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Fördersegen für Neuruppin und Umland

Zweiter Platz im Stadt-Umland-Wettbewerb Fördersegen für Neuruppin und Umland

Die Karl-Marx-Straße ausbauen, das Kulturhaus sanieren, neue Radwege anlegen und vielleicht sogar ein Parkhaus errichten – das alles und einiges mehr plant die Stadt Neuruppin mit den EU-Fördermitteln aus dem Stadt-Umland-Wettbewerb. Die Jury fand das gemeinsame Konzept der Stadt und ihrer Nachbarn überzeugend und sagt 14,8 Millionen Euro zu.

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Die Karl-Marx-Straße in Neuruppin könnte zu einer sogenannten Umweltverbundtrasse ausgebaut werden.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Bis Ende 2020 soll die Neuruppiner Karl-Marx-Straße endlich ausgebaut werden. Die Stadtverwaltung plant, die breite Kopfsteinpiste quer durch die Innenstadt zu einer Umweltverbundtrasse zu entwickeln. Zwischen Rheinsberger Tor und Fontane-Denkmal könnte der Bus in einigen Jahren wieder gerade durchfahren, neue Radwege könnten entstehen, barrierefreie Zugänge zu Stadtgarten und Pfarrkirche. Es gibt sogar die Idee, hinter dem Stadtgarten an der Ernst-Toller-Straße ein Parkhaus zu bauen, wenn die Bürger dafür sind. Geschätzte sechs Millionen Euro würde das alles kosten. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen, unrealistisch ist es keinesfalls, glaubt man im Rathaus.

Zuschlag schon in der Vorrunde

Die Umweltverbundtrasse gehört zu den 33 Projekten, mit denen sich Neuruppin mit dem Landkreis, Fehrbellin, Rheinsberg sowie den Ämtern Lindow und Temnitz im großen Stadt-Umland-Wettbewerb des Landes um Fördermittel der EU beworben hat. Die Jury fand das gemeinsame Konzept so überzeugend, dass Neuruppin und seine Partner jetzt schon in der Vorrunde den Zuschlag für Fördermittel bekommen haben. Nur vier Bewerbern aus ganz Brandenburg ist das gelungen. Der Freiraum Ruppiner Land hat den zweiten Platz gewonnen und reichlich Lob von Bauministerin Kathrin Schneider. Damit haben die Kommunen zusammen 14,8 Millionen Euro Zuschüsse von 2016 bis 2020 in Aussicht.

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde ist stolz, dass die Städte, Gemeinden und der Landkreis das schon im sogenannten Schnellläufer-Verfahren erreicht haben. Er sieht das als klare Bestätigung dafür, wie gut Neuruppin und seine Nachbarn seit 2009 zusammenarbeiten. Mit Temnitz-Amtsdirektorin Susanne Dorn und Rheinsbergs Rathauschef Jan-Pieter Rau nahm Golde die Urkunde in Potsdam in Empfang.

Jedes einzelne Projekt muss beantragt werden

Automatisch bekommen die Kommunen das Geld trotzdem nicht. „Wir müssen für jedes einzelne Projekt einen Antrag stellen“, sagt Amtsleiterin Sabine Supke, die das Verfahren im Neuruppiner Rathaus begleitet. Noch fehlen konkrete Förderrichtlinien, und auch einige andere Punkte sind bisher unklar. Wie schnell die Gemeinden mit Geld rechnen können, kann derzeit keiner sagen.

Unklar ist auch, wer darüber entscheidet, welches der 33 Projekte gefördert wird. Klar ist, dass die 14,8 Millionen nicht für alles reichen. Die Kommunen hatten eigentlich auf mehr als 30 Millionen Euro gehofft, allein Neuruppin auf zwölf Millionen bis 2020.

Auch der Uferwanderweg steht auf dem Plan

Golde sind einige Vorhaben besonders wichtig: die Sanierung des Kulturhauses Stadtgarten zum Beispiel und der Ausbau des Uferwanderwegs, außerdem der Umbau des Hauses D der Ruppiner Kliniken für die Medizinische Hochschule. Auch das Dach für die Klosterruine in Lindow hält er für wichtig, ebenso Energieprojekte im Amt Temnitz.

Neuruppin will in den nächsten Jahren jeweils 650 000 Euro als Eigenanteil für die Projekte einplanen. Auch die anderen Gemeinden brauchen entsprechende Eigenanteile, wobei noch niemand weiß, wie hoch sie sein müssen. Ein Teil des Geldes soll von Firmen kommen – etwa von den Stadtwerken und den Ruppiner Kliniken.

Von Reyk Grunow

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