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Förderverein Stüler-Kirche

Langen Förderverein Stüler-Kirche

Vor 20 Jahren fand das erste Wildschweinfest in Langen als Benefizveranstaltung für die Stüler Kirche statt. Das wird im September gemeinsam mit 750 Jahre Langen gefeiert. Die Kirchensanierung steht vor dem Abschluss. Zum 20-jährigen Bestehen des Vereins soll als letzte Maßnahme der Altarraum originalgetreu wieder hergestellt sein.

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Friedrich Weber ist Vorsitzender des Fördervereins und Gastgeber des legendären Wildschweinfestes.

Quelle: Peter Geisler

Langen. Sie ist weithin sichtbar und das Wahrzeichen des Ortes: Die Stüler-Kirche in Langen. Sie war in einem erbarmungswürdigen Zustand, als sich einige Langener um Pfarrerin Rose Möllhoff-Mylius vor 20 Jahren zusammensetzten mit dem Ziel, die Dorfkirche zu retten. Einer von ihnen war Friedrich Weber. Der Architekt war 1992 nach Langen gezogen. „Als ich die Kirche sah, dachte, ich, da müsste etwas gemacht werden“, sagt Weber. Für ihn war und ist es selbstverständlich, sich in der neuen Heimat zu engagieren. „Wenn ich hier einen Hof kaufe, bringe ich mich auch im Dorf ein.“ Dazu kommt, dass er aus einem religiösen Elternhaus stammt. Sein Großvater war Pfarrer. So ist für Friedrich Weber die Kirche eine Herzensangelegenheit.

Geburtsstunde des traditionellen Wildschweinfestes

Als die kleine Gruppe sich damals zusammensetzte, hatte sie viele Ideen, so die, einen Förderverein zu gründen. Den gibt es seit 1997. Zurzeit hat er etwa 20 Mitglieder. Das Engagement war da, nur das Geld fehlte. Einen Sanierungsbedarf von drei Millionen hatte ein von der Landeskirche in Auftrag gegebenes Gutachten veranschlagt. Es war klar, dass ein Förderverein aus Langener Bürgern mit ihren Mitgliedsbeiträgen diese Summe nicht stemmen konnte.

„Es war eine glückliche Fügung, dass ich zu einer Wildschweinjagd in Langen eingeladen war. Ich kam begeistert nach Hause und erzählte meiner Frau davon“, erinnert sich Weber. Seine Frau hatte dann den rettenden Einfall , auf dem eigenen Hof ein Wildschweinfest als Benefizveranstaltung für die Kirche ins Leben zu rufen, inspiriert von ihren Urlaubsaufenthalten in Italien, wo so ein Fest Tradition hat. Es sollte gleichzeitig auch ein Dorffest sein. „Es schlug ein wie eine Bombe“, sagt Weber. Mit einem Wildschwein und 20 Liter Bier haben sie damals angefangen, heute sind es sieben bis acht Tiere. „Wir hören immer, das ist das tollste Fest der Region.“ Es auf die Beine zu stellen, bedeutet viel Arbeit. Unterstützung haben Webers von vielen Freiwilligen, allen voran Andreas Bernhardt, Chef des Langener Sportvereins, und Otto Grothe. „Es gelingt uns immer noch, genügend ehrenamtliche Helfer zu finden. Das gibt Hoffnung, dass es weiter geht.“

Sanierung peu à peu

Zwischen 600 und 700  Besucher besuchen zum Wildschweinfest den Weberhof. Der Reingewinn liegt zwischen 2500 und 5000 Euro. „Das ist schon Geld, mit dem wir etwas machen können“, sagt Weber. Das hat der Förderverein in der Vergangenheit bewiesen. Unter anderen wurden die Eingangstüren repariert, das Geläut saniert, die Friedhofskapelle neu gestaltet, das Kirchendach saniert und vieles mehr. Die Friedhofsmauer wurde am Wochenende mit Hilfe vieler Freiwilliger neu gemacht. Aber auch Rückschläge hatte der Verein zu verkraften. Die goldenen Turmuhren waren nach denkmalpflegerischen Vorgaben originalgetreu wieder hergestellt worden. Kosten pro Stück 5500 Euro. Das Geld hatte der Verein zusammen. Als alle Uhren fertig waren, war der damalige Schatzmeister mit der Vereinskasse verschwunden. Ein herber Schlag. Doch Weber wusste Rat. Statt Geschenke zu seinem runden Geburtstag „verpflichtete“ er seine Gäste, für die Kirche zu spenden. Es kam ein ansehnlicher Betrag zustande, das Projekt Uhren war gerettet. Es gibt viele Anekdoten rund um die Kirchensanierung, die Vereinschef Weber erzählen könnte. Wenn er auf 20 Jahre zurück blickt, sieht er nur Gutes „Geld kann man immer beschaffen. Das wichtigste ist die positive Grundeinstellung der Langener.“ Die wollen ihre Kirche erhalten. Sie engagieren sich vielfältig. Ob beim Abriss und Aufbau der Friedhofsmauer, bei den Vorbereitungen und Aufräumarbeiten beim Wildschweinfest oder beim Kuchenbacken: Die Langener sind dabei. „Das Dorf spielt mit, wenn wir Hilfe brauchen“, sagt Weber.

Abschluss der Sanierung in Sicht

Das Ende der Kirchensanierung ist in greifbare Nähe gerückt. Für 2017 ist noch die Restaurierung des Altarraumes geplant. Er soll so wieder hergestellt werden, wie er vor 160 Jahren war. Das wird etwa 45 000 Euro kosten. Laut Weber ist bei der Finanzierung wieder die Hermann Reemtsma Stiftung mit im Boot. Sie wird sich wohl mit mindestens der Hälfte des erforderlichen Betrages beteiligen. Sie hat bereits 80 000 Euro für die originalgetreue Restaurierung der Kirchendecke gestiftet.

Pünktlich zum 20-jährigen Bestehen des Fördervereins soll die Sanierung abgeschlossen sein. „Was wir in den zwei Jahrzehnten geschafft haben, dass hätten wir damals nicht gedacht“, sagt Weber. Am Beispiel der Stüler-Kirche sieht man, was verwirklicht werden kann, wenn viele ein gemeinsames Ziel vor Augen haben.

Von Dagmar Simons

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