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Ostprignitz-Ruppin Frauenduo öffnet die Dorfkirche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Frauenduo öffnet die Dorfkirche
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12:11 16.10.2017
Birgit Buro (l.) und Angela Röhl sind schon viele Jahre für die Dorfkirche in Biesen im Einsatz. Quelle: Christamaria Ruch
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Biesen

Der Schlüssel für die Kirche in Biesen befindet sich bei Birgit Buro und Angela Röhl in guten Händen. Die beiden Frauen sind in ihrem Heimatdorf seit ihrer Kindheit fest verwurzelt und können auf Wunsch jederzeit Auskunft über das Gotteshaus geben.

Doch der Andrang hält sich in Grenzen. „Nur ein- oder zweimal im Jahr kommen Besucher hierher und möchten sich die Kirche ansehen“, zieht Birgit Buro Bilanz. Seit 2005 steht sie auf Wunsch für Kirchenführungen bereit – im Wechsel mit Angela Röhl. Damals übernahm Buro nach dem Tod von Elsbeth Wille dieses Ehrenamt.

Auch wenn nur wenige Gäste in die Kirche hineinschauen, finden sich das Gebäude sowie die Reste der 500 Jahre alten Bergulme auf vielen Fotos wieder. „Viele halten hier nur mal an und fotografieren die Kirche und den Baum“, so Buro. Bis 2003 trieb der Baum immer aus, doch dann folgte das Ulmensterben und von dem einst mächtigen Koloss blieben nur noch Reste übrig. „Hier haben wir als Kinder immer gespielt und sind durch den Baum geklettert“, erinnern sich die Frauen.

Der Taufengel stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Er wurde beim Entrümpeln des Dachbodens gefunden. Quelle: Christamaria Ruch

„Das ist eine schöne Gemeinschaft durch die Kirche“, sagt Angela Röhl. Beide Frauen wirken schon viele Jahre im Gemeindekirchenrat mit – dieser heißt nach den Fusionen der letzten Jahre Ortskirchenrat (OKR). Angela Röhl ist zugleich Vorsitzende vom Ortskirchenrat. Inzwischen treffen sich die Christen in Biesen nur noch alle drei Monate zum Gottesdienst. Dieser Umstand ist dem Pfarrermangel geschuldet, wie Buro und Röhl bedauern. „Bis vor einigen Jahren gab es jeden Monat einen Gottesdienst und von den 120 Gemeindemitglieder in Biesen kommen 15 bis 20 regelmäßig“, sagt Angela Röhl.

Das Gotteshaus stammt aus dem Jahre 1707 und bietet 100 Besuchern Platz. Im Sommer feierte die Kirchengemeinde das 310-jährige Bestehen der Kirche (die MAZ berichtete).

Von außen zeigt sich die Kirche als schmuckloser Putzbau, doch wer den Innenraum betritt, gerät ins Staunen. Die Kassettendecke ist mit Blütenmotiven ausgemalt. Diese Motive stammen aus der Sanierung im Jahre 1927. Die Besonderheit an der Decke ist die Taube, der Harnisch und ein Wappen, die nur in einer einzigen Kassette dargestellt sind. Bereits 1926 wurde der Kirchturm bei Nacht und Nebel abgetragen.

Die Ausmalung der Kassettendecke stammt von 1927. Quelle: Christamaria Ruch

Und das alles nur, um schließlich die gesamte Kirche zu sanieren. Die Bedingung für den Bau eines neuen Turms war damals, dass auch das Dach neu gedeckt, neue Glocken eingebaut und die Orgel saniert wird. Dies ist alten Dokumenten zu entnehmen.

Die Orgel wurde 1825 von Ernst Julius Marx aus Ballenstedt gebaut. Regelmäßig setzt sich Kirchenmusiker Uwe Metlitzky an das Instrument und begleitet die Gottesdienste. Die schwungvoll angelegte dreiseitige Empore ist mit Bibelversen sowie mit Blütenmotiven verziert. Das achteckige Taufbecken erhielt vor zwei Jahren einen neuen Anstrich. Auch die beiden Kronleuchter im Altarraum stammen aus dem Jahr 2015. Der neue Teppich im Kirchenschiff wurde bereits 2014 ausgerollt. „Mit Spenden und Kollekten haben wir das alles geschafft“, Birgit Buro. „Einmal im Jahr investieren wir in kleine oder größere Dinge für die Kirche. Damit zeigen wir den Leuten auch, dass sich immer wieder etwas hier verändert und damit bleiben die Menschen auch neugierig“, sagt Angela Röhl.

Anfang der 1970er Jahre erfolgte der Einbau der Winterkirche an der Stelle, wo sich bis dahin der Kanzelaltar befand. Gisela Bengsch bestickte das Antependium, also den Altarvorhang. Jeder erste Mittwoch im Monat gehört den Senioren. Dann treffen sie sich am Nachmittag in der Winterkirche, trinken gemeinsam Kaffee und tauschen sich über biblische Themen aus. Auch wenn die Gemeinschaft in Biesen intakt ist, wünschen sich Birgit Buro und Angela Röhl mehr Unterstützung, etwa beim Rasenmähen.

Die Orgel erklingt bei jedem Gottesdienst. Quelle: Christamaria Ruch

Bei einer Entrümpelung entdeckten Gemeindemitglieder vor Jahren den maroden Taufengel aus der Zeit Anfang 18. Jahrhundert. Dieser fristete ein Schattendasein auf dem Dachboden. „Wir wussten gar nicht, dass es hier mal einen Taufengel gab“, sagt Birgit Buro. Mittlerweile ist der Taufengel wurmfrei, weil er vor einiger Zeit im Rahmen einer Kirchenbegasung gereinigt wurde. „Dieses Jahr zu Weihnachten stellen wir den Taufengel in der Kirche aus. Dafür wird jetzt eine Kiste mit Glasdeckel gebaut“, so Birgit Buro.

Von Christamaria Ruch

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