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Förderverein belebt das Dorf

Braunsberg Förderverein belebt das Dorf

Der Förderverein in Braunsberg hat als Hauptaufgabe die Förderung der Jugend-Feuerwehr im Statut. Außerdem will er das Dorfleben lebendig erhalten. Seit zweieinhalb Jahren steht Burghard Ladendorf an der Spitze der 32 Mitglieder. Das nächste Projekt ist es, den fast leeren Dorfteich wieder zu dem zu machen, was er einst war: der Dorfmittelpunkt.

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Auf einem alten Foto ist zu sehen, wie der Dorfteich vor vielen Jahren einmal ausgesehen hat.

Quelle: Regine Buddeke (Repro)

Braunsberg. Burghard Ladendorf ist einer, der spontan umdenken kann, wenn es nötig ist. So fackelte der ehemalige Alt Ruppiner beispielsweise nicht lange, als ihm, dem Berufskraftfahrer, ein unerwartetes Angebot unterbreitet wurde. „In Braunsberg hatte die LPG eine Gaststätte ausgebaut, aber keinen Wirt dafür gefunden“, erinnert er sich. Ladendorf sattelte kurzerhand um – er wurde Gastronom. Und Braunsberger. Letzteres ist er geblieben, auch wenn er nach der Wende wieder auf Brummis wechseln musste, weil die Gaststätte – das war in vielen Dörfern nach der Wende so – sich nicht mehr rechnete.

Genauso spontan griff Burghard Ladendorf zu, als es darum ging, den Vorsitz des Braunsberger Fördervereins zu übernehmen. Gegründet wurde der Verein 2010 – mit dem Ziel, das Gemeinschaftsleben im Dorf zu fördern und darüber hinaus die Jugendfeuerwehr zu unterstützen, so steht es explizit in der Vereinssatzung. Als der damalige Vorstand nach fünf Jahren amtsmüde war, übernahm Ladendorf, der inzwischen Rente bezieht, die Zügel. Und kümmert sich darum, dass der Schwung nicht verloren geht.

Burghard Ladendorf

Burghard Ladendorf

Quelle: Regine Buddeke

„Wir würden es gern sehen, wenn aus jedem Braunsberger Haushalt einer im Verein wäre“, sagt er. Derzeit sind es 32 Mitglieder – da ist noch Luft nach oben. „Das Dorf gehört schließlich nicht uns, sondern allen. Also ist es im Interesse aller, wenn sich alle beteiligen“, ist er überzeugt. Und getan wird eine ganze Menge, schon weil die Vereinsbeiträge und die Erlöse der vielen Veranstaltungen ins Dorf investiert werden. „Wenn die Jugendfeuerwehr einen Wunsch hat, versuchen wir den zu erfüllen.“ Etwa der Beamer, der vor zwei Jahren angeschafft wurde, für die Ausbildung des Nachwuchses. „Unsere Jugendwehr ist langsam wieder im Kommen“, freut sich der 62-Jährige.

Im Januar, so berichtet Burghard Ladendorf, beginne das Vereinsjahr mit dem festlichen Weihnachtsbaumverbrennen. Im Februar gibt es ein Skatturnier, im März die jährliche Frauentagsfeier. „Mit der Gemeinde zusammen“, betont er. Denn mit der gebe es ein gute Zusammenarbeit. Im März dann wäre der Frühjahrsdorfputz dran. Auch der Kindertag wird in Braunsberg groß gefeiert – auch der mit der Gemeinde im Doppelpack.

Verschilft, zugewuchert und kaum noch Wasser darin

Verschilft, zugewuchert und kaum noch Wasser darin: So sieht der Dorfteich heute aus. Das soll sich ändern, so wünschen es sich die Braunsberger.

Quelle: Regine Buddeke

„Von Rheinsberg selbst kommt wenig Hilfe“, sagt er. „Eigentlich sollten wir so etwas aus der 3-Euro-Kopfpauschale bestreiten, aber die reicht natürlich nicht. Zumal wir von den rund 450 Euro auch Blumen für runde Geburtstage besorgen.“ Also hilft die Gemeinde: „Die Feste finden immer viel Anklang“, freut sich der Vereinschef. Im Sommer unternehmen die Mitglieder etwas gemeinsam. „Die sollen ja auch was vom Verein haben und nicht nur bezahlen.“ 2015 gab es ein Sommerfest mit Partnern. Für dieses Jahr ist eine Fahrt zum Flößerfest nach Lychen geplant. „Da darf das ganze Dorf mitkommen – die Fahrtkosten übernimmt der Verein“, bietet Ladendorf an.

Im Herbst folgt der zweite Arbeitseinsatz, wenig später wird Halloween gefeiert. „Das hatten wir 2016 als Premiere. Es lief so gut, dass wir es dieses Jahr wiederholen.“ Die Feier findet im Gebäude der Agrargenossenschaft statt – auch die ist ein verlässlicher Partner des Vereins. „Die unterstützen uns immer.“ Mit einer Seniorenweihnachtsfeier und dem feierlichen Aufstellen des Weihnachtsbaumes – „den die Kinder gern schmücken dürfen“, so Ladendorf – klingt das Jahr aus. Fast. Denn im vergangenen Jahr gab es – nach einer Pause von zehn Jahren – endlich wieder eine Silvesterparty.

Zwölf Pappeln sollen gefällt werden

„Da ist das Jahr schnell rum“, resümiert Ladendorf, der für 2017 noch eine große Sache vor hat. „Wir wollen im September die zwölf Pappeln am Dorfteich fällen“, erklärt er. „Die sind ja wie ne Mauer. Und nehmen unserem Teich die Kraft weg.“ Ladendorf weiß, wovon er spricht und zeigt ein altes Foto: Wenn man das mit dem vergleicht, was jetzt den Mittelpunkt des Dorfes beherrscht, ist das ein himmelweiter Unterschied. Eine Pfütze quasi – verglichen mit dem ehemals rund 50 Meter langen und 15 Meter breiten Teich. „Früher haben die Kinder im Teich geangelt und sind winters darauf Schlittschuh gelaufen“, hat Ladendorf selbst erlebt. „Das wollen wir wieder haben“, sagt er. Immer weniger Wasser sei zu sehen. „Vor der Wende wurde zum letzten Mal ausgeschoben, dabei ist wohl auch die wasserhaltende Schicht zerstört worden“, mutmaßt er. Das soll nun anders werden. Rheinsberg habe für die Fällung grünes Licht gegeben.

Ladendorf hofft, dass mit dem sanierten Teich dann auch der Storch in Braunsberg bleibt. 2016 habe der Nabu ein Storchennest samt Mast gesetzt. „Der Storch kam auch, war aber nach zwei Tagen wieder weg. In diesem Jahr nicht anders. Wahrscheinlich hat er zu wenig Nahrung gefunden.“ Er hofft darauf, dass sich das ändert, wenn der Teich erst wieder renaturiert ist. Mit Hilfe der vielen Mitglieder, die in ihrer Freizeit anpacken, sollte das Ziel zu erreichen sein. Und der zentrale Dorfplatz wieder das werden, was er mal war.

Von Regine Buddeke

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