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Fotoausstellung von Barbara Metselaar Berthold

Rheinsberg Fotoausstellung von Barbara Metselaar Berthold

Fotos aus 40 Jahren sind im Rheinsberger Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum derzeit zu sehen: Momentaufnahmen der Berliner Fotografin Barbara Metselaar Berthold. Sie zeigt Augenblicke aus dem DDR-Alltag, denen auch Aufnahmen aus der Jetzt-Zeit gegenüber gestellt sind. Mehr als 80 Besucher kamen am Sonnabend zur Vernissage.

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Lebensfreude pur: „Feste in Ostberlin“ heißt die Serie und nicht wenige der Besucher erkannten sich nicht selbst, aber ihr Leben wieder.

Rheinsberg. „Bilder gegen eine visuelle Dummheit. Gegen die Agonie des Realen. Bilder gegen kollektive Amnesie. Und gegen das Wischiwaschi der heutigen banalen Bilderflut“ benennt Laudator Peter Wiedemann das Schaffen von Barbara Metselaar Berthold. „Festbilder und Hassbilder.“ Über 80 Besucher sind am Sonnabend ins Rheinsberger Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum gekommen, um bei der Vernissage von „Land/läufig“ dabei zu sein.

Im Flur läuft eine Dia-Schau von Bildern der Fotografin, die entstanden, als sie 1982 in Rheinsberg den Dokumentarfilmer Volker Köpp begleitete. Für die Besucher der Vernissage war es spannend, ihr altes Rheinsberg wieder so zu sehen, wie es zu tiefsten DDR-Zeiten war. Mehr Freude am Erinnern als Abscheu war in den Gesichtern zu sehen – trotz der Fotos, wo ein Honecker-Bild auf friederizianischer Tapetenmalerei prangt – falls die nicht schon übertüncht war – oder Plastikstühle und spartanische Krankenbetten Preußens Glanz und Gloria trübten. Spannend auch, so Wiedemann:

Schöne, ausdrucksstarke Gesichter

An einer Wand hängt eine Bilderserie mit Porträts, die zwischen 1982 und 1984 entstanden: „Die Freunde – Abschied“ heißt sie. Man kann rätseln: sind es Freunde, die die DDR verließen, bevor Metselaar Berthold es tat. Oder sind es Freunde, die die Fotografin zurückließ, als sie 1984 der DDR den Rücken kehrte. In jedem Fall sind es schöne, ausdrucksstarke Gesichter, die die Wahlberlinerin porträtiert hat: ernste, traurige, nachdenkliche, resignierte aber auch lächelnde und hoffnungsfrohe Gesichter. Gleich gegenüber ein Bilderzyklus mit feiernden jungen Menschen in Ostberlin. Schwarz-weiß wie fast alle Fotos der Schau – aber von einer inneren Farbe und Leuchtkraft wie sonst kaum etwas. „Die wussten zu leben“, schwärmt Hans Scherner, der Mann der aktuellen Rheinsberger Stadtschreiberin Kathrin Schmidt. „Meine Eltern hätten gesagt: dekadent und pornografisch.“ Denn so grau, wie die DDR oft war – so viel Lust und Farbe hatte sie trotz allem. „Da ist so viel Selbstbewusstsein in den Gesichtern“, staunt eine andere Vernissage-Besucherin. „Die haben sich nicht unterkriegen lassen.“

„Barbara Metselaar Berthold hat dichte Beschreibungen geschaffen“, benennt es Peter Wiedemann weiter. „Einer Welt, die teilweise untergegangen ist. Und der Jetzt-Zeit.“ Es sind keine durchkomponierten Szenarien, sondern Augenblicke, die die Fotografin eingefangen hat. Und die einen ganzen Kosmos zeigen, ein Lebensgefühl spiegeln. Zeitgeist pur. Auch den heutigen.

Die Ausstellung ist noch bis 11. Juni im Literaturmuseum zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17.30 Uhr.

Von Regine Buddeke

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