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Ostprignitz-Ruppin Friedrich Rönnfeldt war auch Komponist
Lokales Ostprignitz-Ruppin Friedrich Rönnfeldt war auch Komponist
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02:15 04.07.2015
Historische Aufnahme: Der Wittstocker Komponist Friedrich Rönnfeldt (3.v.r.) in jungen Jahren.
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Wittstock

 Manchmal hält die Historie Überraschungen bereit. So wie im Fall Friedrich Rönnfeldt. Er leitete von 1939 bis 1945 das Blasorchester Wittstock. So viel ist bekannt. In Vergessenheit geraten ist dagegen, dass er auch komponierte. „Vor allem Märsche wie den Fliegermarsch oder den Fallschirmjägermarsch, aber auch einen Schlager von 1947 – ,Meine Miezekatze’“, berichtet der Wittstocker Historiker Wolfgang Dost und legt eine Kassette in den Rekorder. „Manchmal kommt sie heimlich und sie springt ganz schnell zu mir ...“ singt da eine hohe Frauenstimme.

Vorderer Platz in der Schweizer Rundfunkparade

Das Lied über die Miezekatze findet sich in einer Sammlung von Liedern, die 1981 in der Schweiz unter dem Titel „Hüt isch Zahltag“ auf Kassette herausgebracht wurden. Rönnfeldts „Miezekatze“ soll einst sogar einen vorderen Platz in einer Schweizer Rundfunkparade belegt haben. Aber das sei noch nicht sicher belegt. Die Recherchen gestalteten sich schwierig, weil es den Schweizer Musikverlag Rüti nicht mehr gebe. „Friedrich Rönnfeldt hat viel mit Schweizern zusammengearbeitet“, hat Wolfgang Dost herausgefunden. Jüngeren Datums – von 2011 – ist die CD „Sonnenmärsche“, die die Kompositionen „Aufwärts zur Sonne“ und „Fallschirmjägermarsch“ von Friedrich Rönnfeldt enthält.

Dass Wittstock einen Komponisten aufzubieten hat, von dessen Wirken bislang nichts bekannt war, ist für Wolfgang Dost bemerkenswert. Ans Tageslicht gekommen sei diese neue Erkenntnis bei der Aufarbeitung der Historie des Wittstocker Blasorchesters. Denn da habe es bislang noch ein „Durcheinander“ gegeben.

Das Blasorchester Wittstock

Das Blasorchester Wittstock wurde am 7. Oktober 1949 gegründet. Geleitet wird es heute von Gerald Mittelstädt. Er steht 35 Musikern vor, die jährlich rund 30 Auftritte absolvieren, meist auf regionalen Festen. Bei Bedarf wird aber auch auf Gastmusiker zurückgegriffen.

Neue musikalische Mitglieder sind immer willkommen, ganz besonders, wenn sie Instrumente wie Klarinette oder Waldhorn spielen können. Für Gerald Mittelstädt ist es besonders wichtig, dass neue Mitglieder „musikalisch die selbe Sprache sprechen“ wie das Blasorchester.

Belegt ist, dass die Ursprünge des Orchesters auf die Stadtkapelle zurückgehen, die von Otto Millatz geleitet wurde. Sie löste sich aber bereits um 1925 langsam auf. Möglicherweise habe es auch eine Verbindung zum einstigen Orchester des Fliegerhorstes gegeben, was aber laut Wolfgang Dost nicht verbürgt sei. Gesichert hingegen ist, dass es eine dritte Kapelle gegeben habe – nämlich das GST-Blasorchester, das Kurt-Karl Mucha leitete. Es sei immerhin das einzige GST-Orchester der ehemaligen DDR gewesen. Die Abkürzung stand für Gesellschaft für Sport und Technik.

Heute leitet Gerald Mittelstädt das Blasorchester

Alle diese Kapellen existierten nacheinander. Das GST-Blasorchester war der direkte Vorgänger des heutigen Blasorchesters Wittstock, bei dessen Gründung Walter Herguth und Blasius Kerner eine entscheidende Rolle gespielt hätten, so Dost. Heute leitet Gerald Mittelstädt das Blasorchester Wittstock. Er berichtet, dass Kurt-Karl Mucha Stücke fürs Orchester geschrieben habe. Von Friedrich Rönnfeldt aber sei den Orchestermitgliedern kaum etwas bekannt.

 Friedrich Rönnfeldt wurde 1894 in Waren an der Müritz geboren und starb 1957 in Wittstock. Er prägte das Blasorchester in den Kriegsjahren entscheidend. Es existieren noch etliche Notenaufzeichnungen von seiner Musik, aber kaum Fotos von ihm – lediglich eine historische Aufnahme, die ihn in einem Gruppenbild als jungen Mann zeigt. Deshalb hofft Wolfgang Dost, dass es vielleicht doch noch irgendwo Fotos von Friedrich Rönnfeldt gibt. Das käme der Orchesterchronik sehr zugute. Schließlich soll der Hinweis auf Friedrich Rönnfeldt als einen Wittstocker Komponisten nicht länger unerwähnt bleiben.

Von Björn Wagener

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