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Ostprignitz-Ruppin „Frauen können viele Dinge besser“
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Frauen können viele Dinge besser“
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02:15 14.03.2016
Doreen Vogelei spielt seit vielen Jahren beim satirischen Frauentheater „Unverblümt“ mit. Quelle: Luise Fröhlich
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Neuruppin

Doreen Vogelei hat genug von überschminkten Püppchen, die sich kleinlaut hinter ihren Männern verstecken und sich unter Wert verkaufen. Die 50-Jährige aus Wustrau ist eine Kämpferin und engagiert sich unter anderem im Vorstand des Vereins Neuruppiner Frauen für Frauen. Inneres Selbstwertgefühl, sagt sie, ist der Schlüssel zur Stärke einer Frau. Im MAZ-Interview erklärt sie, warum und wie die Frau den Geschlechterkampf gewinnt.

MAZ: Frau Vogelei, die Frauenwoche gibt es in dieser Art bislang nur in Brandenburg. Wie wichtig ist diese Tradition?

Doreen Vogelei: Sehr wichtig. Der Kampf um die Emanzipation hat schließlich Jahrhunderte gedauert und für viele Frauen ist es wahnsinnig wichtig, erhört zu werden. Dieser Kampf muss einfach immer wieder in Erinnerung gerufen werden. Es gab so einige Frauenrechtlerinnen, die bekannte Persönlichkeiten geworden sind. Die nachfolgenden Generationen beschäftigen sich immer weniger damit. Mein Gefühl derzeit ist leider, dass vieles von dem, was mühsam erkämpft worden ist, für selbstverständlich genommen wird und die Kampfeslust lässt etwas nach.

Warum ist das so?

Vogelei: Ich denke, dass manche Frauen sich ihrer Wichtigkeit in der Gesellschaft nicht bewusst sind. Es gibt Frauen, die sich gern zurücklehnen und in die übliche Rolle der Mutter und Hausfrau fallen. Sie nutzen ihre Kraft nicht für sich selbst, sondern nur für andere. Gleichzeitig gibt es auch Männer, die noch nichts von Gleichstellung gehört haben. Aber wo ist denn der Beweis, dass Frauen weniger wert sind als Männer? Frauen können viele Dinge besser. Sie sind zum Beispiel von Natur aus sozialkompetenter, da sie ja schon immer die Kinder großgezogen und sich um die Familie gekümmert haben. Aber macht eine Frau in einer Führungsposition einen Fehler, wird damit viel kritischer umgegangen, als wenn der Mann den Fehler macht. Das ist ungerecht, letztlich sind wir doch alle nur Menschen.

Sind Frauen Ihrer Meinung nach immer noch in stereotypen Mustern gefangen?

Vogelei: Nein, die klassische Aufteilung ist eigentlich nicht mehr üblich. Männer übernehmen ja auch oft und gerne Aufgaben, die früher nur der Frau zugeschrieben waren, wie zum Beispiel Elternzeit. Ich habe schon den Eindruck, dass Frauen nicht mehr so sehr in den alten Werten verwurzelt sind.

Woher stammen diese Eindrücke?

Vogelei: Ich arbeite im Jobcenter und habe deshalb regelmäßig mit jungen Leuten zu tun. Aber man kann das auch überall in der Öffentlichkeit sehen. Ich finde es erschütternd, wenn sich junge Frauen verbiegen, um den Männern gefallen zu wollen. Wenn sie einfach nur noch Beiwerk sind, ihre Intelligenz an der Garderobe abgeben und der Kleiderständer des Mannes sind. Manche kommen damit gut durchs Leben, sind aber auch austauschbar.

Was macht eine starke Frau aus?

Vogelei: Frauen sind aus ihrem inneren Selbstwertgefühl heraus stark, ganz ohne laut oder dröhnend sein zu müssen. Es sind ihre inneren Werte und die Weisheit – Dinge, die man gar nicht an der Optik festmachen kann. Aber auch das Wissen um die eigenen Grenzen und die Fähigkeit, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, beweisen Stärke. Frauen sind außerdem unheimlich gut darin, zu ihren Fehlern zu stehen, daraus zu lernen und an ihnen zu wachsen.

Was sollten Männer in der Frauenwoche nicht tun?

Vogelei: Sie sollten nicht wie auf Kommando zum Blumenladen rennen und etwas vorheucheln. Wenn sie der Frau eine Freude machen wollen, dann muss es von Herzen kommen. Männer sollten das ganze Jahr über besonders zu ihrer Partnerin sein, und zwar aus dem eigenen Empfinden heraus. Wenn ein Mann keine Blumen schenkt, muss die Frau das im Gegenzug aber auch akzeptieren, denn sie hat sich den Mann nun mal so ausgesucht. Das ist eine Frage der Einstellung.

Sollte es mehr Frauenrechtsveranstaltungen in der Region geben?

Vogelei: Na, ja, hinter diesen Veranstaltungen, die relativ regelmäßig stattfinden, stecken gute Ideen. Aber wir werden ja kaum wahrgenommen. Wenn es mehr Resonanz gäbe, hätte es schon längst mehr Veranstaltungen gegeben. Ich meine, wer dafür einstehen möchte, der kümmert sich auch, aber es ist immer der gleiche kleine Kern, der etwas organisiert. Wenn es um Partys und Unbeschwertheit geht, sind immer viele Leute dabei. Für alles andere gibt es tausend Gründe, etwas nicht zu machen. Jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben, aber beim Backen helfen die wenigsten.

Starke Frauen

1991 organisierten engagierte Frauen, Gleichstellungsbeauftragte, Vertreterinnen von Frauenverbänden und Netzwerken die erste Brandenburgische Frauenwoche. Seitdem findet sie jährlich um den Frauentag am 8. März herum statt.

Diese traditionelle Frauenwoche ist einmalig in Deutschland und steht immer unter einem anderen Motto.

Für ihre Rechte gekämpft haben viele Frauen, unter ihnen zum Beispiel Clara Zetkin. Sie forderte Wahlrecht, freie Berufswahl und besondere Arbeitsschutzgesetze für Frauen. Von 1891 bis 1917 war sie Herausgeberin der SPD-Frauenzeitung „Die Gleichheit“.

Regine Hildebrandt, die als „Mutter Courage“ des Ostens bekannt wurde, trat im Herbst 1990 als Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen in die erste brandenburgische Landesregierung ein. Sie wurde weit über die Landesgrenzen hinaus wegen ihres außergewöhnlich offenen, volksnahen Auftretens populär.

Die Journalistin Alice Schwarzer gilt als eine der bekanntesten Frauenrechtlerinnen in Deutschland. In den 70er Jahren kämpfte sie hauptsächlich für das Recht auf straffreien Abbruch ungewollter Schwangerschaften. Sie initiierte viele Aktionen und Publikationen gegen das damalige Gesetz.

Interview: Luise Fröhlich

Von Luise Fröhlich

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