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Flüchtlinge angekommen – und wieder weg

Stromausfall in Bork Flüchtlinge angekommen – und wieder weg

Eigentlich sollten die Flüchtlingsfamilien endlich an- und zur Ruhe kommen. Doch in Bork (Ostprignitz-Ruppin) lief nichts, wie es sollte. Nachdem sie ihre Bungalows bezogen hatten, hieß es: Alles einpacken, es geht wieder los. Der Grund: Ein Stromausfall!

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Ortsvorsteher Mathias Strauß am Donnerstag vor dem Blauen Anker: Er bedauert den schlechten Start für die Flüchtlinge im Dorf.

Quelle: Sandra Bels

Bork. Die Unterbringung von 29 Flüchtlingen in Bork hat am Mittwochabend nicht wie geplant funktioniert. Die vier Familien waren gegen 13 Uhr mit einem Bus aus Eisenhüttenstadt gekommen. Sie bezogen in dem Dorf unweit von Kyritz vier Bungalows einer Ferienanlage. Zuerst sei auch alles gut gelaufen, so Ortsvorsteher Mathias Strauß. „Die Leute waren zufrieden, endlich eine eigene kleine Wohnung zu haben“, berichtete er. Doch nach und nach fiel in den Bungalows der Strom aus. Laut Strauß erklärte der herbeigerufene Elektriker, dass die vorhandene Elektroanlage für eine solche Belastung nicht geeignet sei. Die Häuser, die offenbar für den Sommerbetrieb ausgelegt sind, werden unter anderem mit Ölradiatoren beheizt.

Strauß forderte daraufhin die Bork-Lellichower Feuerwehr an, um das Gelände auszuleuchten. Später wurde auch noch die Drewener Wehr alarmiert. Landrat Ralf Reinhardt (SPD) und Flüchtlingskoordinator Martin Osinski waren zu diesem Zeitpunkt bereits vor Ort und bemühten sich um eine Lösung. Die fand sich laut Strauß jedoch bis abends nicht. Deshalb entschied Reinhardt, die Flüchtlinge im Jugenddorf Gnewikow bei Neuruppin unterzubringen. Er organisierte einen Bus, der gegen 21 Uhr dorthin mit den Flüchtlingen aufbrach.

Einwohner halfen unkompliziert

„Es tat uns so leid um die Familien“, sagt Susanne Kemper vom Ortsbeirat Bork. Sie hatte Kerzen von Zuhause geholt, damit Licht in die Bungalows kommt. Jedoch gab es laut Strauß auch nichts zu essen. Borker halfen unkompliziert. „Wir hatten uns so gefreut, Familien zu bekommen, wie wir es uns gewünscht hatten“, so Strauß.

Er wunderte sich darüber, dass ein Sozialarbeiter erst einige Zeit nach der Ankunft der Flüchtlinge gekommen sei. Diese sollten ursprünglich erst am Donnerstag in Bork eintreffen. So war es Strauß vom Landkreis angekündigt worden. Susanne Scheibel, Mitarbeiterin der Familie Tiemeyer, die das Gelände mit den Bungalows betreibt, sagt, dass sie am Dienstag die Mitteilung vom Kreis erhalten hatte, dass die Flüchtlinge am Mittwoch kommen.

Strauß ist darüber verwundert, dass sowohl der Landrat als auch der Flüchtlingskoordinator überrascht vom Zustand der Bungalows waren. „Wir Borker haben immer wieder darauf hingewiesen, dass sie für eine solche Nutzung nicht ausgelegt sind“, so Strauß. Er hatte den Eindruck, der Landrat sei davon ausgegangen, dass für die Flüchtlinge alles vorbereitet ist. „Hat das niemand kontrolliert?“, fragt Strauß.

Landrat will keine Schuldzuweisungen

„Da ist einiges nicht optimal gelaufen. Ich nehme uns da nicht raus“, sagte gestern auf MAZ-Nachfrage Landrat Reinhardt nach einem Treffen am Mittag in Bork mit allen Beteiligten. Von Schuldzuweisungen wegen der Probleme mit der elek­trischen Anlage will er jedoch ­absehen. Um die Elektrik ging es unter anderem bei dem Gespräch am Mittag, wie Reinhardt und Gabriele Tiemeyer von der Betreiberfamilie gegenüber MAZ bestätigten.

Für Reinhardt steht fest, dass die Bungalows im jetzigen Zustand nicht bezugsfertig sind. Damit ist für ihn der Vertrag zwischen den Betreibern und dem Landkreis noch nicht erfüllt. Zudem habe keine Übergabe des Objektes an den Landkreis stattgefunden. Er wisse, dass die vertragliche Situation schwierig ist. Tiemeyers würden sich auf E-Mails und Zusagen berufen, die nicht mit dem einher gehen, was im Vertrag steht.

Gabriele Tiemeyer betont, dass für sie der Mietvertrag ab dem Tag der Unterzeichnung wirksam ist. Der Vertrag wurde Mitte Oktober unterschrieben. „Seitdem warten wir auf das zugesagte Geld, um unseren Verpflichtungen nachkommen zu können“, so Gabriele Tiemeyer. Die Vorwürfe, an der Elektroanlage sei nichts gemacht worden, weist sie zurück: „In jedem Haus ist die Elektrik erneuert worden. Wir sind dafür in Vorleistung gegangen.“ Außerdem seien Erdkabel verlegt worden.

Das bestätigte Reinhardt am Donnerstag, sagte aber, dass die Zuleitung vom Verteilerkasten zu den Bungalows fehle. Warum das so ist, das müsse nach der am Donnerstag erfolgten Besichtigung geklärt werden. „Im Laufe der nächsten Woche wird es eine Entscheidung darüber geben, wie es in Bork weiter geht“, sagte Reinhardt. Zudem gehe er davon aus, dass es eine gerichtliche Auseinandersetzung geben wird, weil die Betreiber so etwas angekündigt hätten, und hielt sich deshalb mit weiteren Auskünften zurück.

Von Sandra Bels

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