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Förderverein Lokale Agenda aufgelöst

Kyritz Förderverein Lokale Agenda aufgelöst

Das Amtsgericht hat die Auflösung des Fördervereins Lokale Agenda 21 Kyritz bestätigt. Damit ist die Agenda nach 18 Jahren offiziell Geschichte. Sie wird aber von privaten Initiatoren weitergeführt.

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Das Rosengartenfest in Kyritz profitierte vom Engagement des Vereins.


Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Die Lokale Agenda 21 in Kyritz ist Geschichte. Das Amtsgericht besiegelte das Aus des Fördervereins der Lokalen Agenda. Es gab sie 18 Jahre lang. Der Verein hatte sich später gegründet. Für den ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Initiative, Hartmut Hanke, ist das Anlass Rückschau zu halten.

Etwa 30 Projekte waren angeschoben, diskutiert oder verwirklicht worden. Den Startschuss dafür gab 1999 der Amtsausschuss. Damals gab es ein kleines spontan organisiertes Bürgerfest. Mit-Organisatorin Sigrid Schumacher, damals noch in der Stadtverwaltung tätig, zeigte sich überrascht von der Spontanität der Kyritzer. Hanke ist noch heute enttäuscht darüber, dass sich die Kommune trotz Beschluss seiner Meinung nach mit den Jahren immer weiter aus der Verantwortung gezogen hatte. Dennoch haben sich für den Holzhausener „vorzeigbare Ergebnisse“ entwickelt.

Baulücken begrünt

Der Bau eines Turmes an der Stadtmauer mit Spenden von mehr als 100 Bürgern gehörte dazu. Es gab Straßentheater und Ausstellungen. Die Agenda-Mitglieder engagierten sich für die Fahrbibliothek des Landkreises mit 3000 Unterschriften. Der fehlende Spielplatz im Rosengarten brachte laut Hanke schließlich die Idee, einen Förderverein zu gründen. Angeregt wurden Gärten der Kulturen und ein Feld für frisches Gemüse, angebaut von Mitarbeitern der Gesellschaft für Arbeitsförderung (GAB) für die Kyritzer Tafel. „Wir haben Baulücken begrünt und Baumscheiben mit Blumenzwiebeln bestückt“, so Hanke. Mit dabei waren Schüler der Lindenschule und der Carl-Diercke-Schule. Die Federführung hatte die Kyritzerin Silke Rother.

Hartmut Ranke

Hartmut Ranke

Quelle: Sandra Bels

Der Achatius-Altar in der Sankt-Marien-Kirche sei laut Hanke eine weitere Agenda-Idee gewesen, wie die Reste der Metzelthiner Bockwindmühle nach Holzhausen zu holen. „Die OPR-Spedition hatte damals drei leider missglückte Transportversuche von der jetzt in Berlin-Gatow stehenden Mühle nach Holzhausen gesponsert“, so Hanke. Die großen Projekte bleiben aber das Rosengartenfest, der Spielplatzbau sowie die Bepflanzung der Baumscheiben mit Blumenzwiebeln als Initiative „Kyritz soll bunter werden“ sowie die Stadtfeste.

Agenda mangelt es an demokratischem Potenzial

Nachdem sich die Kommune aus der Lokalen Agenda als Federführer und wie Hanke sagt ohne offizielle Beschlussfassung der Stadtverordneten zurückzog, lief die Agendaarbeit privat weiter. Für Projekte, wie „Eine Kuh für Afrika“ und die Mediationsarbeit an der Carl-Diercke-Schule gab der Förderverein Spenden, so Hanke. Für ihn steht fest: „Die Agenda ist nicht tot, ihr mangelt es an demokratisch-geistigem Potenzial, sowohl von Seiten der Bürger, als auch von der Kommune.“ Er würde sich wünschen, dass es mehr Menschen mit den Worten von Max Frisch halten. Der Schweizer Schriftsteller sagte einst: „Demokratie ist, wenn sich Menschen in ihre eigenen Angelegenheiten beginnen einzumischen.“

Von Sandra Bels

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