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Ostprignitz-Ruppin Fretzdorfer Extrem-Radler
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fretzdorfer Extrem-Radler
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00:16 07.05.2016
Uwe Lehmann aus Fretzdorf fährt fast täglich Rennrad. Quelle: Björn Wagener
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Fretzdorf

In diesem Jahr will es Uwe Lehmann wissen: Der Fretzdorfer hat sich für die Mecklenburger Seenrundfahrt angemeldet. Klingt gemütlich, wird aber sehr anstrengend. Denn die Tour für gut trainierte Hobby-Radler geht über gut 300 Kilometer – von Neubrandenburg über Burg Stargard, Feldberg, Neustrelitz, Röbel, Malchow, Nossentiner Hütte, Alt Schönau, Möllenhagen und Penzlin wieder zurück nach Neubrandenburg. Los geht es entweder am 27. Mai zwischen 20 und 22 Uhr oder am 28. Mai zwischen 4.30 Uhr und 7 Uhr. Wann er auf die Strecke geht, kann jeder Fahrer für sich selbst entscheiden. Er sollte die Distanz allerdings bis zum 28. Mai, 0 Uhr, hinter sich gebracht haben. Denn so lange ist das Ziel geöffnet. Es geht dabei nicht um Sieg oder Niederlage, bestenfalls um den Sieg über sich selbst. Uwe Lehmann will diese Herausforderung annehmen. Mit der Startnummer 2393 wird er sich unter das mehr als 2000 Teilnehmer umfassende Fahrerfeld mischen und dabei das Trikot der Seen-Rundfahrt tragen.

Vergangenes Jahr auf den Geschmack gekommen

„Wenn mir jemand vor zehn Jahren gesagt hätte, dass ich eine solche Tour mitmache, hätte ich ihm einen Vogel gezeigt“, sagt er. Auf den Geschmack gekommen sei er im vergangenen Jahr, als er bei einer Autofahrt den Radlern der damaligen Seen-Rundfahrt begegnete. „Da dachte ich mir, das würde ich auch gern mal machen.“ Schließlich ist der Forstmann kein Radfahr-Anfänger. Seit 2007 fahre er jeden Tag um die 30 Kilometer, einfach um fit zu bleiben. Begonnen habe er damit, um seine „Wohlstandskilos“ los zu werden. Dass er sich dafür ausgerechnet das Radfahren aussuchte, hat auch mit einem alten Kindertraum zu tun.

„Mit zehn, zwölf Jahren habe ich mir ein Rennrad gewünscht.“ Damit klappte es zwar nicht ganz, aber „ich bekam immerhin einen Rennlenker für mein Diamant-Fahrrad“. Etwas später, als er zur Jugendweihe ein Moped erhielt, habe das Fahrrad ohnehin keine Rolle mehr gespielt – vorerst jedenfalls. Bis er sich irgendwann an diesen Wunsch erinnerte und ihn sich schließlich erfüllte. Seine heutige Form hat er sich hart erarbeitet. „Ich habe mit kleineren Fahrten angefangen, Herrentagsrunden oder mal nach Herzsprung. Anfangs musste ich mich ganz schön quälen.“ Doch nach und nach arbeitete sich Uwe Lehmann an immer längere Distanzen heran – 20, 50, 100 bis schließlich 200 Kilometer – von Fretzdorf, Herzsprung, Wittstock, Sewekow, Mirow, Neustrelitz, Feldberg, Lychen, Menz, Fürstenberg, Rheinsberg und wieder nach Hause. Neun Stunden benötige er für so eine Strecke. Fazit: „Man sollte danach nicht absteigen und eine Stunde Pause machen, denn dann kommt man nicht mehr aufs Rad.“

In 45 Minuten den Brocken hinauf

Also weiter. Denn Lehmanns Fähigkeiten sich selbst zu motivieren, scheinen beinahe grenzenlos. „Noch fünf Stunden mehr und du bist da“, dachte er sich, als er schließlich mit dem Gedanken spielte, an der Mecklenburger Seen-Rundfahrt teilzunehmen. Auch fuhr er im Mai 2015 von Schierke aus den Brocken hinauf – in 45 Minuten. Uwe Lehmann traut sich die Mecklenburger Seenrundfahrt inzwischen zu. „Heute fehlt mir richtig was, wenn ich nicht fahre.“ Er will die Tour möglichst gut vorbereitet angehen. Sein Rad ließ er kürzlich extra noch mal vom Fachmann durchchecken. Zwar werde für Verpflegung gesorgt, aber dennoch will er sich eine Reihe von Utensilien und sogar ein Ersatzrad mitnehmen – für alle Fälle. Da das alles schlecht in einen Rucksack passt, werde ihn auf der Tour ein Freund in einem Auto begleiten, das heißt, jeweils ein paar Kilometer vor oder hinter ihm sein. Mit dem vielen Treten habe er keine Probleme. Am ehesten werden wohl Arme und Nacken zu schmerzen beginnen, vermutet Uwe Lehmann. Am wichtigsten sei das Wetter. Regen wäre eher schlecht. Aber wie auch immer: Er will es durchstehen. Für die Rundfahrt habe sich übrigens noch ein weiterer Fahrer mit dem Namen Uwe Lehmann angemeldet. Er komme aus Schönfließ.

Von Björn Wagener

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