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Ostprignitz-Ruppin Flugsportanbieter verlässt Heinrichsfelde
Lokales Ostprignitz-Ruppin Flugsportanbieter verlässt Heinrichsfelde
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00:17 14.02.2016
Torsten Land sieht für sein Unternehmen in Heinrichsfelde keine Zukunft. Quelle: Alexander Beckmann
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Heinrichsfelde

Der Verkehrslandeplatz Heinrichsfelde ist dabei, einen seinen wichtigsten Nutzer zu verlieren. Torsten Land, Chef der Firma „Abenteuer Segelflug“ kündigt an, dass das Unternehmen den Standort im Laufe des Jahres verlassen wird.

Seit etwa vier Jahren bietet „Abenteuer Segelflug“ in Heinrichsfelde die Pilotenausbildung für Segelflugzeuge, Motorsegler und Ultraleichtflugzeuge an. Hinzu kommen der Schleppservice für Segelflugzeuge, die technische Betreuung und nicht zuletzt die Vermietung von Flugzeugen. „Das nehmen sehr viele Leute in Anspruch – vor allem Leute, die wir selbst ausgebildet haben“, sagt der Unternehmer. Auch der Fliegerurlaub sei zunehmend nachgefragt. Schon jetzt liege eine ganze Reihe von Anmeldungen für die neue Saison vor – bis aus Belgien. Ansonsten komme die Kundschaft der Firma vorwiegend aus etwa 100 Kilometern Umkreis und habe zum Teil eigene Flugzeuge in Heinrichsfelde stationiert. „Zum einen haben wir hier gute fliegerische Bedingungen“, sagt Torsten Land. „Zum anderen fühlen sich die Leute bei uns wohl.“ Das spreche sich rum. „Wir sind zufrieden. Wir haben nicht die Erwartung, hier Millionäre zu werden. Es soll Spaß machen.“ Und die Nachfrage steige. Im vergangenen Jahr habe man rund 1200 Schlepps mit Segelflugzeugen sowie etwa 1300 Starts und Landungen mit Motorseglern und Ultraleichtflugzeuge absolviert.

Stadt Kyritz müsste investieren

Diese im Grunde positive Situation sei allerdings auch ein Grund für den Abschied von Heinrichsfelde, erklärt der Unternehmer. „Wir wollen das ausbauen.“ Aber auf dem Verkehrslandeplatz fehle es dafür an Infrastruktur. Land will seinen Besuchern einfache Übernachtungsgelegenheiten anbieten, vielleicht auch Stellplätze fürs Wohnmobil, dazu unbedingt ansprechende Unterrichts- und Aufenthaltsräume.

Derzeit besteht dazu kaum die Möglichkeit. Das Gebäude, in dem sich das Unternehmen eingemietet hat, verströmt den Charme der 80er Jahre und den Duft maroder Sanitäranlagen. Vor allem der Hangarbereich müsste dringend saniert werden. Es regnet durch. Farbe blättert von der Decke auf die darunter abgestellten Flugzeuge. Die Elektrik des Gebäudes hat durch die Feuchtigkeit stark gelitten und ist zum Teil bereits stillgelegt. „Da regnen schon mal Funken von der Decke, wenn wir das Licht einschalten – kein Witz“, berichtet Torsten Land. Doch ohne Strom sei an vernünftige Arbeit nicht zu denken. „Wir weisen seit Jahren auf diese Missstände hin.“

Eigentümer der Immobilie ist die Stadt Kyritz. Ob sie die nötigen Investitionen in absehbarer Zeit stemmen kann, steht in den Sternen. Derzeit lässt sie ein Konzept für das künftige Bewirtschaftungsmodell des Flugplatzes entwickeln. Die Anlage insgesamt ist für die Kommune ein Zuschussgeschäft. Für dieses Jahr rechnet sie mit einem Bedarf von fast 130 000 Euro.

Laut Torsten Land wurde schon über einen Verkauf des Hangarkomplexes verhandelt. „Aber da sind wir nicht zusammengekommen.“ Die Preisvorstellungen lagen zu weit auseinander. „Das ist eben so.“ Land zuckt mit den Schultern. Er schätzt allein den Investitionsbedarf für den Hangar auf einen sechsstelligen Betrag. „Wir haben nach einer Ausweichmöglichkeit gesucht. Wir wollten investieren.“ Ein benachbartes Grundstück habe sich angeboten. „Aber um das nutzen zu können, brauchen wir einen Zugang zum Flugplatz und daran scheitert es.“ Erneut habe er keine Einigung mit der Kommune erzielt.

Flugplatz bei Pritzwalk wird neuer Standort

Bei Pritzwalk fand sich schließlich eine aussichtsreichere Alternative auf einem bisher von einem Verein betriebenen Flugplatz. „Wir haben im Herbst dort den Weiterbetrieb übernommen“, berichtet Torsten Land. „Da ist viel herzurichten, Fliegen können wir noch nicht. Aber wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Betrieb dort wieder aufzunehmen.“ Das Unternehmen baut Räume aus und hat eine gebrauchte Leichtbauhalle für die Flugzeuge besorgt. Die Tage in Heinrichsfelde sind gezählt.

Torsten Land ist zuversichtlich und bedauert den Abschied zugleich: „Wir wären schon gern hiergeblieben. Der Umzug ist ja doch eine erhebliche Belastung. Aber wir sehen hier keine Entwicklungsmöglichkeit für uns.“

Von Alexander Beckmann

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