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Ostprignitz-Ruppin Frühlingsblumen gegen Falschparker
Lokales Ostprignitz-Ruppin Frühlingsblumen gegen Falschparker
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18:56 17.10.2017
Die Lehrerinnen Gudrun Borck (hinten rechts) und Karin Noetzel (l.) mit ihren Schülern. Melanie Füllgraf (r.) erklärt, wie die Zwiebeln gesteckt werden müssen. Quelle: Matthias Anke
Wusterhausen

Heute schon an den Frühling denken! Und obwohl dieser Herbst noch nicht mal einen ganzen Monat alt und der Winter noch sehr weit entfernt ist angesichts der sogar sommerlichen Temperaturen dieser Tage, dachten Dutzende Kinder der Wusterhausener Lindgren-Grundschule gestern nur noch an diese schöne Jahreszeit. Dann nämlich werden Tausende Blumen blühen entlang der Rasenränder am sogenannten Volksgarten. Die entsprechenden Zwiebeln haben sie am Dienstag gesteckt.

„Wir erhoffen uns davon, dass die Grünflächen nicht mehr andauernd von Autos zerfahren werden“, erklärte Wusterhausens Bauamtsleiterin Melanie Füllgraf mit Blick auf besonders kaputte Randstreifen auf diesem Areal zwischen dem Restaurant und dem Klempowseeufer.

Damit am Ende auch alles ordentlich gedeiht, wurde sich anfangs abgestimmt. Quelle: Matthias Anke

Die Bauhofmitarbeiter Marcel Drange und Heiko Schulz freuten sich über die vielen fleißigen Helfer. Die Klassen 5 a und b traten schließlich komplett an. „Wir können das hier wunderbar mit dem WAT-Unterricht verbinden“, sagte Lehrerin Gudrun Borck. Mit WAT ist das Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik gemeint. Und wie viel Arbeit es tatsächlich macht, damit im nächsten Jahr alles schön bunt aussieht, wissen die Schüler ja jetzt. „Wir haben zwar einen Garten, aber da gucke ich meiner Mutter meistens eigentlich nur zu“, verriet Max Drews.

Nun gingen er und seine Mitschüler in Dreierteams mit klarer Aufgabenverteilung vor: Loch graben, Zwiebel stecken, Loch schließen. Alles mindestens zehn Zentimeter tief und mit der Wurzel nach unten natürlich. Damit es am Ende nicht völlig kreuz und quer sprießt, hatten Marcel Drange und Heiko Schulz den Rasen farbig markiert.

Die Gemeinde besorgte 20 000 Blumenzwiebeln. Quelle: Matthias Anke

Insgesamt bestellte die Gemeindeverwaltung rund 20 000 Zwiebeln verschiedener Blumensorten. Allen voran sind es rote und weiße Tulpen und „Großkronige Narzissen“. Kenner wissen, dass es sich um Osterglocken handelt.

Dass in dieser Größenordnung Blumenzwiebeln gesteckt werden, das hat es in der Dossestadt in den vergangenen Jahren nicht gegeben. „Das machen wir zum ersten Mal als eine Art Pilotprojekt. Diese Stelle ist ja ein zentraler Ort. Später kommen dann auch viele weitere Bereiche in Frage“, erklärte Melanie Füllgraf. Wie schön es aussehen kann, machte die Stadt Kyritz schließlich in größerem Stil als sonst im vergangenen Frühjahr erst vor.

Art der Grünpflege wurde ohnehin grundlegend verändert

Laut der Bauamtsleiterin war in Wusterhausen aber das wilde Parken am Volksgarten ausschlaggebend. „Das Befahren der Grünfläche ist verboten“, steht dort zwar auf etlichen Schildern, die sich mit Bäumen abwechseln und eine regelrechte Sperre bilden. Doch das reichte bisher offenbar nicht. Nun sollen statt neuer Verbotsschilder Fotos von den Kindern und ihrer Pflanzaktion dort gezeigt werden.

Bisher wurde mit solchen Schildern darauf hingewiesen, dass die Grünflächen keine Verkehrsflächen sind – teilweise vergeblich. Quelle: Matthias Anke

„Wir haben zudem die Grünpflege grundsätzlich überdacht“, sagte Melanie Füllgraf. So werde Rasenschnittgut aus der Gemeinde nicht mehr entsorgt, sondern an Ort und Stelle der Natur überlassen. Von dem eingesparten Geld ließen sich bereits die Blumenzwiebeln bezahlen. Zudem werde auf blühende Bienenweiden gesetzt. In Tornow, Dessow und Schönberg sind sie auf einer Fläche von insgesamt 1,5 Hektar schon angelegt. Überall dort haben am Ende die Insekten mehr davon. Auch das wissen die Schüler jetzt.

Für sie lohnte sich diese Aktion ohnehin gleich mehrfach: Vom italienischen Restaurant, von dem aus es bald ein besonders schöner Blick zum See sein wird, bekam jeder ein Eis als Überraschung und Dankeschön. Die Hälfte des Eispreises spendierte Bürgermeister Roman Blank. Das Wetter passte schließlich. Es war schon wie im Frühling.

Von Matthias Anke

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