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Ostprignitz-Ruppin Friedhofsidylle bei Kaffee und Musik
Lokales Ostprignitz-Ruppin Friedhofsidylle bei Kaffee und Musik
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11:33 17.09.2017
Rund 60 Besucher kamen am Sonnabendnachmittag auf den Neuruppiner Friedhof. Quelle: Cornelia Felsch
Neuruppin

In der Mitte einer Grünfläche steht eine frisch gepflanzte Weide, eingerahmt von blühenden zarten Blumen. Lina Stübner spielt auf ihrer Oboe das Musikstück Plaisir d’amour – die Melodie des bekannten französischen Liebesliedes klingt leise über den Neuruppiner Friedhof. Besucher, die Blumen zu einem Grab bringen, schauen sich verwundert um.

„Früher befand sich an diesem Ort ein verwildertes Gräberfeld“, erzählt Susann Fedchenheuer den rund 60 Besuchern, die ihr am Sonnabendnachmittag auf dem Rundgang über den Friedhof folgen. „Vor drei Jahren ist dieser Bereich vom Munitionsbergungsdienst beräumt worden“, sagt die Friedhofsverwalterin, die immer wieder mit derartigen Problemen klar kommen muss, denn noch sind 30 bis 35 Prozent der Friedhofsfläche mit Munition belastet. Die frei gegebenen Flächen können anschließend neu gestaltet werden. Auf der Wiese soll demnächst eine Heidelandschaft entstehen. Susann Fedchenheuer führt die Besucher an diesem Nachmittag an vier verschiedene Orte und erklärt deren Besonderheiten. Unter dem Motto „Erinnerung – Räume, Klänge, Worte, Bilder“ entdecken die Teilnehmer der Führung am Tag des Friedhofs diesen Ort der Ruhe auf ganz neue, ungewohnte Weise. In den vergangenen Jahren sind dort viele neue Grabanlagen entstanden und der deutschlandweite Tag des Friedhofs war am Sonnabend für viele Neuruppiner eine gute Gelegenheit, sich zu informieren und gleichzeitig die idyllischen Plätze neu zu entdecken. Musikalisch begleitet wird der Rundgang von Lina Stübner, Thomas Graap und Hans-Jürgen Großpietsch.

Kaffeetafel auf dem Friedhof

Seit 2001 wird dieser Tag, dem sich die evangelische Gesamtkirchengemeinde in Neuruppin zum vierten Mal angeschlossen hat, bundesweit begangen.

Die nächste Station des Rundgangs ist das Grabmal des Apothekers, Pharmakologen, Chemikers und Autors Hermann Hager. Er entdeckte zahlreiche neue Prüfungsmethoden, erfand Apparate und neue Verfahren und war ein bedeutender Schriftsteller der Pharmazie. Unter anderem verfasste er das „Handbuch der pharmazeutischen Praxis“. 1896 zog Hager zu seinem Sohn nach Neuruppin, wo er 1897 starb. „Noch heute bezahlt die Apothekerinnung die Pflege der Grabstelle“, sagt die Friedhofsverwalterin.

An der letzten Station laden Hospitz- und Friedhofsmitarbeiter zu Kaffee und Kuchen im Freien ein. „Die Idee dazu ist ganz langsam gewachsen“, sagt Susann Fedchenheuer. „Bereits im vergangenen Jahr gab es hier eine Kaffeetafel.“ Am Sonnabend nahmen die Besucher gern die Einladung an und erfuhren bei dieser Gelegenheit von einem geplanten Projekt, das sofort ihre Zustimmung fand. „Wir fänden es toll, wenn hier ein richtiges Kaffee entstehen könnte, mit Toiletten, die immer geöffnet sind“, sagte Susann Fedchenheuer. Wie das genau aussehen soll, ist noch ungewiss. „Aber wir könnten uns gut vorstellen, dass Studenten dazu Ideen entwerfen“, fügte Pfarrerin Susanne Graap hinzu.

Von Cornelia Felsch

Zum siebenten Mal fand am Sonnabend der bundesweite Tag des Handwerks statt. Hunderte Besuch tummelten sich auf dem Neuruppiner Schulplatz, informierten sich an 30 Infoständen über verschiedene Handwerksberufe und durften teilweise selbst Hand anlegen. Bei der Freisprechung erlebten die Gäste hautnah, wie es sich anfühlt, wenn Handwerker in das Berufsleben starten.

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