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Freyenstein: Tausende Bücher ziehen um

Bibliothek geht ins Schloss Freyenstein: Tausende Bücher ziehen um

Die Bibliothek in Freyenstein zieht um. Pakete mit rund 5000 Büchern, CDs, DVDs und Zeitschriften müssen dafür gepackt werden. Es geht von der alten Schule ins zweite Obergeschoss des Schlosses. Die Räume dort sind eindrucksvoll, aber zunächst nur über eine Treppe zu erreichen. Der Fahrstuhl wird erst nächstes Jahr eingebaut.

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Ute Merten und Thomas Koppermann laden eine Kiste mit ausrangierten Medien auf den Transporter.

Quelle: Björn Wagener

Freyenstein. Verpacken, kennzeichnen, bereitstellen: Die Bibliothek in Freyenstein zieht um. Es geht von der ehemaligen Schule ins frisch sanierte zweite Obergeschoss des Schlosses. Rund 5000 Medien – CDs, DVDs, Zeitschriften und vor allem Bücher – müssen bewegt werden. Für die Helfer-Mannschaft um Leiterin Christine Neumann bedeutete das in den vergangenen Tagen jede Menge Arbeit. Rund 500 Kartons mussten gepackt werden. Um den Überblick nicht zu verlieren und das Einräumen am neuen Standort zu erleichtern, wurden die Medien nach Themen und Bereichen sortiert und die Kartons dann entsprechend beschriftet und farblich markiert. Verschlissene Artikel, die den Weg ins Schloss erst gar nicht mit antreten, wurden bereits aussortiert und entsorgt. So leerten sich Stück für Stück die Regale, die natürlich ebenfalls mit ins Schloss ziehen. Am Dienstag rückte eine Umzugsfirma an, die damit begann, die Sachen an ihren neuen Bestimmungsort zu transportieren. Arbeit gibt es in den nächsten Tagen noch genug.

Die hellen Räume im zweiten Obergeschoss des Freyensteiner Schlosses werden das neue Domizil der Bibliothek

Die hellen Räume im zweiten Obergeschoss des Freyensteiner Schlosses werden das neue Domizil der Bibliothek.

Quelle: Björn Wagener

Der große Raum im zweiten Obergeschoss und das angrenzende Turmzimmer sind für die Bibliothek reserviert. Vor allem die hellen Dielen und die Deckenbalken im Hauptraum versprühen ein historisches Ambiente im modernen Gewand. Dort sollen künftig die Medien ihren Platz finden. Dem Turmzimmer sei ein bestimmter Themenschwerpunkt vorbehalten: Archäologie und mittelalterliche Geschichte(n). Christine Neumann nennt als Beispiel regionale Literatur oder Romane speziell zu diesem Thema.

Die neuen Räume sind vorerst allerdings nur über eine Treppe zu erreichen. Ein Aufzug sollte eigentlich längst eingebaut sein, aber laut Bauamtsleiter Friedhelm Kanzler habe es Probleme mit der beauftragten Firma gegeben. Folge: Es muss eine andere Firma beauftragt werden. Deshalb geht Kanzler davon aus, dass der Fahrstuhl wohl erst Mitte kommenden Jahres zur Verfügung stehen wird.

Christine Neumann (l) und Martina Kabisius beim Packen

Christine Neumann (l.) und Martina Kabisius beim Packen.

Quelle: Björn Wagener

Wegen des Umzugs ist die Bibliothek in dieser Woche noch geschlossen. Wann es am neuen Standort weitergeht, kommt darauf an, wann der Umzug beendet ist. Eigentlich sollte es ab Montag, 9. November, so weit sein, aber noch ist offen, ob das wirklich zu schaffen ist. Ausgeliehene Medien, die in dieser Woche hätten zurückgegeben werden müssen, wurden automatisch verlängert.

Das Empfangsbüro des Archäologischen Parks zieht ebenfalls mit ins Schloss. Es soll dort in den sanierten Raum für die Tourist-Information integriert werden. Der Umzug der wertvollen Funde und Exponate rund um den Archäologischen Park werde von einer Museologin betreut, sagt Christine Neumann und weist darauf hin, dass Führungen durch den Park trotz des Umzugs bewältigt würden. Allerdings endete am 31. Oktober die touristische Saison. Das heißt, es wurde auf Winterbetrieb umgestellt. Das wiederum bedeutet, dass Führungen zwar stattfänden, aber nur für Gruppen mit mindestens zehn Personen. „Interessenten sollten auch beachten, dass die Anlage bereits winterfest gemacht wurde, das heißt, Banner wurden schon abgenommen.“ Grundsätzlich seien Führungen in der Winterzeit auch witterungsabhängig. Weihnachten und Silvester fänden keine Führungen statt. Doch die kommende Saison wirft schon ihre Schatten voraus. Künftig solle das Schloss ein attraktiver Ort für Eheschließungen, Tagungen und Veranstaltungen sein, so Christine Neumann. Auch Angebote für Schulklassen stünden im Fokus und würden entwickelt.

Sanierungsfall Schloss

Das Schloss in Freyenstein entstand um 1560. Es wird seit 2012 saniert. 2,7 Millionen Euro aus verschiedenen Fördertöpfen sowie Eigenmittel der Stadt Wittstock stehen dafür zur Verfügung.

Die Sanierung bezieht sich aber aus finanziellen Gründen nur auf das Erdgeschoss und das zweite Obergeschoss. Das erste Obergeschoss bleibt außen vor.

Im Erdgeschoss soll das Tourismusbüro untergebracht werden. Dort gibt es auch eine große Hofstube für Veranstaltungen oder Feste.

Für die Bibliothek ist es nicht der erste Umzug. Ursprünglich befand sie sich bereits im Schloss. 1994 zog sie vom dortigen Obergeschoss ins Erdgeschoss. Im Jahr 2000 ging es dann ins Freyensteiner Rathaus am Marktplatz – und von dort wiederum in die ehemalige Schule in der Altstadt. Von dort geht es nun wieder ganz nach oben ins Schloss.

Von Björn Wagener

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