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Ostprignitz-Ruppin Franziska Zänker macht Holz gefügig
Lokales Ostprignitz-Ruppin Franziska Zänker macht Holz gefügig
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00:31 21.01.2016
Franziska Zänker in ihrem Atelier in Neumühle an einem „Amöbiusband“. Quelle: Peter Geisler
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Alt Ruppin

„Ich möchte etwas Ungewöhnliches aus dem Holz herausholen, etwas, bei dem man zuerst denkt, es geht gar nicht“, sagt Franziska Zänker, während sie einen Streifen aus dünnem Sperrholz biegt, in sich verschlingt, verschraubt. Gefällt ihr das Ergebnis, entsteht so eines ihrer „Amöbiusbänder“, eine Wortschöpfung aus Amöben, den Einzellern ohne feste Körperform und Möbiusband, jenem Band, das entsteht, wenn man einen Streifen Papier um 180 Grad verdreht und beide Streifenenden zusammenklebt.

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Verschlungene Formen

„Es ist ein spielerisches Ausprobieren, das Ergebnis ist nicht genau planbar. Es ist wie eine Kettenreaktion“, so die Künstlerin in ihrem Atelier im Kornspeicher Neumühle bei Alt Ruppin. Für ihre Holzobjekte fertigt sie manchmal zuerst Modelle aus Pappe. Danach werden die Einzelteile zugesägt, geschliffen, verleimt, farbig gebeizt und lackiert. Die Beize zieht in das Holz ein und deckt dessen Struktur nicht zu. Der Lack bringt die Farben zum Leuchten. Dass die Lebendigkeit der Holzmaserung erhalten bleibt, ist Franziska Zänker sehr wichtig. Neben mehreren, den Raum und dessen Wände gestaltenden Objekten finden sich im Atelier Arbeiten aus gedrechseltem, anschließend zerschnittenem und zu einer neuen Form zusammengefügtem Holz. „Zustände“ etwa assoziiert eine Menschengruppe: Gebeugt, gegen den Sturm ankämpfend, suchend, aufrecht, alt, jung? Jeder findet seine eigene Interpretation. Kunst regt zum Sehen, Erleben, Fühlen an.

Zänkers Kunst ist auf Weihnachtsmärkten der Renner

In einem Regal an der gegenüberliegenden Seite des Ateliers stehen Leuchter und schlichte Engel; bei den Kunden besonders zum alljährlichen Weihnachtsmarkt im Kornspeicher beliebt. Etwas weiter finden sich Objekte aus Draht. „Am Draht fasziniert mich, dass er wie eine Linie ist, etwas Grafisches hat.“

Grafiken gestaltet Franziska Zänker in Schablonentechnik. Verschiedene Schablonen mit aussagekräftigen Formen und einem klaren Umriss übersprüht sie mit Farben. „Was so entsteht, kann auch ein wenig versponnen sein. Das macht mir viel Spaß“, sagt die Neuruppiner Künstlerin und lacht.

Franziska Zänker, geboren 1976 in Halle, ist im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern nach Neuruppin gezogen. In einem Künstlerhaushalt aufgewachsen – ihre Mutter Ursula Zänker ist Keramikerin in Karwe bei Neuruppin – wurde sie selbst nie zur Kunst gedrängt. „Das hat sich dann später einfach so ergeben“. Nach dem Abitur, einer Tischlerlehre in Neuruppin und einem Jahr Arbeit in der Werkstatt von Möbelrestaurator Manfred Neumann, studierte sie an der Fachhochschule für angewandte Kunst in Schneeberg, die sie 2003 als Diplomdesignerin verließ.

Für die Liebe zur alten Heimat verließ sie die Großstadt

Nach einem Existenzgründerkurs in Dresden kam das Angebot von Manfred Neumann, sich ein Atelier im ehemaligen Kornspeicher Neumühle bei Alt Ruppin einzurichten, den der Möbelrestaurator gerade für seinen Betrieb restauriert hatte. Nach kurzer Überlegung siegte bei Franziska Zänker die Liebe zur Heimat und sie kehrte der Großstadt den Rücken. Seither arbeitet sie in Neumühle und an einem Tag in der Woche als ausgebildete Kunsttherapeutin in den Ruppiner Kliniken.

Mehrere öffentliche Gebäude hat die Künstlerin in den vergangenen Jahren mitausgestaltet. Arbeiten von ihr sind in der Karl-Liebknecht-Schule, in der ASB-Kita Bummi, im Evangelischen Kindergarten in Neuruppin und in einer Kinderarztpraxis in Kyritz zu sehen. Wandbilder und hölzerne Rollobjekte für den neuen Kindergarten in Lindow entstehen in diesen Wochen. Im Sommer ist eine Ausstellung in der Galerie am Bollwerk in Neuruppin geplant. „So eine Ausstellung ist immer ein Anreiz, Neues zu schaffen. Ich arbeite gern mit dem Raum und in der Galerie dort gibt es wirklich tolle Wände“, sagt Franziska Zänker. Kunstinteressierte dürfen also gespannt sein und sich auf die neue Ausstellung freuen. Besucher sind im Atelier in Neumühle jederzeit willkommen.

Von Peter Geisler

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