Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin „Früher war es mehr Handarbeit“
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Früher war es mehr Handarbeit“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 01.03.2018
Als Tiefbauer ist auch heute noch Handarbeit angesagt – wie hier in Neuruppins Schinkelstraße. Quelle: Jonas Nayda
Neuruppin

Sie sorgen dafür, dass unsere Straßen befahrbar sind. Sie bauen Bordsteine und Abwasserkanäle – ohne die Tiefbauer hätten wir kaum Infrastruktur. Lutz Rössler (48) arbeitet seit fast 30 Jahren als Tiefbauer für die Firma Eurovia aus Lindow. Im Interview erklärt er, wie sich sein Beruf heutzutage verändert hat und warum er Tiefbauer geworden ist.

Herr Rössler, Sie arbeiten täglich auf der Baustelle. Was macht Ihnen Spaß an der Arbeit?

Eigentlich alles. Es gibt viel Abwechslung, aber natürlich auch ständig wiederkehrende Dinge. Das ist ein schöner Rhythmus. Und natürlich weiß man nie, was sich unten in der Erde verbirgt. (lacht)

Was haben Sie denn da schon so alles gefunden?

Also zum Glück bisher noch keine Bombe. Aber dafür ein Kabel nach dem anderen, von dem keiner weiß, wo es hingehört... Oder natürlich auch manchmal ganz alte Fundamente. Dann unterhalte ich mich auch gerne mal mit den Archäologen, die dann kommen. Die können einem dann erklären, was sie dort sehen und das ist interessant.

Macht Ihnen das Wetter etwas aus? Immerhin sind Sie und Ihre Kollegen fast bei jedem Wetter draußen auf der Baustelle.

Das Wetter ist ganz klar ein Faktor für die Gesundheit. Aber man muss einfach das Beste draus machen. Wenn es beispielsweise zu stark regnet und auch alle Kollegen komplett durchnässt sind, ergibt Weiterarbeiten manchmal keinen Sinn mehr. Aber die frische Luft kann ja auch die Gesundheit fördern.

Wussten Sie am Anfang Ihrer beruflichen Laufbahn, worauf Sie sich da eingelassen haben?

Nein. Damals mit 16 Jahren konnte ich das noch nicht abschätzen.

Wieso sind Sie gerade Tiefbauer geworden?

Eigentlich wollte ich Elektriker werden. Aber ein anderer Bewerber um die Ausbildung war damals besser als ich. Deshalb habe ich mich umgesehen, was man so machen kann und bin erstmal bei der Melioration (Be- und Entwässerung von Feldern, Anm. d. Red.) gelandet.

Nach der Wende konnte man damit aber kein Geld mehr verdienen. Die Kombinate haben sich dann selbstständig gemacht und der Umwandlungsprozess ging immer weiter. Für mich war die Arbeit des Tiefbauers naheliegend.

Aber jetzt sind Sie schon zufrieden mit dem Weg, den Sie eingeschlagen haben, oder?

Ja. Inzwischen ist sogar mein Sohn selbst Tiefbauer geworden. Das macht mich schon auch ein bisschen stolz.

Eine Baustelle bedeutet für die Anwohner oft Umwege und andere Schwierigkeiten. Was gibt es für Kontakt zwischen den Arbeitern und den Anwohnern?

Es gibt meistens zwei verschiedene Sorten von Anwohnern. Das eine sind die Meckerköpfe, das andere sind die Freundlichen.

Mein Bestreben ist, dass die Anwohner mit uns Arbeitern direkt reden können und nicht immer alles über die Chefetage geregelt werden muss. Wir sind ja direkt vor Ort. Und wenn die Menschen ein Anliegen haben, sind wir die ersten, die helfen können. Es muss immer ein gewisses Zusammenspiel zwischen Anwohnern und Bauarbeitern geben.

Ich habe es auch schon erlebt, dass wir morgens um 7 Uhr zur Baustelle kamen und auf einer Mauer schon mehrere Kannen Kaffee für uns Arbeiter bereit standen.

Als Autofahrer bemerkt man so etwas nicht, dass da zwischen den Parteien etwas geschieht.

Es muss immer etwas zwischen den Anwohnern und uns passieren, zwangsläufig.

Können Sie sagen, auf wie vielen Baustellen Sie bisher ungefähr schon in Ihrem Leben zugange waren?

In der Regel sind es mehrere pro Jahr. Es müssen wohl inzwischen über 50 sein, an denen ich mitgearbeitet habe.

Hat sich der Beruf des Tiefbauers in den letzten Jahren verändert?

Ja, auf jeden Fall. Die Technik ist nicht mehr so wie früher. Die Geräte reagieren heute viel feiner, beispielsweise die Bagger.

Man muss auch nicht mehr anderthalb Kilometer über die Baustelle rennen, um den Baggerfahrer herzuholen, sondern man ruft ihn kurz auf dem Handy an. (lacht) Im Gegensatz zu ganz früher ist es schon anders, früher war es mehr Handarbeit. Da fragt man sich schon manchmal, wie man das damals eigentlich geschafft hat.

Von Jonas Nayda

Fährtenleser Rüdiger Ewald und Tim Büschner begeben sich mit den Teilnehmern des Wolfstages am 17. März auf die Spuren der Wölfe. Die Veranstalter wollen mit ihrem Seminar den Menschen den Wolf näher bringen und zum Nachdenken über das Zusammenleben anregen.

01.03.2018

Geht es um Briefmarken und Münzen, schlägt bei Jägern und Sammlern das Herz höher. Bei der 39. Großtauschbörse in Wittstock kam jeder zum Zuge. Das zeigten auch die Fachgespräche unter Gleichgesinnten. Eins steht fest: Jeder findet seinen Schwerpunkt bei der Sammelleidenschaft. Doch auch vor Fachleuten machen Fälschungen keinen Bogen.

28.02.2018

Mit einer Matinee hat der Neuruppiner A-cappella-Chor am Sonntag im Festsaal der Ruppiner Kliniken an Eva Strittmatter erinnert – mit Gedichten und vertonten Werken. Die in Neuruppin geborene Schriftstellerin wäre Anfang Februar 88 Jahre alt geworden.

28.02.2018