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Fontane als große Chance fürs Land

Neuruppin Fontane als große Chance fürs Land

Neuruppin bekommt Verstärkung für die Vorbereitung des Fontanejahres 2019. Im Rathaus wird Lisa Wiemer Kulturmanager Mario Zetzsche unterstützen. Das Land sagt zugleich weitere Hilfe zu. Kulturstaatssekretär Martin Gorholt sieht das Jubiläum als große Chance für den Tourismus im Land.

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Staatssekretär Martin Gorholt  (r.) wollte im Neuruppiner Museum von Bürgermeister Jens-Peter Golde (r.) und dem Kulturmanager Mario Zetzsche wissen, wie weit Neuruppin mit den Vorbereitungen für das Fontanejubiläum 2019 ist.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Dass die Zeit zu knapp ist, würde Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde nicht sagen. Ambitioniert ist der Plan vielleicht, aber zu schaffen: Zwei Jahre hat die Stadt noch, dann muss das Programm für das große Fontane-Jubiläum 2019 stehen. Jetzt hat sich die Stadtverwaltung Verstärkung geholt. Lisa Wiemer soll sich im Rathaus vor allem um „Fontane.200“ kümmern, wie das Motto offiziell lautet. Die 27-Jährige hat Kulturmanagement und Kulturvermittlung studiert – zwei Themen, die für 2019 entscheidend sein werden.

Brandenburgs Kulturstaatssekretär Martin Gorholt (SPD) war am Mittwoch in Neuruppin, um sich ein Bild von den Vorbereitungen des Jubiläums zu machen. Das Land hat vor einem Jahr einen offiziellen Fontane-Beauftragten eingesetzt. Der kümmert sich aber vor allem um die Koordinierung der vielen Veranstaltungen, die 2019 im gesamten Land geplant sind. Doch es gibt viel mehr zu organisieren als nur das Programm. Zusätzlich wird die Landesregierung im September oder Oktober einen Steuerungskreis mit Vertretern mehrere Ministerien ins Leben rufen. Der soll unter Vorsitz von Martin Gorholt anfangs alle zwei bis drei Monate tagen, später häufiger.

Wie lockt man die vielen Touristen aus Berlin und Potsdam ins Land?

Die Landesregierung sieht im Fontanejahr 2019 ein enormes Potenzial, „ganz viele Touristen in die Region locken“, sagt Gorholt. Und diese Chance gilt es zu nutzen. Es geht auch darum, Touristen, die ohnehin nach Berlin oder Potsdam kommen, nach Neuruppin und an die vielen andere Veranstaltungsorte zu bringen.

1,83 Millionen Euro wird das Land Brandenburg zusätzlich für das Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag Theodor Fontanes bereitstellen. Das hat der Landtag vor wenigen Wochen beschlossen, Der Großteil des Geldes soll in die drei großen Projekte fließen, sagt Gorholt: in die große Leitausstellung zu Theodor Fontane im Neuruppiner Museum, in eine etwas kleinere Ausstellung zu Fontane im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam und in ein Jugendcamp für Schüler aus ganz Deutschland, das ebenfalls in Neuruppin geplant ist. Fontanes Geburtsstadt soll das Zentrum der Feiern sein, betonte Gorholt am Mittwoch noch einmal: „Wir werde die wichtigsten Sachen in Neuruppin stattfinden lassen.“

Bundeskulturstiftung will Neuruppin unterstützen

Viele Details sollen in den kommenden Monaten geklärt werden. So hofft Martin Gorholt, dass bis Ende des Jahres klar ist, wer Kuratorin der zentralen Leitausstellung im Museum wird. Dafür wollen Land und Stadt die Bundeskulturstiftung mit ins Boot holen. Von dort könnte weiteres Geld kommen, dafür will die Stiftung aber auch mitreden. Wie groß die Fontane-Ausstellung 2019 wird, ist noch ungewiss. „Wir könnten uns aber vorstellen, das gesamte Museum zu bespielen“, sagt Gorholt. Auf jeden Fall soll die Ausstellung Neuruppin auf Dauer etwas bringen, das ist der Bundeskulturstiftung sehr wichtig.

Auch Bürgermeister Jens-Peter Golde ist davon überzeugt, dass das Jubiläum große Chancen birgt. „Fontane wird immer beliebter“, sagt er. Das Fontanejahr 1998 zu Fontanes 100. Todestag hatte 150 000 bis 200 000 Besucher in die Region gelockt. Golde hofft für 2019 auf über 1,5 Millionen Übernachtungen im Ruppiner Land; zuletzt waren es etwa 1,47 Millionen.

Noch muss aber geklärt werden, wie all die Gäste nach Neuruppin kommen sollen. Lässt sich die Verbindung nach Berlin und zur Landesgartenschau in Wittstock bis dahin deutlich verbessern? „Auch das ist ein Thema“, sagt Golde – eines, das noch zu klären ist. Gespräche mit der Bahn gibt es bereits.

Von Reyk Grunow

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