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Ostprignitz-Ruppin Freyenstein kämpft um Dorf-Konsum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Freyenstein kämpft um Dorf-Konsum
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14:33 11.02.2015
Mit Protestplakaten wehren sich die Freyensteiner gegen eine mögliche Schließung ihres Supermarkts. Quelle: Repro: Björn Wagener
Freyenstein

Die mögliche Schließung wollen die Freyensteiner nicht so einfach hinnehmen. Deshalb war die Ortsbeiratssitzung am Montagabend gleichzeitig auch eine Einwohnerversammlung, bei der es darum ging, wie der Laden gerettet werden könnte. Wolfgang Kyek war nicht dabei. Ohne ihren Center-Kauf werde es vor allem für ältere Menschen, die weniger mobil sind, schwierig, sich mit den Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen. Und nicht nur das: Es sei zu befürchten, dass die Schließung eine Abwärtsbewegung in Gang setzt und womöglich auch das Fleischereigeschäft schließen könnte, was in der Summe wiederum Wegzüge von Einwohnern verursachen könnte. Zudem sei der Laden auch ein beliebter Treffpunkt für den einen oder anderen Plausch, hieß es am Montagabend.

Eine offizielle Mitteilung über die bevorstehende Schließung des Center-Kaufs liege dem Ortsbeirat nicht vor, sagte Ortsvorsteher Manfred Engel. Dennoch war bereits in der vergangenen Woche die Nachricht von der drohenden Schließung durchgesickert. Daraufhin hatten einige Freyensteiner um Christa Ziegenbein Protest-Plakate gemalt, mit denen sie am Montagvormittag vor Ort auf das Problem aufmerksam machten.

Neue Möglichkeiten für Supermarkt im Gespräch

 

Ideen der Anwohner sollen gesammelt werden

In Freyenstein steht man da noch ganz am Anfang. Doch der Druck wächst. Bereits die Schließung der Schule im Jahr 2008 sei ein heftiger Schlag gewesen. Jetzt auch noch den Einkaufsladen zu verlieren, wäre in den Augen vieler Einwohner fatal. Christa Ziegenbein ermutigte die Einwohner daher, Ideen einzubringen, wie die Situation gerettet werden könnte. "Wenn es 100 Vorschläge gibt, wovon vielleicht 93 unbrauchbar sind, dann gäbe es immer noch sieben, aus denen sich etwas machen ließe", sagte sie und schlug vor, einen Postkasten einzurichten oder eine E-Mail-Adresse. Manfred Engel sagte, dass er solche Ideen gern entgegennehmen wolle.

"Wir müssen auf jeden Fall Leute herbekommen, sonst ist hier in 50 Jahren Schluss. Da brauchen wir auch keinen Archo-Park mehr", sagte ein Gast aus der Runde und bekam Unterstützung von anderen: "Wir wollen hier leben, nicht nur alte Gebäude angucken." Kritisiert wurde zudem, dass es bei Investitionen meist nur um das Schloss und den Archo-Park gehe, nicht aber um strukturelle Verbesserungen.

Thema soll zum Politikum werden

Um die Lebensqualität in Freyenstein zu halten, sehen der Ortsbeirat und viele Einwohner auch die Stadt Wittstock in der Pflicht. "Wir müssen das Thema zu einem Politikum machen", warf Manfred Engel in die Runde. Die Stadt müsse investieren, so die Forderung. Bauamtsleiter Friedhelm Kanzler sieht durchaus Potenzial in dem gesamten Komplex, inklusive Hof. Allerdings müssten für eine Sanierung rund 1,3 Millionen Euro ausgegeben werden. Das Problem: "Es gibt keine Förderung dafür, weil das Gebäude nach 1948 erbaut wurde." Die Stadt müsste also ganz allein investieren, wozu sie finanziell aber nicht in der Lage sei, so Kanzler.

Demnächst will der Ortsbeirat einen Termin mit Bürgermeister Jörg Gehrmann vereinbaren, um sich der Problematik gemeinsam zu nähern. "Mein größter Wunsch ist, dass der Ort nicht untergeht.", sagte Manfred Engel.

Von Björn Wagener

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