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Fotograf hörte zwei Schüsse bei Lindenberg

Geschützte Vögel in Gefahr Fotograf hörte zwei Schüsse bei Lindenberg

Volkmar Schenk aus Blumenthal ist Hobbyfotograf und Tierbeobachter. Er ging auch am Silvestermorgen auf einen Streifzug durch die Natur – und hörte zwei Schüsse in der Nähe von Lindenberg (Prignitz). Vermutlich am 2. Januar feuerte ein Unbekannter auf zwei Singschwäne in der Prignitz.

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Das ist der Vogelschwarm, der von den beiden Schüssen aufgeschreckt wurde.

Quelle: Volkmar Schenk

Lindenberg. Zwei Schüsse peitschen durch die Morgenluft – ein großer Vogelschwarm fliegt auf. Hobbyfotograf und Tierbeobacher Volkmar Schenk aus Blumenthal hat genau in diesem Moment seine Kamera im Anschlag und hält das Geschehen fest. Das Ganze ereignete sich am Silvestermorgen an einem Feld bei Lindenberg, Richtung Krams/Kunow (Prignitz). Der aufgeschreckte Vogelschwarm habe sich aus vielen verschiedenen Arten zusammengesetzt, unter anderem Kurzhalsgänse, Nonnengänse, Blessgänse, Zwergschwäne – und Singschwäne, sagt Schenk.

Singschwäne waren es auch, die höchstwahrscheinlich am Morgen des 2. Januar bei Laaske (Prignitz) von einem Unbekannten beschossen wurden. Eines der beiden Tiere starb. Ob das Erlebnis des Hobbyfotografen mit den gezielten Schüssen auf die streng schützen Vögel nur zwei Tage später in einem Zusammenhang steht, ist bislang unklar.

Die Orte Laaske und Lindenberg liegen zwar beide im Kreis Prignitz, aber geografisch weit voneinander entfernt. Für Ornithologe Jürgen Kaatz ist diese Beobachtung dennoch „auf jeden Fall hochinteressant“, sagte er am Dienstag und bestätigte, dass sich an dem von Volkmar Schenk beschriebenen Ort ein Rastplatz für Singschwäne befinde und diese gern gemeinsam mit Gänsen auf Nahrungssuche gingen. Er empfiehlt, das Ganze der Polizei zu melden.

Hobbyfotograf Volkmar Schenk beobachtet oft Vögel

Hobbyfotograf Volkmar Schenk beobachtet oft Vögel.

Quelle: Uta Köhn

Allerdings können die Schüsse, die Volkmar Schenk hörte, auch anderen Wildtieren gegolten haben. Denn nach den Jagdzeiten im Land Brandenburg sind im Januar viele Arten zum Abschuss freigegeben, auch Gänse. Bless-, Saat- und Kanadagänse etwa vom 16. September bis zum 31. Januar oder Graugänse vom 1. August bis zum 31. Januar. Dabei dürften sowohl Schrot als auch Einzelgeschosse benutzt werden, vor allem letztere allerdings nur, wenn auch die Sicherheit gewährleistet sei, sagt Werner Sperling, der Vorsitzende des Jagdverbandes Pritzwalk. Allerdings spiele die Gänsejagd in der Jägerschaft der Region keine Rolle, auch er selbst jage diese Vögel nicht. Er betont mit Nachdruck, dass der Jagdverband „aufs Schärfste“ gegen einen Jäger vorgehen würde, sollte sich herausstellen, dass ein solcher auf die Singschwäne geschossen hätte. „Aber ich habe noch nie gehört, dass das ein Jäger getan hat.“ Vor allem will Werner Sperling nun alle Waidmänner sensibilisieren, Augen und Ohren offen zu halten, denn mit Wilderern hätten die Jäger immer mal wieder zu tun.

Dem überlebenden Singschwan nach der Schussatacke bei Laaske gehe es den Umständen entsprechend gut, auch wenn er das regelmäßige Spülen der Wunde natürlich schmerzhaft sei, berichtet Angi Löblich von der Tierauffangstation in Struck.

Trotz der Schüsse widerfährt Schwänen in der Region aber auch Hilfe. Denn in Berlinchen griff Jürgen Kaatz am Dienstag einen jungen Höckerschwan auf. Er saß dort mitten auf dem Dorfplatz – völlig entkräftet, aber unverletzt. Der Ornithologe brachte ihn zu einer offenen Wasserfläche in Neuruppin, wo er sich im Kreise seiner Artgenossen erholen kann. „Leute aus Berlinchen hatten mich angerufen“, sagt Kaatz. Derartige Mitteilungen gebe es immer wieder. „Das klappt richtig gut.“

Von Björn Wagener

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