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Flüchtlingskinder die Retter in der Not?

Neue Hoffnung für Eltern Flüchtlingskinder die Retter in der Not?

In der Gemeinde Märkisch Linden soll die kleine Kindertagesstätte von Werder geschlossen werden, sobald der Neubau in Kränzlin fertig ist. Dagegen gibt es schon länger Widerstand. Nun wandten sich Eltern an ihren CDU-Bundestagsabgeordneten. Der sieht eine Chance, mit der bislang niemand gerechnet hat: die Flüchtlinge.

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Diana und André Schumacher mit ihrem Sohn Jonathan.

Quelle: Schmettow

Werder. Jonathan hat lange mit seinen Eltern geübt. Nun kann er schon ganz allein zu seiner Kita laufen. Für ein Kind von 19 Monaten ein echter Grund, stolz zu sein. Seine Mutter Diana Schumacher hält nichts vom Elterntaxi. „Da werden die Kinder dick und faul“, sagt sie. Doch auch für Jonathan könnte ohne Auto bald nichts mehr gehen. In zwei Jahren soll in Kränzlin eine neue Kindertagesstätte gebaut und die in Werder dafür geschlossen sein. Für Eltern aus Gottberg wäre die Anfahrt dann noch länger als heute schon.

Die Schumachers haben sich den Wohnort Werder ausgesucht, weil es dort noch eine familiäre kleine Kita gibt. Mehr als 140 Unterschriften gegen deren Schließung haben sie und andere Einwohner von Märkisch Linden gesammelt. Am Mittwoch suchten sie Hilfe bei den CDU-Abgeordneten Sebastian Steineke (Bundestag) und Jan Redmann (Landtag), die mit ihrem Info-Mobil in Werder Station machten.

„Wenn wir Demokratie hätten, dann hätte der Bürgermeister alle Einwohner zusammengerufen und nach ihrer Meinung zur Kita gefragt. Aber wir haben eine Kommunaldiktatur“, schimpft der Gemeindevertreter Hans Loths, selbst CDU-Mitglied. Es sei ein großer Fehler gewesen, die Kita in Amtsträgerschaft abzugeben.

Die Hälfte aller Asylsuchenden sind Kinder

Sebastian Steineke will sich in die Kommunalpolitik des Amtes Temnitz nicht einmischen. Der Neuruppiner kann sich aber vorstellen, dass auch die Kita in Werder noch gebraucht werden könnte, selbst wenn die neue Tagesstätte in Kränzlin gebaut ist. Bisher hat das Amt Temnitz keine Flüchtlinge aufgenommen, aber das werde kaum so bleiben, glaubt der Bundestagsabgeordnete. Die Hälfte aller Asylsuchenden seien Kinder und Jugendliche. Für die Flüchtlingskinder würden dringend Kita- und Schulplätze gebraucht. Das habe niemand vorhersehen und planen können.

Der Erfurter SPD-Bürgermeister Andreas Bausewein fordert bereits, für Flüchtlinge die Schulpflicht abzuschaffen. Im Flüchtlingsheim in Lentzke ist der sehnlichste Wunsch vieler Kinder, nach Jahren von Krieg und Flucht endlich wieder Unterricht zu haben.

Am Rande machten Steineke und Redmann deutlich, was sie von der geplanten Kreisgebietsreform und der Gemeindegebietsreform in Brandenburg halten, nämlich: nichts. Das würden sie am 1. September deutlich machen, wenn der SPD-Innenminister nach Neuruppin kommt. Zugleich verteidigt Redmann die Gemeindegebietsreform des damaligen CDU-Innenministers Jörg Schönbohm: Die 2003 geschaffenen Gemeinden hätten die richtige Größe. Was aber nun geplant ist, sei bürgerunfreundlich und spare kein Geld.

Von Christian Schmettow

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