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Freyensteiner entführen ins Mittelalter

Im Schatten der Burg Freyensteiner entführen ins Mittelalter

Kampfszenen gehörten im Mittelalter zum Alltag. Ein Streit auf der Straße konnte schnell tödlich enden. Wie das beispielsweise in Freyenstein Mitte des 12. Jahrhunderts ausgesehen haben könnte, war am Sonnabend beim Stadtfest zu beobachten. Dort zeigten Laienkünstler das Stück: „Wie Freyenstein (beinahe) zur Stadt wurde“.

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Marktfreuen verfolgen das Geschehen.

Quelle: Christamaria Ruch

Freyenstein. Sie fackeln nicht lange und zücken ihre Schwerter oder Stöcke. Dann metzeln sie mit Kalkül den Gegner nieder und lassen ihn im Burggraben verrecken. Ja, Mitte des 12. Jahrhunderts gehörten Kampfszenen wie diese zum Alltag. Auch in und um Freyenstein behielten schlagende Argumente die Oberhand. Und mitten in diese Zeit zogen die Laiendarsteller um Stefan Lischnewski am Sonnabend das Publikum beim Feyensteiner Stadtfest.

Johannes Bulawa (links) und Jörn Walther im Gespräch

Johannes Bulawa (links) und Jörn Walther im Gespräch.

Quelle: Ruch

Unter dem Titel „Wie Freyenstein (beinahe) zur Stadt wurde“ kam das aufwendig einstudierte Stück des vergangenen Jahres erneut auf die Bühne. Allerdings: „Wir haben das vom Vorjahr bekannte Ende abgewandelt, denn es soll ja spannend bleiben“, verriet Stückeschreiber und Regisseur Stefan Lischnewski kurz vor dem Gang in das Rampenlicht. Und: „Es ist wie bei einer klassischen Fernsehserie – das Ende bleibt offen und die Fortsetzung folgt viel später.“ Dabei verknüpft sich die Geschichte der Stadtwerdung mit der von Robin Hood. Lischnewski schlüpft in die Rolle von Retter Robert, der ein Herz für das Gute im Menschen besitzt. Die 20 Akteure punkten in erster Linie mit einer Bilderbuchkulisse. Denn die Burg Freyenstein, auch als altes Schloss bekannt, bildete den Hintergrund für das Spektakel. Dabei schoben die Techniker allerdings keine Bühnenbilder im Laufe der sieben Akte. Vielmehr wechselte das Publikum mehrmals die Sitzplätze und verfolgte von verschiedenen Perspektiven vor oder auf dem Burghof das bunte Treiben.

Der Erzähler (Thomas Koppermann) sorgt für spezielle Effekte

Der Erzähler (Thomas Koppermann) sorgt für spezielle Effekte.

Quelle: Ruch

1147 streckt das mecklenburgische Fürstengeschlecht von Werle seine Finger in Richtung Freyenstein aus. Der Havelberger Bischof läuft Nikolaus von Werle in die Arme und übergibt ihm Freyenstein. „Ich nehme persönliche Rache an dem fetten Popen aus Havelberg. Denn der Bischof bot mir Freyenstein als Lehn an oder wir hätten das Drecksnest gestürmt“, sagt von Werle (Arnold Flau) in derber Sprache. Versprecher wie „die Streitmacht kampferprobter Mütter (gemeint sind eigentlich Ritter) honoriert das Publikum mit Szenenapplaus. Überhaupt lässt die gut 90-minütige Aufführung den Darstellern trotz der historisch schweren Kost ausreichend Raum für Fantasie. Davon kann auch Souffleuse Ilka Eisermann ein Lied singen. „Es gibt keine großen Hängepartien und wenn sie stecken bleiben, wandeln sie den Text selbst ab.“ Da gerät Eisermann mitunter ins Schwitzen, um wieder die richtige Stelle zu finden.

Eine Augenweide ist die schöne und blonde Bäckertochter Marie (Jessica Steinberg). Sie verdreht dem Retter Robert gehörig den Kopf. Doch von Werles Stimme hallt über den Burghof. Er sagt: „Marie hegt aufrührerische Gedanken gegen die Obrigkeit.“ Dafür landet sie im nahe gelegenen Kerker. Die durchweg maßgeschneiderten Kostüme von Freyensteiner Frauen überzeugten einmal mehr mit ihrer Detailtreue. Spezielle Effekte brachte Thomas Koppermann in seiner Rolle als Erzähler. Er blies vor jeder Ansage in ein Waldhorn und dieses Signal verkümmerte zur Freude des Publikums immer mehr zu einem Trötenschrei.

Ein Flohmarkt mit einer bunten Auswahl von Spielzeug, Keramik bis hin zu Stauden und Gehölzen, eine breite kulinarische Strecke mit vielen Gaumenfreuden oder auch das Harfenkonzert auf dem Burghof und der spätere Abendtanz im Schlosspark rundeten das pralle Freyensteiner Stadtfestprogramm ab.

Von Christamaria Ruch

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