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Frauenhaus kämpft um zusätzliche Stelle

Neuruppin Frauenhaus kämpft um zusätzliche Stelle

Der Neuruppiner Verein „Frauen für Frauen“ hat bisher erfolglos versucht, eine zusätzliche Stelle für die Kinderbetreuung im Frauenhaus zu beantragen. Dabei würden gerade die Kinder eine Bezugsperson brauchen, der sie ihr Herz ausschütten können, sagt Mitarbeiterin Michaela Rönnefahrt. Geld für pauschale Stellenförderung sei aber nicht da.

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Frauenhaus und -zentrum sind 1991 eröffnet worden, den Verein gibt es seit 1990.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der Neuruppiner Verein „Frauen für Frauen“ kämpft vergebens um eine zusätzliche Stelle für die Kinderbetreuung in seinem Frauenhaus. Seit vier Jahren würden dafür Anträge beim Jugendamt der Kreisverwaltung gestellt, sagt Mitarbeiterin Michaela Rönnefahrt. „Am Ende hieß es aber immer, für die Stelle sei kein Topf da und wir sollen auf vorhandene Stellen zurückgreifen.“ Das würde das Team bereits tun, aber bei vielen Situationen würden die Kinder einfach spezielle Hilfen benötigen, sagt Michaela Rönnefahrt.

„In ganz Brandenburg gibt es nur ein Frauenhaus mit zusätzlichem Mädchen-Jungen-Bereich und das ist in Potsdam“, erzählt die Vereinsmitarbeiterin. Rönnefahrt sagt außerdem, dass auch andere Frauenhäuser diese Problematik kennen würden. Seit Jahresbeginn hat das Neuruppiner Frauenhaus 16 Frauen und 19 Kindern Unterschlupf gewährt. Aktuell leben dort vier Frauen und sechs Kinder.

Personelle Möglichkeiten sind ausgeschöpft

„Es wäre wichtig, dass eine Bezugsperson kontinuierlich für die Kinder da ist“, sagt Michaela Rönnefahrt. „Wir haben schon für die Frauen nicht genügend Zeit und für die Kinder noch weniger – dass sie mal zu Wort kommen und das Erlebte loswerden können.“ Natürlich sei auch eine zusätzliche psychologische Betreuung neben der pädagogischen hilfreich. Immer wieder müssten sich die Mitarbeiter um verhaltensauffällige Kinder kümmern. „Wir sehen im Moment einfach keine Möglichkeit, wie wir die Kinder am besten mit ihren Problemen abholen können“, sagt Michaela Rönnefahrt.

Aktuell hätten zwar alle Kinder einen Kindergartenplatz, aber es habe teilweise auch schon Schwierigkeiten gegeben, Hort- oder Schulplätze zu bekommen – um all das könnte sich ein zusätzlicher Mitarbeiter gezielt kümmern. „Wir können mit dem vorhandenen Personal nicht ausreichend auf die Kinder eingehen. Fragen, wie es ihnen geht oder wie wir die Situation erleichtern können“, sagt Michaela Rönnefahrt. „Und auch die Mütter, die zu uns kommen, müssen in ihrer Sensibilität für die Kinder gestärkt werden.“ Hin und wieder seien Praktikantinnen im Haus, die sich dann um die Kinder kümmern. Aber natürlich sei das nicht vergleichbar mit einer vollen Stelle und es könne von keinem Praktikanten verlangt werden, dass er eine komplette pädagogische Betreuung leiste, so Michaela Rönnefahrt.

Kein Geld für pauschale Stellenförderungen

„Die Aussage, dass das Jugend- und Betreuungsamt kein Budget für die pauschalen Förderungen von Personalstellen beim Frauenhaus hat, ist richtig“, heißt es vom Jugendamt des Kreises auf Anfrage. „Der größte Teil der Leistungen erfolgt auf Basis eines individuellen Rechtsanspruchs. Das heißt, es erfolgt nicht die pauschale Finanzierung von Stellen bei freien Trägern, sondern es wird eine Leistung für den Einzelfall finanziert.“ Auch das Frauenhaus sei Träger der Jugendhilfe und habe eine Entgeltvereinbarung mit dem Jugend- und Betreuungsamt. Daher sei grundsätzlich die Finanzierung von Einzelfallhilfen möglich, sofern diese als die notwendige und geeignete Hilfe angesehen werde.

Ein anderer Teil der Leistungen der Jugendhilfe werde ausgeschrieben – in diesem Jahr sei das unter anderem im Bereich der Erziehungsberatung der Fall gewesen. Der Zuschlag zur Leistungs­erbringung erfolge dann jedoch nicht durch das Jugendamt, sondern durch die politischen Ausschüsse. Auch liege aktuell kein entsprechender Antrag für eine zusätzliche Stelle zur Kinderbetreuung im Frauenhaus vor, sagt Jugendamtsleiter Andreas Liedtke.

Von Josephine Mühln

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