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Folk-Trio „Huldrelokkk“ spielte in Köpernitz

Der lockende Ruf der Trollweibchen Folk-Trio „Huldrelokkk“ spielte in Köpernitz

Süß-wilde Instrumentals, betörender Sirenengesang und lockend-klagende Violinen: das ist der Klang von „Huldrelokkk“. Das Damentrio hat sich der Folk-Musik Skandinaviens verschrieben – gepaart mit keltischen Einflüssen. In Köpernitz spielten die drei nicht zum ersten Mal. Auch am Sonnabend verlockten sie die Gäste zu einem Waldspaziergang mit Trollen.

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Liv Vester Larsen, Kerstin Blodig und Mia Gunberg Adin (v. l.)

Quelle: Buddeke

Köpernitz. Der Ruf klingt wie Sirenengesang. Dreistimmig wispern und klagen, locken und schmeicheln die Stimmen von Kerstin Blodig, Mia Gunberg Adin und Liv Vester Larsen. Ein wenig Blumen und Laub im Haar, die Mikrofonständer sind mit Blätterranken umhüllt – es sieht ganz so aus, als wären die drei Wesen gerade aus jenen Wäldern geflogen gekommen, über die sie so wunderbar singen. Die 80 Gäste im Köpernitzer Kulturgutshaus lassen sich am Sonntag nur zu gern verlocken, den Rufen zu folgen. Denn das Trio „Huldrelokkk“ ist nicht zum ersten Mal im Gutshaus zu Gast – das letzte Mal waren sie 2012 da – mit ebensolchem Erfolg. Kerstin Blodig gehört zu den ersten Gästen, die überhaupt den Folk nach Köpernitz brachten: damals mit „Norland Wind“, später mit Ian Melrose als „Kelpie“. Die Deutsch-Norwegerin hat sich der skandinavischen und keltischen Musik verschrieben – mit „Huldrelokkk“ – zu deutsch der Ruf der Trollfrau – hat sie sich den Traum der nordischen Damenformation erfüllt: Ihre beiden Mitstreiterinnen kommen aus Schweden und Dänemark. Und sind beide Meister auf ihren Violinen. Mia Gunberg Adin beherrscht überdies die Nykkelharpa – ein schwedisches Streich- und Zupfinstrument, von deren 16 Saiten jedoch nur drei gestrichen werden, erklärt Blodig. „Die übrigen seien sympathisch.“ Heißt, sie schwingen in der Resonanz der anderen mit. Die Schwedin stellt das mit einer schwedischen Polska unter Beweis – nicht zu verwechseln mit einer Polka.

Die skandinavische Mittelalterballade haben die drei stark gekürzt: „Von 435 auf 225 Strophen“, ulkt Blodig. Es geht um einen Ritter, der seine Dame nicht wie üblich einfach raubte, sondern sie zuvor fragte. Die Forderungen, die die Schöne stellte, waren so zahlreich, dass der Held freiwillig umdrehte. „Wir haben Arbeitsgruppen gebildet“, erzählt Blodig augenzwinkernd. „Und sind zu dem Schluss gekommen, dass dies die allererste feministische Ballade des Mittelalters ist.“ Es folgen heitere und traurige Gesänge, bittersüße Instrumentalstücke, ein Lied über die blaue Anemone der Freiheit. „Wenn ihr im Wald spazierengeht, passt gut auf euer Herz auf. Ihr könntet es verlieren.“ Die Warnung kommt zu spät. Das Publikum hat sein Herz längst an „Huldrelokkk“ verloren.

Von Regine Buddeke

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