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Frontberichte aus dem Schulalltag

Wittstock Frontberichte aus dem Schulalltag

Helikoptereltern und Klassenkampf im Klassenraum – beim 82. Literaturcaé in der Wittstocker Bibliothek ging es vergnüglich zu. Denn im Mittelpunkt standen amüsante und absurde Geschichten aus dem Schulalltag, präentiert von Bibliotheksleiterin Georgina Arndt.

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Georgia Arndt verteilte Schulkreide und las Humorvolles.

Quelle: Christamaria Ruch

Wittstock. Wenn die Klingel läutet und Kreide auf dem Tisch liegt, kommen unweigerlich Schulerinnerungen zutage. Auch in der Wittstocker Bibliothek im Kontor kann diese Atmosphäre aus dem Nichts entstehen. Und weil derzeit der Büchermarkt eine Vielzahl von so genannten Frontberichten aus Sicht von Eltern und Lehrern bietet, widmete Bibliotheksleiterin Georgia Arndt am Mittwoch dem Thema „Aus dem Alltag einer Lehrerin von heute“ einen Nachmittag im 82. Literaturcafé.

„Das ist ein spannendes Thema“, sagte Arndt zum Auftakt und verteilte Kreide als Erinnerungsstücke. „Jeder kann mitreden, viele Lehrer sind heute unter den Zuhörern.“ Gleichzeitig betonte sie: „Wir wollen hier keine zwei Lager bilden, sondern uns auf Kosten der Eltern und Lehrer in den Erzählungen amüsieren.“ Und die 50 Besucher ließen sich nicht zweimal bitten, sondern stiegen bereitwillig auf den Humor ein.

Das Publikum erlebte einen kurzweiligen und amüsanten Nachmittag in der Wittstocker Bibliothek

Das Publikum erlebte einen kurzweiligen und amüsanten Nachmittag in der Wittstocker Bibliothek.

Quelle: Christamaria Ruch

So wie Ingrid Beyer aus Wernikow. Sie besucht immer wieder die Bibliothek, leiht dort Bücher aus und nutzt auch gern die unterschiedlichen Literaturformate. „Das ist doch wunderbar, hier Kaffee zu trinken und zuzuhören“, sagte sie. Auch Waltraud Endler und Horst Lachmann mischten sich unter das Publikum. „Wir sind heute das zweite Mal zu Besuch“, sagte Lachmann. Beim Blick durch die Zuschauerreihen entdeckte er einige Lehrer aus seiner Schulzeit.

„Zu Hause ist Kevin ganz anders“

„Mal sehen, wo wir uns selbst einordnen können bei den Geschichten“, sagte er. So genannte Helikoptereltern, also Eltern mit einer viel zu ausgeprägten Fürsorge für ihre Sprösslinge, sind auch Endler und Lachmann bekannt.

Schon die Buchtitel zeigen, wohin die Reise an diesem Nachmittag geht. „Schlachtfeld Elternabend: Der unzensierte Frontbericht von Lehrern und Eltern“, „Zu Hause ist Kevin ganz anders“ oder „Verschieben Sie die Deutscharbeit – mein Sohn hat Geburtstag“ nehmen den Schulalltag aufs Korn. „Beim Elternabend kann endlich der Kampf beginnen“, liest Georgia Arndt vor. Mütter und Väter der Musterschüler und Streber legen sich ins Zeug, um vor der Lehrerin zu glänzen.

Beifall für den Lehrer wie beim Helene-Fischer-Konzert

„Eltern klatschen der Klassenlehrerin Beifall wie Rentner bei einem Helene-Fischer-Konzert“, heißt es im Buch von Bettina Schuler.

Ja-Sager buhlen um die Gunst beim Mathelehrer, der wiederum im Unterricht „auf Baustellen trifft.“ Mit Baustellen sind die Schüler gemeint, die nicht gleich alles verstehen. Doch am Ende bekommt jeder seine verdiente Strafe.

Denn der Staatsanwalt, der eben noch die Klassenfahrt nach Paris als „Reise mit einem Mehrwert an Bildung“ lobte, baut auf dem Heimfahrt einen Unfall – die anderen Eltern nehmen dies schadenfroh zur Kenntnis.

Von Christamaria Ruch

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