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Flüchtlinge treffen auf Neuruppiner Wertarbeit

Integration Flüchtlinge treffen auf Neuruppiner Wertarbeit

Martin Opitz, Chef der gleichnamigen Holzbaufirma in Treskow, hat am Freitag Flüchtlinge durch seine Werkshalle geführt und ihnen einen Einblick in die tägliche Arbeit gegeben. Interessierten möchte er im Januar ein Praktikum anbieten. Er könnte sich auch vorstellen, einige zu übernehmen, wenn er neue Aufträge für den Bau von Holzcontainern in Neuruppin und Umgebung bekommt.

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Beim Rundgang durch die Werkhalle bekommen die Flüchtlinge einen ersten Eindruck von der Arbeit. Quelle: Geisler

Neuruppin. Martin Opitz hat in seinem Leben schon an die 5000 Häuser gebaut, allesamt aus Holz. Sein Können setzt der Inhaber von Opitz-Holzbau mit Sitz im Neuruppiner Gewerbegebiet Treskow auch für Flüchtlingsunterkünfte ein. So hat er bereits ganze Bauteile für Wohnkomplexe nach Hamburg und Halberstadt (Sachsen-Anhalt) geliefert. Der gebürtige Kölner will auch die Neuankömmlinge vor Ort unterstützen und bot am Freitag 20 Flüchtlingen eine Führung durch seine Werkshalle an. Interessierte haben Aussicht auf ein Praktikum und sogar auf eine Festanstellung.

„Wer Zahlen lesen kann, der kann auch unsere Baupläne verstehen“, sagte Martin Opitz und wollte den Flüchtlingen damit die Angst vor Sprachbarrieren bei der Arbeit nehmen. Er selbst habe noch nie Berührungsängste gehabt, weil es schon im Bauunternehmen seines Vaters multikulturell zuging. „Im Pausenraum fünf verschiedene Sprachen zu hören, war völlig normal“, erzählte er. Die 20 Flüchtlinge, die zur Werksführung kamen, wurden vom Jobcenter des Landkreises und der Arbeitsagentur Neuruppin eingeladen. Cornelie Schlegel, Leiterin der Arbeitsagentur in Neuruppin, hatte sich zuvor mit Opitz auf einen gemeinsamen Rundgang mit den Flüchtlingen geeinigt.

Die meisten der Neuankömmlinge seien im Schnitt schon ein halbes Jahr lang in Deutschland, erzählt Schlegel. Sie kommen vor allem aus Eritrea, dem Irak, aus Syrien oder dem Iran. „Der Zugang zu unserer Gesellschaft geht sehr stark über die Arbeit“, sagte Cornelie Schlegel. Kontakt zu Arbeitskollegen sei nicht nur wichtig, um die Sprachkenntnisse aufzubessern, sondern auch, um das soziale Umfeld zu verbreitern. Während des Rundgangs durch seine Hallen erklärte Opitz den Flüchtlingen einzelne Arbeitsschritte, wie etwa das Zusägen von Fertighausteilen. Viele zeigten sich interessiert, folgten den Worten ihres potenziellen neuen Chefs und strichen auch mal selbst mit der Hand über das Holz.

Cornelie Schlegel und Martin Opitz

Cornelie Schlegel und Martin Opitz.

Quelle: Peter Geisler

Zum Schluss zeigte Opitz seinen Gästen ein Modell des „Flexi Home“ – ein von ihm selbst entworfenes Holzhaus, das vorübergehend als Unterkunft genutzt und unkompliziert wieder abgebaut werden kann. Solche Holzcontainer wollte Opitz auch als Flüchtlingsunterkünfte auf dem früheren Kasernengelände an der Alt Ruppiner Allee bauen. Doch was in Hamburg und Halberstadt gut funktioniert hat, will direkt vor der Haustür noch nicht so recht klappen. Erst vor ein paar Tagen ist Opitz dieser Auftrag wegen eines Formfehlers durch die Lappen gegangen. Weil er eine Unterschrift auf dem Antrag vergessen habe, wurde sein Angebot ausgeschlossen; der Landkreis habe den Zuschlag einem wesentlich teureren Vorschlag erteilt, sagt Opitz.

Derzeit bemüht sich Opitz um einen ähnlichen Holzcontainerauftrag in Kremmen. Das Angebot liegt bereits vor. Sollte Opitz ihn bekommen, bräuchte er für das kommende Jahr mehr Arbeitskräfte. Unter den Flüchtlingen habe er schon ein paar potenzielle Mitarbeiter gesehen, sagte er im Anschluss. „Ich sehe den Menschen relativ schnell an, ob sie geeignet sind“, so Opitz, der den Standort in Neuruppin seit 24 Jahren leitet.

Ab Mitte Januar können diejenigen, die sich für den Job interessieren, je nach Auftragslage, angelernt werden. „Nach ein bis zwei Wochen Praktikum sollten wir wissen, ob der Bewerber zwei linke oder zwei rechte Hände hat“, sagte Opitz. Das Praktikum könne flexibel auf vier Wochen ausgedehnt werden und, wenn der Chef mit der Arbeit zufrieden ist, auch in eine Festanstellung übergehen. Falls die Flüchtlinge eine Wohnung in unmittelbarer Nähe brauchen, könne Opitz zudem 20 bis 30 Menschen in seinem alten Verwaltungsgebäude aufnehmen.

Von Luise Fröhlich

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