Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Friedhofsidylle bei Kaffee und Musik

Neuruppin Friedhofsidylle bei Kaffee und Musik

Zum bundesweiten Tag des Friedhofs nutzten viele Neuruppiner die Gelegenheit, bei einem Rundgang neue Grabanlagen zu entdecken, sich über Bestattungsmöglichkeiten zu informieren und sich über künftige Pläne zu informieren. Unter dem Motto „Erinnerung – Räume, Klänge,, Worte Bilder“ gab es neben musikalischen Darbietungen und begleitenden Texten auch eine Kaffeetafel.

Voriger Artikel
Handwerksparty für die ganze Familie
Nächster Artikel
Ein Dorf feiert ohne Pause

Rund 60 Besucher kamen am Sonnabendnachmittag auf den Neuruppiner Friedhof.

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. In der Mitte einer Grünfläche steht eine frisch gepflanzte Weide, eingerahmt von blühenden zarten Blumen. Lina Stübner spielt auf ihrer Oboe das Musikstück Plaisir d’amour – die Melodie des bekannten französischen Liebesliedes klingt leise über den Neuruppiner Friedhof. Besucher, die Blumen zu einem Grab bringen, schauen sich verwundert um.

„Früher befand sich an diesem Ort ein verwildertes Gräberfeld“, erzählt Susann Fedchenheuer den rund 60 Besuchern, die ihr am Sonnabendnachmittag auf dem Rundgang über den Friedhof folgen. „Vor drei Jahren ist dieser Bereich vom Munitionsbergungsdienst beräumt worden“, sagt die Friedhofsverwalterin, die immer wieder mit derartigen Problemen klar kommen muss, denn noch sind 30 bis 35 Prozent der Friedhofsfläche mit Munition belastet. Die frei gegebenen Flächen können anschließend neu gestaltet werden. Auf der Wiese soll demnächst eine Heidelandschaft entstehen. Susann Fedchenheuer führt die Besucher an diesem Nachmittag an vier verschiedene Orte und erklärt deren Besonderheiten. Unter dem Motto „Erinnerung – Räume, Klänge, Worte, Bilder“ entdecken die Teilnehmer der Führung am Tag des Friedhofs diesen Ort der Ruhe auf ganz neue, ungewohnte Weise. In den vergangenen Jahren sind dort viele neue Grabanlagen entstanden und der deutschlandweite Tag des Friedhofs war am Sonnabend für viele Neuruppiner eine gute Gelegenheit, sich zu informieren und gleichzeitig die idyllischen Plätze neu zu entdecken. Musikalisch begleitet wird der Rundgang von Lina Stübner, Thomas Graap und Hans-Jürgen Großpietsch.

Kaffeetafel auf dem Friedhof

Seit 2001 wird dieser Tag, dem sich die evangelische Gesamtkirchengemeinde in Neuruppin zum vierten Mal angeschlossen hat, bundesweit begangen.

Die nächste Station des Rundgangs ist das Grabmal des Apothekers, Pharmakologen, Chemikers und Autors Hermann Hager. Er entdeckte zahlreiche neue Prüfungsmethoden, erfand Apparate und neue Verfahren und war ein bedeutender Schriftsteller der Pharmazie. Unter anderem verfasste er das „Handbuch der pharmazeutischen Praxis“. 1896 zog Hager zu seinem Sohn nach Neuruppin, wo er 1897 starb. „Noch heute bezahlt die Apothekerinnung die Pflege der Grabstelle“, sagt die Friedhofsverwalterin.

An der letzten Station laden Hospitz- und Friedhofsmitarbeiter zu Kaffee und Kuchen im Freien ein. „Die Idee dazu ist ganz langsam gewachsen“, sagt Susann Fedchenheuer. „Bereits im vergangenen Jahr gab es hier eine Kaffeetafel.“ Am Sonnabend nahmen die Besucher gern die Einladung an und erfuhren bei dieser Gelegenheit von einem geplanten Projekt, das sofort ihre Zustimmung fand. „Wir fänden es toll, wenn hier ein richtiges Kaffee entstehen könnte, mit Toiletten, die immer geöffnet sind“, sagte Susann Fedchenheuer. Wie das genau aussehen soll, ist noch ungewiss. „Aber wir könnten uns gut vorstellen, dass Studenten dazu Ideen entwerfen“, fügte Pfarrerin Susanne Graap hinzu.

Von Cornelia Felsch

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg