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Fotosafari durch Hohenofener Fabrikruine

Tag des offenen Ateliers Fotosafari durch Hohenofener Fabrikruine

Sie dürfte das flächenmäßig wohl größte Atelier aller Teilnehmer des diesjährigen „Tags des offenen Ateliers“ sein: die Ruine der Papierfabrik Hohenofen. Denn dort werden Fotokünstler an diesem Wochenende nicht nur ausstellen, sondern sie nehmen die Besucher dort am Sonntag auch mit auf eine Fotosafari.

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Aus der Reihe „Feuerzeichen“ von Petra Walter-Moll.

Quelle: Foto: Privat

Hohenofen. Kunst entsteht zumeist in Ateliers. Fotokünstlern jedoch liegt die ganze Welt als Atelier zu Füßen. Roland Rossner, Peter Thieme und Petra Walter-Moll legen ihren Fokus dabei hin und wieder auf Industriebauten. Am heutigen Sonnabend ist deshalb beim „Tag des offenen Ateliers“ auch die Papierfabrikruine in Hohenofen bei dieser landesweiten Aktion dabei – als das damit wohl größte von allen teilnehmenden offenen Ateliers.

„Industriekultur zwischen gestern und morgen“ lautet der Ausstellungstitel, unter dem die drei Fotografen in Hohenofen ihre Werke zeigen. Das Industriedenkmal wird dazu von 11 bis 18 Uhr geöffnet, wie Ute Fürstenberg vom Förderverein Patent-Papierfabrik informiert.

Roland Rossner und Peter Thieme haben an vielen Orten bundesweit Stätten der Industriekultur dokumentiert. Ihre Fotos zeigen laut Ute Fürstenberg „faszinierende und monumentale Gebäude und Anlagen, darunter ehemalige Hütten, Ziegeleien, Hafenanlagen, Kalkbatterien, Silos und Speicher. Ihrer ursprünglichen Funktion enthoben, werfen sie auch Fragen des Erhalts und der neuen Nutzung auf“. In diesem Zusammenhang reihe sich auch die Papierfabrik Hohenofen ein.

Einen etwas freieren künstlerischen Zugang verfolgen hingegen die Arbeiten von Petra Walter-Moll. Sie hat in der Papierfabrik Spuren einstiger Brandschutzanlagen aufgespürt. Denn die Produktion fand einst unter permanenter Feuergefahr statt. „In ihrer Serie mit dem Titel ,Feuerzeichen’ leuchten Reste von Feuerlöschern und Markierungen wie Signale der Erinnerung“, kündigt Ute Fürstenberg diese Bilder an.

Auch am Sonntag ist das Bauwerk geöffnet. Petra Walter-Moll und Peter Thieme laden Fotointeressierte für 11 Uhr zu einer Führung ein. Dabei geht es um die Fabrik als Fotomotiv. Diskutiert werden dabei Themen wie: Detailaufnahme oder Weitwinkel? Wie ist das Licht? Farbe oder Schwarzweiß?

Wer sich vorab noch einen Eindruck von den Fotokünstlern verschaffen möchte, findet Einblicke in die Arbeiten von Roland Rossner auf dessen Internetseite www.roland-rossner.de. Rossner studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie an der Uni Köln. Er ist nicht nur Fotograf, sondern auch Maler und Zeichner.

Peter Thieme studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Er arbeitet als Fotograf, Dozent und Kurator. Weitere Infos sind unter www.peterthieme.com zu finden.

Petra Walter-Moll studierte an der Uni Leipzig Journalistik. Dem schloss sich ein Fotografiestudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig an. Sie ist nunmehr bildende Künstlerin, Fotografin und Kuratorin und informiert über sich auf der Seite www.buchpapierkunst.de.

Für den seit Jahren aktiven Papierfabrik-Verein bieten solche Aktionen wie das „Offene Atelier“ willkommene Gelegenheiten, um erneut auf den dringend notwendigen Erhalt der Anlage hinzuweisen. Sie gilt als letzte in dieser Form erhaltene Papierfabrik ihrer Art in Europa. Der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist sie im Herbst daher ein hochkarätig besetztes Benefizkonzert wert: Als Teil der zusammen mit dem Deutschlandfunk initiierten, diesjährigen Reihe „Grundton D“ treten am 7. August der Akkordeonspieler Vincent Peirani und der Saxofonist Emile Parisien in Hohenofen auf.

Von Matthias Anke

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