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Fontanestadt will mehr für den Tourismus tun

Neuruppin Fontanestadt will mehr für den Tourismus tun

Die Stadt Neuruppin will den Tourismus in den kommenden Jahren deutlich besser fördern. Die städtische Inkom soll bis 2019 ein langfristiges Konzept erstellen und die Zusammenarbeit mit den Nachbarorten ausbauen. Nach Rheinsberg ist Neuruppin die Stadt mit den meisten Gästen im Norden Brandenburgs.

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Die Stadt will alle Laternen verkaufen

Tourismus ist in Neuruppin ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Bisher fehlt der Stadt dafür aber ein richtiger Plan.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Fontanestadt will in den kommenden Jahren deutlich mehr für die Förderung des Tourismus tun. Neuruppin wird die eigene Tochterfirma Inkom beauftragen, eine Strategie für die Entwicklung des Tourismus zu entwickeln, die Zusammenarbeit mit den anderen Orten rundherum, vor allem mit Rheinsberg und Lindow, auszubauen und ein Konzept zur Förderung von Firmen zu entwickeln. Bis 2019 will die Stadt dafür rund 77 000 Euro bereitstellen.

„Seit vielen Jahren reden wir darüber, dass man im Tourismus mehr machen könnte und müsste, als es bisher üblich ist“, fasste Vize-Bürgermeister Arne Krohn den Plan am Donnerstag im Bauausschuss zusammen. Doch passiert ist eher wenig. Tatsächlich hatte die Stadt vor Jahren die Wirtschaftsförderung an ihre Tochterfirma Inkom übertragen. Schon damals war die Rede davon, dass sich die Inkom zu einem späteren Zeitpunkt auch verstärkt um die Förderung des Tourismus kümmern sollte – schließlich ist der ein wichtiger Teil der Neuruppiner Wirtschaft. Tatsächlich ist es dazu bisher aber nicht gekommen.

Dabei ist Neuruppin einer der wichtigsten Orte für Urlauber im Norden des Landes. Im Tourismusverband Ruppiner Seenland hat nur Rheinsberg mehr Gäste als die Fontanestadt – allerdings führt Rheinsberg mit großem Abstand.

Großes Lob für die Arbeit des privaten Bürgerbahnhofs

Die Werbung im Tourismus überlässt die Fontanestadt bisher zum einen dem Tourismusverband, der für die gesamte Region zwischen Oranienburg und der Landesgrenze nach Mecklenburg zuständig ist. Um die konkrete Beratung der Neuruppin-Besucher kümmert sich fast ausschließlich eine private Firma, der Bürgerbahnhof am Rheinsberger Tor. Die Bewertungen, die Kunden im Internet zu dessen Arbeit abgeben, sind durchwachsen. Nicht alles klingt positiv. Doch die Stadt ist froh, dass es die Touristinformation gibt. Arne Krohn lobte die Arbeit der Frauen und Männer um die beiden Inhaber Carsten Bennesch und Daniel Schmidt am Donnerstag überschwänglich. „Wir haben mit dem Bürgerbahnhof eine sehr professionelle Touristenberatung“, betonte er. Doch eine langfristige Planung der Stadt in diesem Bereich fehlt bisher: Wo will Neuruppin im Tourismus eigentlich hin und was muss die Stadt dafür tun?

Genau das soll die Inkom herausfinden. Bis 2019 will die Stadt dafür 15 000 Euro zahlen und einen Mitarbeiter aus dem Rathaus zur Tochtergesellschaft entsenden. Das Gehalt übernimmt die Stadt weiterhin.

Inkom braucht weiter einen Zuschuss von der Stadt

Für Siegfried Pieper von der SPD ist es höchste Zeit, dass sich Neuruppin strategische Gedanken zum Tourismus macht. „Das ist genau der richtige Schritt“, sagt er. „Es ist dringend nötig.“ Die Vorausschau sei besonders mit Blick auf das Fontane-Jubiläum 2019 wichtig.

Um die Pläne fürs Fontanejahr soll sich die Inkom aber nicht einmischen, sagte Krohn. Dafür hat die Stadt schon vor Monaten Mario Zetzsche einen eigenen Fontane-Botschafter ernannt. Jetzt geht es um Tourismus als Wirtschaftsfaktor.

Wirtschaftsförderung für Neuruppin und die Nachbarorte ist eine der wichtigsten Aufgaben der Inkom. Dafür bekommt sie bisher 80 000 Euro im Jahr von Neuruppin. Ursprünglich wollte die Stadt diesen Zuschuss ab 2018 streichen. Inzwischen ist klar, dass das nicht klappt. Das Unternehmen erwirtschaftet längst nicht genug, um auf eigenen Füßen stehen zu können. Den Zuschuss wird es deshalb weiterhin geben, kündigte Krohn an.

Von Reyk Grunow

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