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Friederike Rupprecht verlässt Heiligengrabe

Heiligengrabe Friederike Rupprecht verlässt Heiligengrabe

Die ehemalige Äbtissin des Kloster Stiftes verlässt Heiligengrabe und geht zurück nach Karlsruhe. Von 2001 bis 2016 prägte sie die Entwicklung und das Gesicht des Klosters maßgeblich. In dieser Zeit hat sie vieles bewegt, aber manches bereitete ihr auch „Bauchweh“.

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Die ehemalige Äbtissin Friederike Rupprecht (2.v.r.) mit der Fördervereinsvorsitzenden Renata von Oppen sowie Bürgermeister Holger Kippenhahn (l.) und seinem Amtsvorgänger Egmont Hamelow, dem heutige Vize-Landrat von Oberhavel.

Quelle: Björn Wagener

Heiligengrabe. Die ehemalige Äbtissin des Kloster Stiftes zum Heiligengrabe, Friederike Rupprecht, verlässt den Ort ihres langjährigen Wirkens. Sie geht zurück nach Karlsruhe, wo sie bereits vor ihrem Einsatz in Heiligengrabe tätig war. Noch in dieser Woche kommen die Möbeltransporter. Es ist der Abschluss einer Zeit, die Egmont Hamelow als eine der wohl bedeutendsten in der gesamten Heiligengraber Klostergeschichte bezeichnet. Denn nie zuvor sei so viel in so kurzer Zeit passiert wie in den Jahren des Wirkens von Friederike Rupprecht, sagt der Vize-Landrat von Oberhavel und ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Heiligengrabe. Friederike Rupprecht empfing ihn sowie den heutigen Bürgermeister Holger Kippenhahn und die Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung und Förderung des Kloster Stifts zum Heiligengrabe, Renata von Oppen, kürzlich zu einem Abschiedsbesuch. Die Initiative dazu ging von Holger Kippenhahn aus. „Ich bin ja eigentlich schon am 10. Januar 2016 als Äbtissin verabschiedet worden“, sagt die promovierte Theologin. Doch Kippenhahn war die persönliche Verabschiedung von einer so prägenden Person für das Kloster und damit für die gesamte Gemeinde Heiligengrabe sehr wichtig.

Die Richtung vorgegeben

Friederike Rupprecht habe das Kloster auf eine konzeptionelle Grundlage gestellt und damit der Entwicklung eine Richtung gegeben. Zu den Grundpfeilern zählt sie selbst bis heute die Einkehrzeiten und Seminare. Als sie im Oktober 2001 in ihr Amt als Äbtissin eingeführt wurde, habe eine völlig andere Situation geherrscht als heute, erinnert sich Kippenhahn. Es habe nur zwei Mitarbeiter gegeben. Heute seien es 14. „Friederike Rupprecht hat dem Kloster Stift Leben eingehaucht“, stimmen die Gäste überein. Allein die Investitionen in die bauliche Sanierung in ihrer Amtszeit schätzt Hamelow auf einen „zweistelligen Millionenbetrag“. Doch auch innerhalb der altehrwürdigen Mauern wehte ein frischer Wind. Die Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin verlegte ihren Sitz auf das Klostergelände; die Evangelische Gemeinschaftsschule zog ins Stiftshauptmannshaus; der Stiftswald wurde als solcher entwickelt, und es entstand ein Naturlernpfad, der seither die Vernetzung zu den Schulen stärkt. Ein Trauungszimmer wurde geschaffen. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen gehören heute zum Klosterleben. Auch der genannte Förderverein gründete sich. Ihm gehören heute rund 300 Mitglieder an.

Mit Preisen gewürdigt

Bekannt ist das Kloster aber auch für seine Dauerausstellungen. Konzipiert werden sie seit mehr als zehn Jahren von der Berliner Kunsthistorikerin Sarah Romeyke, die dafür 2015 gemeinsam mit Friederike Rupprecht den „Initiativpreis zur Förderung innovativer Konzepte im Brandenburger Museumswesen“ der Ostdeutschen Sparkassenstiftung entgegennahm. Darüber hinaus wurde Friederike Rupprecht 2015 mit der Verdienstmedaille des Landes Brandenburg und 2016 mit dem Preis des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz gewürdigt.

Das Stift gehört heute zu den größten Besuchermagneten der Region und wirkt weit über die Grenzen der Gemeinde Heiligengrabe hinaus. Friederike Rupprecht habe dafür gesorgt, dass sich das Kloster weiter öffnet, so Hamelow. Besonders deutlich macht das die Tatsache, dass es bereits seit Jahren Start- und Zielort der beliebten Radtour Tour de Prignitz ist. Aber gerade die „hat mir anfangs auch Bauchweh“ beschert. Die Entscheidung eine solch gänzlich weltliche Veranstaltung mit großen Menschenmengen ins Kloster zu holen, sei nicht nur auf Zustimmung gestoßen. Aus Rupprechts Sicht sei es aber doch richtig gewesen, dem zuzustimmen, denn es habe das Kloster bekannter gemacht.

Dank an alle Unterstützer

Dennoch ist es ihr sehr wichtig zu betonen, dass die gesamte Entwicklung des Klosters ein Verdienst vieler engagierter Menschen ist. „Ihnen allen möchte ich Dank sagen.“ Nur gemeinsam sei der erfolgreiche Weg möglich gewesen – und wird weiter fortgesetzt. So stehe demnächst die Renaturierung der Teiche auf dem Klostergelände an.

„Es war eine spannende Zeit“, resümiert Friederike Rupprecht und bekennt: „Ich habe eine große Bindung zum Kloster entwickelt. Wenn ich heute durch das Areal gehe, dann schaue ich viele Dinge nicht nur an, sondern fühle, dass ich mit ihnen etwas zu tun habe“, sagt sie. Noch im vergangenen Jahr „dachte ich, ich könnte mich nie lösen“. Inzwischen ist sie überzeugt, dass ihr Umzug nach Karlsruhe denen, die heute im Kloster beschäftigt sind, einen „mentalen Freiraum“ gibt. An ihrem künftigen Wohnort wolle sie jedoch „Heiligengrabe weitergeben“, wie sie sagt. Schon jetzt plant sie einen Vortrag über evangelische Klöster, bei dem ihre frühere Wirkungsstätte sicher mehr als nur eine Randnotiz einnehmen wird.

Von Björn Wagener

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