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Fontane in allen Facetten

Neuruppin/Potsdam Fontane in allen Facetten

Zwei Jahre vor der Eröffnung legt die Landesregierung jetzt dem Landtag ein erstes Konzept zu den geplanten Jubiläumsfeiern 2019 vor. Zwei Millionen Euro stellt das Land bereit, um bestmögliche Werbung für Brandenburg als Kulturland zu machen – vor allem fürs Ruppiner Land und Neuruppin als Mittelpunkt.

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Fontane hat viele Gesichter – das will das Land Brandenburg im großen Jubiläumsjahr 2019 beweisen.

Quelle: Julian Stähle

Neuruppin/Potsdam. Theodor Fontane war nicht nur der Romancier, wie ihn heute die meisten Menschen kennen. Er war Journalist, Theaterkritiker, Kriegsberichterstatter, Künstler und Unternehmer. Fontane (1819 – 1898) hat im 19. Jahrhundert als einer der ersten etwas getan, das heute gang und gäbe ist: Er hat Texte geschrieben und versucht, jemanden zu finden, der sie gegen Bezahlung veröffentlicht.

Der eher unbekannte Fontane soll im Mittelpunkt der landesweiten Feiern zu seinem Jubiläum 2019 stehen. Fontane in allen Facetten: Wie umfangreich das Programm sein wird, lässt jetzt eine Kabinettsvorlage erahnen, die die Landesregierung gerade für den Landtag vorbereitet.

Der Autor als ästhetische Instanz, als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens und als Beteiligter im Kulturbetrieb soll demnach 2019 im Zentrum der geplanten großen Leitausstellung stehen, die fast das gesamte Jahr über im Museum in Neuruppin zu sehen sein soll.

Fontane arbeitet im 19. Jahrhundert schon wie Autoren noch heute

Die Ausstellung bildet den innersten Kern des Fontanejahres, um den herum sich dutzende andere Veranstaltungen in ganz Brandenburg ranken sollen, vor allem aber in Neuruppin. Konzipiert wird die große Schau von der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte in Zusammenarbeit mit dem Museum Neuruppin. Sie soll nicht nur Fontanes Arbeitsweise und sein Leben als Autor in den verschiedensten Stilrichtungen zeigen – sie wirft auch einen Blick auf die Lage der Autoren heutzutage.

Eröffnet wird das Fontanejahr 2019 am 30. März in Neuruppin, beendet wird es am 30. Dezember ebenfalls dort. Die Zeit dazwischen will das Land nutzen, um für die Mark als Kulturland zu werben, ganz besonders für das Ruppiner Land und Neuruppin als Zentrum.

Schülerfahrten nach Neuruppin und ein Camp für Jugendliche

Doch es geht nicht nur darum, Fontane bei Touristen bekannter zu machen. Eines der wichtigsten Vorhaben wird die Arbeit mit Jugendlichen aus Brandenburg sein. Das gesamte Jahr über sind Schülerfahrten nach Neuruppin vorgesehen. Fontane soll im Unterricht an den brandenburgischen Schulen eine wichtige Rolle spielen. In Neuruppin wird es außerdem ein Fontanecamp für Jugendliche geben, bei dem es um Fontane digital gehen wird – etwa bei der Arbeit an selbst entworfenen Computerspielen.

Die Fontane-Festspiele in einer erweiterten Form sind fest eingeplant. Die Landesregierung setzt dabei fest auf die weitere Zusammenarbeit der Stadt Neuruppin und der Fontane-Festspiel-Gesellschaft mit Uta Bartsch, Otto Wynen, Peter Böthig und Frank Matthus. Das Literaturmuseum in Rheinsberg wird sich den Autoren in Brandenburg widmen: Fontane, Tucholsky und Co.; die Universität Potsdam bereitet eine internationale Tagung zu „Fontanes Medien“ vor; in Cottbus soll Siegfried Matthus’ Oper „Effi Briest“ uraufgeführt werden. Unter dem Dach von „Kulturland Brandenburg“ wird es 2019 landesweit ein Themenjahr zu Fontane geben. Der „Club der toten Dichter“ um den Komponisten Reinhardt Repke plant nach musikalischen Projekten zu Heine, Busch, Rilke und Schiller 2019 eines zu Theodor Fontane.

Das Land stellt bis 2020 mehr als zwei Millionen Euro bereit

Insgesamt stellt das Land mehr als zwei Millionen Euro bereit, verteilt auf die Jahre 2017 bis 2020. Mit diesem Geld wird auch das zentrale Organisationsbüro in Potsdam finanziert, das die Universität Potsdam gemeinsam mit der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gegründet hat.

Ein guter Teil des Geldes soll aber auch in Marketing und Werbung fließen. In den nächsten Wochen wird eine neue Internetseite mit allen großen Vorhaben 2019 im Land online gehen.

Von Reyk Grunow

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