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Ostprignitz-Ruppin Flüchtlinge in Neustadt willkommen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Flüchtlinge in Neustadt willkommen
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02:16 29.08.2015
Erst seit wenigen Tagen sind auch Frauen aus Kamerun in Neustadt untergebracht. Quelle: Matthias Anke
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Neustadt

Das Festzelt ist eine schöne Sache. Es bietet Schatten. Und es ist sogar heil. Nicht etwa zerfleddert, als sei eine Granate eingeschlagen. Die Menschen darunter reden, sie lachen. Mancher wischt sich Schweiß von der Stirn. Es ist so heiß an diesem Tag wie sonst nur im nahen Osten oder in Afrika. Kein Schuss fällt. Und es gibt reichlich zu essen. Keiner muss hungern. Dafür hat Gabriele Schuster von der Wohnungsbaugesellschaft gesorgt. Alle Mieter hatten einen Speisecoupon bekommen, um ihn bei diesem Anwohnerfest im Neustädter Wohngebiet Vogelsang einzulösen. Und zu den rund 400 Anwohnern gehören seit einigen Monaten nun auch knapp 40 Flüchtlinge, von denen viele wissen, wie etwas aussieht, wenn eine Granate einschlägt.

Siegfried Zepp mit Jalwa. Quelle: Matthias Anke

Weit hinter sich gelassen hat solche Erlebnisse auch Jalwa Nazihi aus Afghanistan – die einen harten Schuss hat. Die Zwölfjährige spielt Fußball und gehört zu einer Gruppe Mädchen, die regelmäßig bei der für ihren erfolgreichen Frauenfußball bekannten SG Sieversdorf trainieren. Sie fahren mit dem Fahrrad oder in Fahrgemeinschaften dorthin.„Wir sind dabei, Spielberechtigungen für sie zu bekommen“, sagt Abteilungsleiter Siegfried Zepp, während Jalwa beim Fest Torwandschießen übt. „Macht voll Spaß“, sagt sie.

Deutsch hat die Kleine gut drauf. Sie besucht wie fast alle älteren Flüchtlingskinder die Diercke-Schule in Kyritz. Die jüngeren erhalten Sprachunterricht im benachbarten Wusterhausen, wo es mit dem Heim am Seeufer die größte Unterkunft in der Region gibt. Die Kinder werden nach und nach in die Klassen der dortigen Lindgren-Grundschule integriert.

Sawa (Mitte) ist Syrer, Karim (l.) und Parwez kommen aus Afghanistan. Quelle: Matthias Anke

In Neustadt rechnet die für die Ankömmlinge zuständige Sozialarbeiterin Johanna Fechner noch in diesem Herbst mit 30 weiteren Flüchtlingen. Auch sie werden in dem Wohnverbund im Vogelsang unterkommen, den Fechner über die Ruppiner Kliniken betreut. Mindestens drei Monate werden sie bleiben, so lange dürfen sie in ihrer ersten Zeit in Deutschland nicht umziehen. Aufhalten dürfen sie sich aber schon in den ersten Tagen, wo sie wollen. „Die meisten zieht es dann zu Verwandten oder Freunden in andere Ecken Deutschlands, meistens in größere Städte“, weiß Fechner. Manche aber mussten auch schon wieder zurück, weil ihr Asylgesuch erfolglos blieb. Ob die sieben jungen Männer also nächstes Jahr noch da sind, die kürzlich beim Auf- und Abbau der Schöller-Festspielbühne in Neustadt halfen, ist mehr als ungewiss. „Die Jungs haben uns richtig gut unterstützt“, lobt Manager Michael Wegener mit Blick auf das Team, das jetzt auf Bierbänken sitzt zwischen alteingesessenen Neustädtern. Von denen kümmern sich viele um die Fremden. Eine Unterstützergruppe trifft sich regelmäßig. „Das sind etwa 20 verschiedene Leute, nicht nur von der Kirche oder aus Vereinen“, sagt Bürgermeisterin Sabine Ehrlich (SPD) mit Blick auf die Freifläche, auf der einst leerstehende Wohnblöcke standen und die sich nun optimal für das Wohngebietsfest anbot. „Ich würde mich freuen, wenn es auch nächsten Sommer wieder so etwas gibt“, sagt Ehrlich.

Derweil ist eine Menge los am Spiel- und Schminkstand des Vereins Ostprignitz-Jugend. Weiter hinten baute sich die Jugendfeuerwehr auf. Schützenverein und Kegler von Schwarz-Rot sind dabei. Die Hüpfburg organisierte die Kirchengemeinde. Der Förderverein Gaswerk kümmerte sich um die Torwand. Und auf diese werden an dem Tag noch so einige Schüsse abgefeuert. Gute, wohlklingende Schüsse.

Von Matthias Anke

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