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Freude in Wuthenow

Zuschuss für neuen Dorftreff Freude in Wuthenow

Seit fast 20 Jahren kämpfen die Wuthenower für den Bau eines neuen Dorfgemeinschaftshauses. Jetzt sind sie ihrem Ziel etwas näher gekommen: Von Neuruppin soll es in diesem Jahr einen Zuschuss von 150 000 Euro geben. Bauen wird die Stadt das Haus aber nicht. Als Treffpunkt ist das Gebäude der Agrargesellschaft vorgesehen.

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Die Wuthenower wollen das Verwaltungsgebäude der Agrargesellschaft als Treff für ihr Dorf umbauen.

Quelle: Peter Geisler

Wuthenow. Axel Noelte klingt glücklich. Der Ortsvorsteher von Wuthenow kann sich das Lächeln kaum verkneifen. Jahrelang haben die Wuthenower für ein eigenes Dorfgemeinschaftshaus nach ihren Vorstellungen gekämpft. So nahe wie jetzt waren sie ihrem Ziel vielleicht noch nie. Und das liegt nicht zuletzt an einer Zahl, die Noel­te jetzt im Neuruppiner Hauptausschuss bestätigt bekommen hat: Wuthenow kann in diesem Jahr mit 150 000 Euro Zuschuss für seine Dorftreffpläne aus der Stadtkasse rechnen.

Hauptausschuss hat schon zugestimmt

Axel Noelte hatte zwar auf das Geld gehofft. Dass der Betrag nun aber wirklich im Etat der Stadt steht, kann er trotzdem kaum glauben. „Ich bin richtig aus dem Häuschen“, sagt der Ortsvorsteher. Der Hauptausschuss hat schon zugestimmt, die Stadtverordneten entscheiden Ende Februar.

Schon vor Jahren hatten sich die Ortsvorsteher geeinigt, wie sie den jährlichen Zuschuss der Stadt für ihre Dörfer aufteilen wollen. 2015 war das Geld fest für den Umbau der alten Kita in Gnewikow zu einem Dorfgemeinschaftshaus vorgesehen. 2016 sollte Wuthenow an der Reihe sein.

Ortsvorsteher, Vereinschef und Geschäftsführer der Agrargesellschaft

Ortsvorsteher, Vereinschef und Geschäftsführer der Agrargesellschaft: Axel Noelte.

Quelle: Peter Geisler

Die Stadtverwaltung hatte im Vorfeld einige Auflagen erteilt. Unter anderem wollte sie einen festen Vertragspartner im Dorf. „Wir haben deshalb einen Verein zur Förderung des dörflichen Lebens gegründet“, sagt Axel Noelte. Dass eine Vereinsgründung derart aufwändig wird, hätte er vorher nicht gedacht. Doch mit Hilfe eines Anwalts haben die Wuthenower es inzwischen geschafft, alles eintragen zu lassen. Zehn Mitglieder hat der Dorfverein zurzeit, Noelte als Ortsvorsteher ist auch Vereinsvorsitzender.

Und er ist noch in einer dritten Rolle mit im Boot: als Geschäftsführer der Wuthenower Agrargesellschaft. Dem Unternehmen gehört ein Verwaltungsgebäude an der Dorfstraße, das die Wuthenower als ihren künftigen Treffpunkt auserkoren haben. Die Stadt Neuruppin hatte es abgelehnt, die Räume von der Agrargesellschaft zu kaufen, also bleibt den Wuthenowern nichts weiter übrig, als es selbst zu tun. Alle anderen Vorschläge für ein Dorfgemeinschaftshaus hat der Ortsbeirat als völlig ungeeignet abgelehnt.

Verein will das Gebäude von der Agrargesellschaft kaufen

Der aktuelle Plan sieht vor, dass der neu gegründete Verein das Gebäude erwirbt und es dann als Dorfgemeinschaftshaus umbaut. Die Agrargesellschaft gehört seit einigen Jahren zum Landwirtschaftskonzern KTG; der Gesellschafter habe einem Verkauf schon zugestimmt, sagt Noelte. Zu welchem Preis, das sagt er nicht.

„Die 150 000 Euro sind für uns eine große Hilfe“, sagt der Ortsvorsteher. Fest steht aber auch für ihn, dass das Geld für Kauf und Umbau nicht reichen wird. Die Wuthenower hoffen auf zusätzliche Fördermittel. Noelte hat schon Kontakt zum Büro Blau aufgenommen. Die Berater aus Berlin hatten sich über Jahre im Auftrag der Stadtverwaltung um die Belange der Ortsteile gekümmert und sich dabei viel Vertrauen in den Dörfern erworben. Neuruppin hat für die Dienste des Büros allerdings kein Geld mehr. Noelte hofft, die Berater zumindest für Wuthenow mit Sponsorenhilfe aus der Vereinskasse bezahlen zu können. Er will sich und seinen Mitstreitern aber nichts vormachen: „Klar ist, dass so ein Projekt nicht in ein oder zwei Jahren zu stemmen ist.“

Von Reyk Grunow

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