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Flüchtlinge kommen nach Lögow

Landkreis mietet Wohnungen Flüchtlinge kommen nach Lögow

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin will ab dem 1. November bis zu 96 Flüchtlinge in leerstehenden Wohnungen in Lögow unterbringen. Darüber wurden am Mittwochabend die Einwohner informiert. Die Wohnungen befinden sich in den Blöcken in der Kantower Straße.

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In diese Wohnblöcke in der Kantower Straße werden die Flüchtlinge ab 1. November einziehen.

Quelle: Sandra Bels

Lögow. Bis zu 96 Flüchtlinge will der Landkreis Ostprignitz-Ruppin ab dem 1. November in Lögow unterbringen. „Das geschieht sukzessiv“, sagte Sozialdezernentin Waltraud Kuhne am Mittwochabend in Lögow, wo etwa 270 Menschen leben. Die Asylsuchenden sollen in freie Wohnungen der Blöcke Kantower Straße 1 und 2 einziehen.

Der Landkreis hat die Wohnungen von der Wusterhausener Wohnungsbaugesellschaft (WBG) gemietet. Wie viele es sind, das wurde bei der Versammlung in Lögow jedoch nicht gesagt. Das Thema interessierte die Lögower. Es waren so viele zur Einwohnerversammlung in den Gemeinderaum gekommen, dass es nicht für alle Zuhörer Sitzplätze gab.

Wusterhausens Bürgermeister Roman Blank bat zu Beginn der Veranstaltung um Sachlichkeit in der anschließenden Diskussion. Blank sagte, dass die Blöcke immer die zweite Wahl gewesen seien, schon deshalb, weil man von dort zum Beispiel schlecht zum Einkaufen komme, wenn man kein eigenes Auto hat. Es gebe nur den Schulbus und einen Getränkestützpunkt, in dem man auch eine Zeitung kaufen kann. Der Bürgermeister sprach über die durchweg guten Erfahrungen, die in Wusterhausen mit den Flüchtlingen bisher gemacht worden sind. Die Asylsuchenden würden von den Einwohnern als neue Nachbarn betrachtet, die in Ruhe gelassen werden wollen. Beschwerden aus der Nachbarschaft gebe es bisher nicht, berichtete Blank.

Sozialarbeiterin wird vor Ort sein

Sozialdezernentin Waltraud Kuhne schloss an und nannte zunächst ein paar Zahlen. So erklärte sie, dass der Landkreis Ostprignitz-Ruppin nach dem sogenannten Königssteiner Schlüssel 4,5 Prozent der Flüchtlinge aufnehmen muss, die nach Brandenburg kommen. Nach der mittlerweile dritten offiziellen Prognose für dieses Jahr seien das 1080 Menschen. Waltraud Kuhne denkt aber, dass es durchaus auch 1350 Flüchtlinge werden können. Der Kreis ist bestrebt, sie in Wohnungen unterzubringen. Das sei für die Integration besser als in Heimen oder gar Zelten oder Turnhallen. Die Dezernentin erklärte, dass für die Asylsuchenden in Lögow eine Sozialarbeiterin zuständig sein wird. Es ist Susanne Jäger. Sie stellte sich kurz vor und sagte, dass sie auch Ansprechpartner für diejenigen sei, die den Flüchtlingen helfen möchten.

Erste Angebote waren am Abend gemacht worden. So will eine Frau helfen, wenn es um Deutschunterricht geht. Pfarrer Stephan Scheidacker bot unter anderem eine Art Begegnungscafé an. Andere Lögower erkundigten sich zum Beispiel nach zusätzlichen Bussen für die Asylsuchenden. Sie befürchteten, dass der Schulbus nicht ausreichen wird. Dazu sagte Flüchtlingskoordinator Martin Osinski: „Erfahrungsgemäß reicht der Schulbus, ist er zu klein, wird ein neuer geschickt.“ Osinski fügte an: „Ich verstehe ihre Ängste. Es ist normal. Lassen Sie sich darauf ein.“

Mietvertrag ist unbefristet

Gefragt wurde auch, wie lange die Flüchtlinge bleiben werden. Das konnte Waltraud Kuhne nicht sagen. Sie erklärte aber, dass die Mietverträge mit der WBG unbefristet geschlossen werden. Zu den Bussen meinte sie, dass man abwarten müsse, wie sie in Anspruch genommen werden.

Es gebe derzeit keinen Beleg dafür, dass die Kriminalität in den Bereichen ansteige, in denen Flüchtlinge leben, sagte Lutz Jaenicke, Leiter der Polizeiinspektion Neuruppin. Es gebe Auseinandersetzungen, jedoch meist unter Flüchtlingen und unter Alkoholeinfluss. Jaenicke riet den Lögowern, sich bei der Polizei zu melden, wenn es Probleme gibt.

Gäste waren auch zwei AfD-Mitglieder. Wusterhausens fraktionsloser Gemeindevertreter Torsten Stürmer fragte nach einem Konzept für die Unterbringung von Flüchtlingen. Osinski erklärte ihm unter anderem, dass die Bildung von Wohnverbänden mit einem Personalstützpunkt dazu gehört. Für Stürmer ist das kein Konzept. Er sagte, dass die AfD im Landkreis OPR dem Landrat vor etwa zehn Wochen ein Integrations- und Wirtschaftskonzept zugeschickt habe, auf das es bisher keine Reaktion gab. Darin sollen konkrete Vorschläge stehen, in welchen Gebäuden im Kreis Flüchtlinge untergebracht werden könnten, zum Beispiel weil es dort große Küchen gibt, in denen für die Leute gekocht werden könnte. Das würde nach Ansicht der AfD Arbeitsplätze schaffen. Waltraud Kuhne kannte das Papier nicht, ebenso die anderen Mitarbeiter des Kreises.

André Köppen, Beisitzer im Vorstand des AfD-Kreisverbandes OPR, erinnerte Blank an sein Versprechen zur Bürgermeisterwahl, die Bürger künftig bei Entscheidungen mit einzubeziehen. Köppen fragte in die Runde, ob die Lögower in die Entscheidung mit einbezogen wurden.

Die Einwohner reagierten mit Unverständnis auf den Vorstoß. Ein Mann sagte, dass es hier um Menschenrechte geht, die nicht verhandelbar sind.

Von Sandra Bels

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