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Freiwillige pflanzen junge Buchen

Zechlinerhütte Freiwillige pflanzen junge Buchen

Helfer aus ganz Deutschland unterstützen nördlich von Rheinsberg den Waldumbau. Die Waldbegeisterten kommen zum inzwischen zehnten Mal.

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Mit dem „Göttinger Fahrradlenker“ graben die Freiwilligen Pflanzlöcher in den Boden.

Quelle: Peter Geisler

Zechlinerhütte. Der Schnee fällt in dichten Flocken. Das Grün des Waldbodens ist längst nicht mehr zu sehen. An einzelnen Stellen sprenkelt jedoch braune Erde den Schnee. Freiwillige des Vereins Bergwaldprojekt haben Pflanzlöcher gegraben und junge Bäumchen in den winterlichen Boden gesetzt. Bis zum kommenden Wochenende wollen sie 15 000 kleine Buchen in die Kiefernmonokultur bei Adamswalde gepflanzt haben. Im Winterwetter ein anspruchsvolles Projekt.

Zum inzwischen zehnten Mal engagieren sich Freiwillige aus ganz Deutschland in dem nördlich von Rheinsberg gelegenen Revier. Etwa 1700 Hektar Wald gehören zu dem Gebiet. „Zu 91 Prozent mit Kiefern bestanden“, sagt Ray Hübner von der Landeswaldoberförsterei Steinförde. In den kommenden Jahren sollen mehr und mehr Laubbäume die schnurgeraden Kiefernreihen ersetzen. Einen nicht ganz kleinen Teil dieses Umbaus übernehmen freiwillige Helfer, die dem Wald eine Woche Arbeitszeit schenken.

Der Waldumbau braucht Helfer

„Alleine schaffen wir diesen Umbau nicht“, sagt Hübner. „Die Kapazitäten dafür sind einfach nicht da.“ Die Forst beauftragt deshalb Fremdfirmen für einige der Arbeiten. Immer wieder holt sie auch die Mitstreiter des Vereins Bergwaldprojekt zu Hilfe. Auf etwa 40 Hektar Wald, die zuvor reiner Kiefernbestand waren, haben die Helfer in den vergangenen zehn Jahren Buchen und Eichen gepflanzt.

Aber sie übernahmen auch viele andere Aufgaben: Sie bauten Hochsitze, rissen alte Zäune ab, räumten Flächen und halfen, ein Moor wieder zu vernässen. In diesem Jahr reißen sie bei Adamswalde viele junge Traubenkirschen aus – die Förster wollen ein Ausbreiten der invasiven Art in den heimischen Wäldern verhindern. „Für uns ein Unkraut“, sagt Hübner. „Unter Traubenkirschen findet keine natürliche Verjüngung mehr statt.“

Projektförster  Henning Rothe begleitet die Gruppe der Freiwilligen

Projektförster Henning Rothe begleitet die Gruppe der Freiwilligen

Quelle: Peter Geisler

1986 hatte Greenpeace das Bergwaldprojekt zunächst in der Schweiz gegründet. Seit 1991 arbeitet sich der Verein auch in Deutschland. Engagierten sich die Naturschützer anfangs ausschließlich in den Mittelgebirgen, sind sie inzwischen in ganz Deutschland im Einsatz. „Dabei ist das Revier Adamswalde durchaus beliebt“, sagt Projektförster Henning Rothe. Die Nähe zu Berlin und Hamburg, die schönen Seen und ein flaches Gelände, das sich auch für Anfänger anbietet – manche Teilnehmer kommen jedes Jahr wieder.

Laura Richter pflanzt zum ersten Mal in ihrem Leben Bäume. Die Geoökologie-Studentin war eigentlich auf der Suche nach einem Praktikum, als sie das Bergwaldprojekt entdeckte – und ist begeistert. „Es ist einfach toll, sich den ganzen Tag draußen zu bewegen und mal was anderes zu machen“, sagt sie. Fern des Schreibtischs erhofft sie sich zudem Einblicke in Waldwirtschaft und ökologische Zusammenhänge.

Traubenkirschen riechen nach Bittermandel

„Ich wünsche mir praktische Erfahrungen“, sagt die junge Frau aus Bayern. Am ersten Tag war sie beim Ausreißen der Traubenkirschen eingeteilt – und stellte sich eine ganz naheliegende Frage: Wie erkennt man eine Traubenkirsche im Winter? „Am dunklen Stamm, am krautigen Wuchs. Und sie riecht nach Bittermandel – sie hat einen Geruch, der eigentlich ganz typisch ist.“

Jana Siebenbroth ist schon zum zweiten Mal in das Revier bei Adamswalde gekommen, um bei der Pflanzaktion mit anzupacken. „Ich mag die Gegend hier“, sagt Siebenbroth. Auch die Arbeit in der Gruppe, die langen Tage im Freien gefallen ihr. Professionelle Forstarbeiter pflanzen bis zu 600 Bäumchen am Tag. Die freiwilligen Helfer schaffen weniger. Egal, sagt Projektförster Rothe. „Das ist hier keine Akkordarbeit. Wir haben einen ganz guten Ruf, was die Pflanzqualität anbelangt.“

Frühstückspause im Schnee

Frühstückspause im Schnee.

Quelle: Peter Geisler

Auch Rothe hat mal als Freiwilliger beim Bergwaldprojekt angefangen. Nach dem Abi hatte er sich zu einem Einsatz gemeldet. „Dann bin ich der Sache treu geblieben.“ Inzwischen betreut er Gruppen in ganz Deutschland. Die Bergwaldprojekte böten auch Nichtprofis die Chance, sich für den Wald zu engagieren und Wissen zu sammeln, sagt er. „Wir alleine werden den Wald nicht retten – aber wir können eine Idee weiter geben.“

Von Frauke Herweg

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