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Ostprignitz-Ruppin Flüchtlingsportal soll neu ausgerichtet werden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Flüchtlingsportal soll neu ausgerichtet werden
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00:17 05.06.2016
Die Zahl der Sachspenden beim Online-Portal ist seit Ende letzten Jahres im Nordwesten Brandenburgs zurückgegangen. Quelle: Archivfoto: Peter Geisler
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Neuruppin/Perleberg

Seit Ende Oktober macht der Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit, seit Mitte Dezember die Prignitz. Die Rede ist von HelpTo, einem Online-Portal, das Hilfe für Flüchtlinge schnell und unkompliziert vermitteln soll. Jeder Nutzer kann Sachspenden oder Hilfsangebote inserieren. Mit großen Hoffnungen brachten die Initiatoren das Netzwerk, das auch von der Märkischen Allgemeinen Zeitung unterstützt wird, an den Start. Ein gutes halbes Jahr später ist auf den Internet-Seiten für die Region jedoch nicht viel los. Das letzte einsehbare Inserat einer Sachspende in OPR stammt noch aus dem Vorjahr, in der Prignitz sind gar keine Sachspenden verzeichnet. In anderen Kategorien sieht es ähnlich leer aus. Noch am frequentiertesten ist der Bereich „Bildung & Wissenschaft“ mit Hinweisen auf aktuelle Veranstaltungen. In der Landeshauptstadt Potsdam, wo die Plattformgründer vom Verein „Neues Potsdamer Toleranzedikt“ sitzen, ist der Zuspruch hingegen größer. Ein Puppenwagen, ein Kindertisch mit Stühlen, ein Kleiderschrank und ein Deckenfluter sowie ein Damenrad und ein Staubsauger wurden allesamt in den vergangenen 14 Tagen zum Verschenken angeboten.

Volker Gustedt, Sprecher von HelpTo, ist mit der Resonanz insgesamt zufrieden. „In Potsdam ist das Portal gut besucht, auch einige andere Kreise außerhalb Brandenburgs wie Ludwigsburg in Bayern oder Leer in Niedersachsen machen davon Gebrauch.“ Dass in den beiden Landkreisen im Nordwesten der Mark nur noch wenig Aktivität herrscht, führt Gustedt auf verschiedene Faktoren zurück. „Die ankommenden Flüchtlinge werden unterschiedlich stark verteilt“, sagt der Sprecher. „Außerdem haben sich die Rahmenbedingungen seit Ende vergangenen Jahres geändert.“ Damit bezieht sich Gustedt auf die zurückgehende Zahl an Flüchtlingen. „Für uns von außen ist schwer zu beurteilen, ob es vor Ort überhaupt noch einen Bedarf gibt oder ob die Hilfe anderweitig organisiert wird.“ So sei der Bedarf an Sachspenden offenbar zurückgegangen.

„Als das Portal im letzten Jahr an den Start ging, war es ein Zeichen, dass etwas passiert“, sagt Britta Avantario, Sprecherin des Landkreises Ostprignitz-Ruppin. „Damit waren nicht unbedingt Erwartungen, aber eine gewisse Hoffnung verbunden.“ Manches habe gut funktioniert. Inserierte Fahrräder beispielsweise hätten binnen kürzester Zeit Abnehmer gefunden. Dass bei den Sachspenden mittlerweile Ebbe herrscht, macht sie an alltäglichen Barrieren fest: Sprachschwierigkeiten und Transportproblemen. „Der Alltag zeigt nun, was funktioniert und was nicht“, sagt Avantario. Sie hält HelpTo grundsätzlich für eine „gute Idee“ und hofft, dass die Initiatoren in Potsdam die Plattform in die richtige Richtung weiterentwickeln.

Hierzu hat das Land Brandenburg den Machern kürzlich eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 93 000 Euro zugesagt. „Durch die Zuwendungen haben wir nun eine verlässliche Perspektive“, sagt Volker Gustedt. Nachdem die „Akut-Situation“ beendet sei, wolle man das Netzwerk strategisch neu ausrichten. „Wir wollen von der Ersthilfe weggehen und die Integration fördern“, sagt Gustedt. Gleichzeitig gehe es auch darum, HelpTo für andere Nutzer zu öffnen. „Wir wollen noch stärker betonen, dass das Portal nicht nur für die Flüchtlingshilfe genutzt werden kann, sondern auch für andere sozial Bedürftige“, sagt Gustedt. „Da gibt es keine Schranken.“

Von Mischa Karth

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