrachten“, sagte Hohenwald erneut – wie bereits voriges Jahr in Sewekow und schon in der Zeit davor. „Immer weniger sind bereit, ihr Leben für das Nächstenwohl zu geben. Immer weniger müssen immer mehr leisten. Und ehrenamtliche Tätigkeit wird nicht überall geschätzt“, sagte Hohenwald und mahnte: „Die Politik sollte sich zunehmend Sorgen um den Dienst am Nächsten machen.“ Dabei schlug Hohenwald den Bogen noch weiter bis zu den jüngsten Terroranschlägen in Paris: Feuerwehrleute seien die ersten an den jeweiligen Einsatzorten gewesen.

Die Geehrten aus der Neuruppiner Region

Für 40 Jahre Feuerwehrmitgliedschaft wurden ausgezeichnet: Fred Kuball (Rheinsberg), Red Drath (Dierberg), Ilona Hoope (Limum), Bernd Wagner (Manker), Bernd Voigt (Manker), Bernd Weide (Lindow), Hans-Peter Knop (Rüthenick), Holger Kropal (Vielitz), Manfred Mewes (Lindow), Hartmut Beschoren (Lüchfeld), Hartmut Birkholz (Frankendorf), Klaus Stürzebecher (Bechlin), Reiner Kröcher (Neuruppin-Nord), Udo Gebert (Buskow) und Fred Herlitz (Alt Ruppin)

50 Jahre der Wehr zugehörig sind: Willi Mehlmann (Fehrbellin), Jörg Rausch (Fehrbellin), Burkhardt Brandt (Walchow), Renate Bartz (Walchow), Werner Borth (Schönberg), Jörg Schöne (Wildberg), Irmgard Papenbrock (Kerzlin), Ruth Christ (Kerzlin), Helfried Protz (Kerzlin), Kurt Hetzel (Stöffin), Lothar Stein (Zechlin), Rüdiger Hoffer (Braunsberg), Detlef Grüneberg (Dierberg), Anneliese Volkmann (Flecken-Zechlin), Ulrich Schultz (Flecken-Zechlin), Werner Villain (Schwanow), Günter Hoffmann (Zechlinerhütte), Christa Verch (Luhme) und Wilfried Werner (Basdorf)

Nach nunmehr schon 60 Jahren in der Feuerwehr wurden geehrt: Friedrich-Wilhelm Kunge (Manker), Wilfried Engel (Karwesee), Helmut Roicke (Betzin), Bernhard Drietchen (Tarmow), Siegfried Scheel (Tarmow), Hans-Dieter Schröder (Seebeck), Horst Rönnebeck (Banzendorf), Kurt Groke (Gottberg), Helmut Soost (Wildberg), Rudolf Driesener (Nietwerder), Erhard Wippler (Lichtenberg), Wolfgang Lau (Luhme) und Otto Hoffmann (Zühlen)

Nicht akzeptabel sei vor diesem Hintergrund, dass sich Feuerwehrleute hierzulande und heutzutage als „Ölspurbeseitiger“ verdingen müssen oder zu Lagerfeuern gerufen werden, „wo sich Nachbarn nicht mögen“. Weil die öffentlichen Träger des Brandschutzes laut Wolfgang Hohenwald „ihre Aufgaben kaum noch stemmen können“, werde allerorten in den Kommunen über hauptamtliche Kräfte nachgedacht. „Das sollten sie auch weiterhin tun“, schlug der Kreisbrandmeister vor. Denn selbst im Jugendbereich, der nur auf den ersten Blick „stabil“ wirke, sei mit keinem erlösenden Anstieg zu rechnen.

Die Geehrten aus der Wittstocker Region

40 Jahre Feuerwehrmitgliedschaft: Ingolf Ponczeck (Wernikow), Wolfgang Muscheiko (Dahlhausen), Werner Popke (Heiligengrabe), Bernhard Gritke (Herzsprung), Rainer Paaschen (Papenbruch), Wilfried Havemann (Gadow), Wolfgang Neumann (Babitz), Eginhard Städtke (Babitz), Bernd Bruchmann (Freyenstein)

50 Jahre Zugehörigkeit zur Wehr: Helmfried Hadorf (Zaatzke), Günter Mißfeldt (Blandikow), Magarete Spiller (Rosenwinkel), Heinz Laufmann (Niemerlang), Harald Grubbert (Schweinrich), Helmut Wabschke (Schweinrich), Kurt Düsing (Sewekow), Jürgen Koppermann (Wulfersdorf), Hermann Ziegler (Zootzen), Günter Ziegler (Gadow), Hans-Bernd Lüdemann (Dossow), Günther Manz (Dossow)

60 Jahre Feuerwehrmitglied: Erich Wolter (Gadow), Friedhelm Wolf (Sewekow), Manfred Hensel (Dranse), Otto Lemke (Niemerlang)

Vize-Kreisbrandmeister Olaf Lehmann moderierte anschließend die Ehrungen. Lehmann verlas die Namen von exakt 111 langjährigen Feuerwehrmitgliedern aus dem gesamten Landkreis, darunter elf Frauen. Ihnen wurde für 40-, 50- und 60- jährige Zugehörigkeit zu ihren Wehren gedankt, und zwar jeweils auch von den anwesenden Amts-, Stadt- und Gemeindebrandmeistern sowie den Amts-, Stadt- und Gemeindeoberhäuptern – von Ute Behnicke aus Fehrbellin über Jens-Peter Golde aus Neuruppin bis hin zu Nora Görke aus Kyritz.

Die Geehrten aus der Kyritzer Region

Für 40 Jahre Feuerwehrmitgliedschaft wurden ausgezeichnet: Dietmar Schultz (Brunn), Burkhardt Brandt (Nackel), Dieter Hohmann (Nackel), Wolfgang Heik (Barsikow), Lutz Linke (Dessow), Helmut Meyer (Kyritz), Udo Pillatzki (Holzhausen), Dorit Gutsche (Kyritz), Karl-Heinz Kampe (Dreetz) und Lothar Bolle (Sieversdorf).

50 Jahre der Wehr zugehörig sind: Willi Gebauer (Giesenhorst), Horst Sirrenberg (Breddin) und Uwe Zetzsche (Breddin).

Nach nunmehr 60 Jahren in der Feuerwehr wurden geehrt: Gerd Dahms (Giesenhorst) und Dieter Lebedzow (Kötzlin).

Das Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes Ostprignitz-Ruppin für „besondere Verdienste“ erhielten für dieses Jahr: Susann Heller aus der Feuerwehr Zernitz-Lohm (Amt Neustadt), Michael Kerda aus Fehrbellin, Klaus Jentzen aus Rehfeld (Stadt Kyritz), Maik Kiesewetter aus Dessow (Gemeinde Wusterhausen) und Uwe Laue aus Kyritz.

Mit der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes wurden Burkhard Drott und Wernfried Hanschke aus der Landkreisverwaltung gewürdigt.

Michael Kerde aus Fehrbellin gehört zu den fünf Feuerwehrleuten aus dem Landkreis OPR, die 2015 das Ehrenkreuz erhielten

Michael Kerde aus Fehrbellin gehört zu den fünf Feuerwehrleuten aus dem Landkreis OPR, die 2015 das Ehrenkreuz erhielten.

Quelle: Matthias Anke

Von Matthias Anke

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