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Frauen-Power im Wittstocker Rathaus

Großer Tag der Wolle Frauen-Power im Wittstocker Rathaus

Rund 45 Frauen beteiligten sich am Donnerstag an der großen Strick­-Aktion im Wittstocker Rathaus. Dort entstanden drei Säcke voller warmer Kleidungsstücke. Sie werden am 21. Dezember in Berlin an Bedürftige verteilt – beim Essen für Obdachlose, zu dem der Sänger Frank Zander seit zwei Jahrzehnten einlädt.

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Ilona Köppe (r.) begann schon im Sommer damit, für die Aktion zu stricken. Sie war am Donnerstag zusammen mit Leokardia Böhm (l.) im Wittstocker Rathaus dabei.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Geballte Frauen-Power hat es am Donnerstag im Wittstocker Rathaus gegeben: Die Wolle türmte sich auf den Tischen und viele fleißige Hände machten daraus Schals, Mützen, Pullover, Socken oder Handschuhe. All das wird am 21. Dezember beim traditionellen Weihnachtsessen für Obdachlose im Berliner Estrel-Center an die Bedürftigen verteilt. Bereits seit 2013 sorgt Initiatorin Doris Sperling dafür, dass möglichst viele selbst gestrickte Sachen denen zugute kommen, die sie am dringendsten brauchen. Das Stricken im Rathaus sollte zusätzliche Aufmerksamkeit auf die Aktion lenken. Denn sie lebt von ihren Unterstützern.

Masche für Masche etwas Gutes tun

Eine von ihnen ist Ilona Köppe, die am Donnerstag hinter einem großen Berg selbst gestrickter Sachen saß und Masche für Masche weitere Stücke hinzukommen ließ: 56 Paar Socken, 20 Schals und vier Mützen – so nannte sie nüchtern ihren bisherigen Produktionsumfang. Um das zu schaffen, ging die Seniorin das Ganze langfristig und systematisch an. „Ich fange ja schon im Sommer an und stricke dann eigentlich das ganze Jahr über“, erzählte sie. Sie beteiligte sich gern an der Aktion. Bis zum Mittag wollte sie im Rathaus dabei sein. Danach werde es ihr zu anstrengend, vor allem für die Augen. Denn das Licht im Rathausfoyer ist eher schummerig. Damit musste auch Leokardia Böhm klar kommen, die neben ihr saß. Einen Tisch weiter strickten Petra Schellin und Monika Seidel. Für alle Helferinnen gab es Kaffee und Kuchen.

Verstärkt wurde die Runde von mehreren Frauen der Wittstocker Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (WBQG). Violetta Hellmuth, Monika Hilgers und Andrea Schultz waren ebenfalls mit von der Partie. Außerdem konnten sich die Strickerinnen oder auch andere Besucher anschauen, wie Stoffe entstehen und Wolle ganz traditionell bearbeitet wird. Das zeigten Frauen der WBQG, die dafür historische Handarbeitsgeräte im Foyer aufgebaut hatten.

Traditionelle Wollbearbeitung

Traditionelle Wollbearbeitung: Frauen der WBQG zeigten, wie es geht.

Quelle: Björn Wagener

Insgesamt etwa 45 Frauen hätten sich an der Aktion im Rathaus beteiligt, berichtete die Initiatorin Doris Sperling nach dem Stricktag. Sie hatte zuvor extra dafür gesorgt, dass genügend Wolle von den Sammelstellen ins Rathaus gebracht wird, damit dort gearbeitet werden konnte.

Wie viele Kleidungsstücke insgesamt entstanden sind, hatte Doris Sperling am Ende der Aktion noch nicht gezählt. Es seien aber drei blaue Säcke voller Sachen neu hinzugekommen – und das an einem Tag, resümiert die engagierte Wernikowerin. „Es sind wirklich wunderschöne Sachen darunter“, sagte sie. Auch hätten die Frauen eine neue Stricktechnik für Socken herausgefunden. Der Bürgermeister Jörg Gehrmann schaute ebenfalls vorbei – und habe einen Schal geschenkt bekommen.

Fleißig

Fleißig: Monika Seidel (l.) und Petra Schellin bei der Arbeit.

Quelle: Björn Wagener

Die Strick-Aktion für Obdachlose und Bedürftige läuft weiter. Wer mitmachen möchte, kann sich bei den Sammelstellen in drei Orten Wolle holen und die fertigen Sachen dann auch wieder dort abgeben. Abgeschlossen wird die große Strickaktion voraussichtlich am 15. Dezember.

Die Sammelstellen

Gestricktes und Wollspenden können abgegeben werden:
– in Wittstock: Rote-Mühle-Quartier, Friedrich-Schiller-Straße 26,  033924/7 05 15.

Das 21. Weihnachtsessen für Obdachlose findet am 21. Dezember im Berliner Estrel-Center statt.

Von Björn Wagener

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