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Förster schrieb Buch über die Natteheide

Papenbruch Förster schrieb Buch über die Natteheide

Seit mehr als einem halben Jahrhundert leben Klaus und Margarete Hartmann im Forsthaus Natteheide bei Papenbruch. Der pensionierte Revierförster entwickelt im Laufe der Jahrzehnte eine enge Bindung zu diesem Standort. Seit zwei Jahren liegt sein Buch über die Natteheide vor. Die Bibliothek in Wittstock verfügt über ein Exemplar.

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Margarete und Klaus Hartmann fühlen sich mitten im Wald am wohlsten.

Quelle: Christamaria Ruch

Papenbruch. Seit dem Mittelalter gehört eine Försterei zur Natteheide bei Papenbruch. Auf einer Karte von 1749 ist das so genannte Wulfshaus eingezeichnet. Seit 1960 leben Klaus und Margarete Hartmann im Forsthaus mitten in der Heide. Und weil der pensionierte Förster Klaus Hartmann im Laufe der Jahrzehnte eine immer engere Bindung zu diesem Standort und Revier entwickelte, fasste er einen Entschluss: Er schrieb ein Buch.

„Es wäre schade, wenn das umfangreiche Wissen um die Natteheide verloren geht und deshalb habe ich viele bekannte Unterlagen gesichtet und auch nach weiteren Inhalten recherchiert“, so Hartmann. Seit 2014 liegt das Ergebnis in Form von 110 Seiten vor. Hinter dem Titel „Natteheide – zur Geschichte eines Forstreviers“ stecken Fakten, Geschichten und Erkenntnisse. Auch wenn das Buch nur in geringer Auflage erschien, verfügt die Bibliothek in Wittstock über ein Exemplar.

„Drei Jahre habe ich geforscht und geschrieben“, sagt Klaus Hartmann. Dafür besuchte er Fachbibliotheken, sichtete wissenschaftliche Arbeiten und befragte viele Waldarbeiter als Zeitzeugen. Kein anderer Förster vor ihm hat so eine Arbeit erstellt. Der 78-Jährige räumt ein, dass er in dem Buch keinen Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit anstrebte. Klaus Hartmann gliedert sein Buch in 13 Themenkomplexe. Dabei geht er auf den Standort, forstpolitische Verhältnisse, Baumaßnahmen im Revier bis hin zur Kirchenchronik und der Forst ein. Naturgemäß widmet er sich auf der mit 35 Seiten längsten Passage dem Komplex Waldbewirtschaftung.

Mischwald prägt die Natteheide

Mischwald prägt die Natteheide.

Quelle: Christamaria Ruch

Die Natteheide heißt hochdeutsch Nasse Heide. Davon war in diesem Jahr bis Ende September nicht viel zu sehen. „Sie ist jetzt knochentrocken – kein Graben führt hier mehr Wasser“, so Hartmann. Zum Zeitpunkt des Gespräches war die Region bereits drei Wochen ohne Niederschlag. Das Waldgebiet Natteheide umfasst ein Gebiet mit 570 Hektar Fläche und wird von Papenbruch, Karstedtshof, Christdorf, Charlottenhof, Grabow und Blandikow umschlossen. Wo sich heute das Forsthaus in Alleinlage befindet, gab es im Mittelalter noch ein Dorf. Ab 1574 wurde Natteheide als „wüste Feldmark mit Dorfstätte“ bezeichnet. 1704 ist das Areal Amtsforst Natteheide und ab 1705 wurde die Dorfstätte über Erbpacht der Gemeinde Papenbruch zugeordnet. „Christdorfer und Papenbrucher Bauern flüchteten während des 30-jährigen Krieges in den Forst Natteheide“, sagt Hartmann.

1960 zog Klaus Hartmann mit seiner Frau Margarete nach Natteheide. Er trat dort die Stelle des Revierförsters an. Zu dem Revier zählten neben der Natteheide auch weitere Areale – insgesamt betreute er 700 Hektar Wald und 28 Waldarbeiter. Wegen der Nässe im Boden erwies sich die Natteheide schon immer als qualitativ besserer Standort. „Das ist ein interessantes Revier“, so Hartmann. Denn: „Hier wuchsen keine reinen Kieferbestände sondern auch viele Laubbäume.“

Das Forsthaus Natteheide

Das Forsthaus Natteheide.

Quelle: Christamaria Ruch

Dabei konnte Klaus Hartmann das Erbe seiner Vorfahren antreten, denn Forstarbeit bedeutet ein Denken und Arbeiten in Generationen. 1971 wechselte er aus gesundheitlichen Gründen die Stelle, blieb mit seiner Familie aber dort wohnen. Er ging in die Forstverwaltung in Karnzow, war dort Waldbauleiter, später noch zwei Jahre Amtsleiter und trat 2002 in den Ruhestand. „Die Einsamkeit hat uns hier nie gestört“, sagt Margarete Hartmann. Die 75-Jährige arbeitete als Kindergärtnerin. Auch ihre beiden Söhne genossen die Kindheit im Wald, auch wenn die Fahrten in die Zivilisation immer mit Aufwand verbunden waren.

Seit 1996 befindet sich in der Nähe des Forsthauses eine Wetterstation. Sie ist eine von insgesamt sechs Brandenburger Stationen, die innerhalb eines internationalen Wetterbeobachtungsprojektes errichtet wurde. Wanderer und Radfahrer steuern seit 2005 die Wanderunterkunft auf dem Platz des ehemaligen Pferdeackers an. Von dort kann beobachtet werden, wie Fuchs und Hase durch die Natteheide streifen. Und seit Generationen gilt das Areal als Fundgrube zum Blaubeersammeln.

Von Christamaria Ruch

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