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Frühlingsgefühle im Alten Laden

Wusterhausen Frühlingsgefühle im Alten Laden

Weibergeschichten, die nicht nur Frauen amüsierten, gab es am Mittwoch Abend im Alten Laden, dem Veranstaltungsraum des Herbst’schen Hauses in Wusterhausen. Christa Eggert und Christel Weimar unterhielten die Besucher im proppenvollen Saal aufs Trefflichste. Die nächste Veranstaltung ist bereits in Sicht.

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Christa Eggert (l.) und Christel Weimar sind in Wusterhausen längst keine Unbekannten mehr.

Quelle: Frauke Borchardt

Wusterhausen. Frühlingsstimmung herrschte am Mittwochnachmittag im Alten Laden, dem Veranstaltungsraum des Herbst’schen Hauses in Wusterhausen. Der war auch beim zweiten Literaturcafè dieses Jahres wieder proppenvoll. Und wen die Frühlingsgefühle noch nicht erreicht hatten, der bekam sie akustisch vermittelt.

Christa Eggert spielte „Veronika, der Lenz ist da“ auf ihrem Saxophon. Unüberhörbar summte des Publikums mit – ein fast nur feminines. Dabei wollte Hauptakteurin Christel Weimar eine gute Stunde lang zwar „Weibergeschichten“ erzählen, aber „nicht nur für Frauen“, wie es in der Einladung ausdrücklich hieß. Bei acht Männern im Raum gelang das also nur ansatzweise. Das Duo Christa & Christel betrat in der Dossestadt bekanntes Terrain. Der mittlerweile vierte gemeinsame Auftritt hier glich fast einem Heimspiel, organisiert wieder von der Bibliothek, „angepfiffen“ von Leiterin Kerstin Jonas. Mitglieder des Kulturvereins unterstützten sie. Ohne die Helferinnen hätte es zur Literatur mit Kaffee keinen Kuchen gegeben.

Verse von Kästner bis Wilhelm Busch

So aber passte wieder alles zusammen, konnte die Rezitatorin meist augenzwinkernd zu großer Form auflaufen. Verse von Erich Kästner und Wilhelm Busch, Ephraim Kishon, Erwin Strittmatter und vor allem Kurt Tucholksy nahmen die kleinen Schwächen des schönen Geschlechts aufs Korn, wie beim „Blusenkauf“ von Otto Reuter. Der Handel beginnt als klitzekleine Kleinigkeit, die scheinbar mal eben so im Vorbeigehen machbar ist, letztendlich aber den getreu wartenden Herrn Gemahl dahinrafft. Der übersteht nämlich die Wartezeit vor der Tür nicht unbeschadet. Natürlich war das arg übertrieben. Ein Körnchen Wahrheit durfte aber doch herzhaft belacht werden. Einen großen Teil des Nachmittags nahm ein, was gerade als sogenannte Fake-News Schlagzeilen macht. Immer mal wieder vom Eggertschen Saxophon unterbrochen, kamen sie – wie altmodisch- als „Klatsch und Tratsch“ daher.

Die Neuruppinerin Christel Weimar verstand es hier meisterhaft darzustellen, wie aus einer einfachen Frage und einer ebensolchen Antwort durch unterschiedlich-akzentuiertes Weitersagen von Weibermund zu Weibermund ein „interessanter Frauenroman“ entstehen kann.

Und die Männer? Sind die etwa besser? Die hundertprozentig belastbare Auskunft auf diese Frage gab es am Mittwoch nicht. Als sicher gilt – das wurde mit passender Mimik in Reimen untermauert: Sie sind anders und doch bei allen Weibergeschichten die gefragten, unabkömmlichen Pendants.

Literaturcafé hat sich etabliert

Oft kommen die Vertreter des vermeintlich starken Geschlechts wohl auch als die Stilleren daher. Jedenfalls stand dafür die einhellig zustimmende Reaktion auf einen Reim des 2008 verstorbenen Schriftstellers Gerhard Branstner. Der Thüringer will herausgefunden haben: „Die Wahrheit ist die, das Weib schweigt nie.“ Was das Literaturcafè betrifft, das nun schon ein Dutzend Folgen hinter sich hat, so dürfen ihre Akteurinnen vom Mittwoch gern so munter plaudernd und spielend wiederkommen. Der Abschlussapplaus vom Mittwoch glich einer neuerlichen Einladung.

Die nächste Veranstaltung findet am 26. April wieder ab 14.30 Uhr statt. Dann liest Dietmar Linke aus seinem Buch „Bedrohter Alltag, als Pfarrer im Fokus des MfS“.

Von Wolfgang Hörmann

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