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Friedensdemo erreicht Kyritzer Lokalpolitik

Protest zeigt Wirkung Friedensdemo erreicht Kyritzer Lokalpolitik

Erstmals haben sich zumindest einige Kyritzer Stadtverordnete zu den Forderungen der Kyritzer Friedensdemonstrationen positioniert. Die von den Initiatoren angeschobene Petition wurde mittlerweile von rund 400 Bürgern der Stadt unterzeichnet.

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Die Gruppe ist überschaubar, aber hartnäckig: Seit über vier Monaten demonstriert sie wöchentlich auf dem Kyritzer Marktplatz.

Quelle: André Reichel

Kyritz. „Kyritz – Stadt des Friedens.“ Auf diesen Titel, den sich die Stadt 2003 auf Beschluss der Stadtverordneten selbst verlieh, beruft sich die kleine Gruppe von Demonstranten, die seit November jeden Montag auf dem Marktplatz zusammenkommt. Knapp 400 Kyritzer haben bislang die Petition der Gruppe unterzeichnet, die sich für ein Ende des Krieges in Syrien, für die friedliche Lösung von Konflikten und den Stopp aller Waffenlieferungen einsetzt. Insgesamt haben sich aktuell über 600 Menschen diesen Forderungen aus Kyritz angeschlossen.

Gesammelt und registriert wurden die Unterschriften über die von einer gemeinnützigen Institution betriebenen Internetseite www.openpetition.de. Über diese Organisation wurden jetzt auch die Kyritzer Stadtverordneten angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. Von vier der 18 Stadtverordneten war keine E-Mail-Adresse bekannt. Eine weitere Adresse war offenbar nicht korrekt.

Inzwischen, eine Woche später, haben sich vier Stadtverordnete auf die Anfrage hin zu der Petition geäußert, und zwar durchweg zustimmend. Alle unterstützen eine Diskussion der Petition in der Stadtverordnetenversammlung. „Eine Unterstützung dieser Bürgerinitiative ist für mich als linker Politiker, Bürger und Stadtverordneter von Kyritz (,Stadt des Friedens’) eine Selbstverständlichkeit“, schreibt Dieter Groß (Linke).

Seine Fraktionskollegin Anja Büchner sieht das genauso. Sie schreibt: „Ich lehne Kriegseinsätze der Bundeswehr generell ab (u. a. Syrien, Afghanistan, Mali, Irak). Das Ergebnis des ,Krieges gegen Terror’ in Syrien beispielsweise ist ein zerstörtes Land, über zehn Millionen geflüchtete Menschen, rund eine viertel Million Tote und ein erstarkter IS.“

„Es kann nicht sein, dass Deutschland Waffen in Krisengebiete liefert. Dagegen müssen wir uns überall wehren, auch in den Kommunen. Ich trete dafür ein, dass die Stadt Kyritz, die schon vor vielen Jahren einem Bündnis von Städten für den Frieden beigetreten ist, dieses Engagement öffentlich wieder stärker betont“, äußert Franz Josef Conraths (Grüne).

Erster Kyritzer Ostermarsch für Frieden

Für den Ostersonntag (27. März) ruft die Initiative „Kyritzer Bürger für Frieden“ zum 1. Ostermarsch für Frieden in der Stadt auf. Treffpunkt ist um 14 Uhr der Marktplatz der Stadt.

Eine kurze Ansprache soll die Veranstaltung eröffnen. Tauben werden als Friedenssymbol in den Himmel steigen. Für Kinder gibt es Luftballons und kleine Osterüberraschungen. Auch ein musikalischer Beitrag ist in Vorbereitung.

Nach einer kleinen Runde durch die Innenstadt geht es weiter in Richtung Seeufer.

Die Ankunft am Fähranleger bildet den offiziellen Abschluss. Es besteht die Möglichkeit, zur Inselgaststätte überzusetzen.

Und Thomas Settgast (SPD) erklärt: „Ich wünsche mir eine friedliche, diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts. Alle an den kriegerischen Auseinandersetzungen direkt und indirekt Beteiligten sollten möglichst schnell in Verhandlungen Kompromisse finden, die den Menschen in Syrien die Chance auf einen politischen und persönlichen Neuanfang in ihrer Heimat bietet.“ Weitere Stellungnahmen aus der Lokalpolitik liegen bislang nicht vor.

Der Begriff „Kyritz – Stadt des Friedens“ hat zwischenzeitlich unter den Aktiven in der Stadt übrigens für Irritationen gesorgt. Der Organisation „International Cities of Peace“ war auf Anfrage von einer Kyritzer Beteiligung nämlich nichts bekannt. Wie sich mittlerweile herausstellte, hat diese Organisation allerdings gar nichts mit dem Appell zu tun, dem sich die Stadt 2003 anschloss. Damals hatte der Protest gegen den Irakkrieg noch Massen von Menschen mobilisiert – auch in Kyritz.

Von Alexander Beckmann

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