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Frühstück für Fairness

Neuruppin Frühstück für Fairness

Über 100 Neugierige kamen am Sonnabend zum ersten öffentlichen Frühstücksbuffet auf dem Neuruppiner Schulplatz. Dort gab es fair gehandelte Lebensmittel aus aller Welt neben Obst und Gemüse aus der Region um Neuruppin.

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Pfarrerin Christiane Schulz (mit Kamera) von Esta Ruppin freut sich mit den tschetschenischen Frauen über das gelungene Frühstück.

Quelle: : Cornelia Felsch

Neuruppin. Eine Frühstückstafel auf dem Schulplatz, das haben die Neuruppiner noch nicht erlebt. Es ist ein Novum in der Fontanestadt, das die Menschen verbindet. Nicht nur untereinander, sondern auch mit den Menschen in vielen Ländern, aus denen Produkte stammen, die an diesem Samstagmorgen auf der gedeckten Tafel stehen. Es gibt Marmeladen aus Swasiland, Beeren aus Alt Ruppin, Pischki und Hinkali mit Käse nach tschetschenischem Rezept und fair gehandelte Oliven.

Weit mehr als 100 Gäste strömen an diesem Morgen zum Schulplatz und immer wieder kommen neue hinzu. Unschlüssig stehen sie mit ihrem Teller an dem reich gedeckten, mit Blumen geschmückten Tisch – es ist schwer sich zwischen all den Köstlichkeiten zu entscheiden.

Ob Brotaufstriche, Gebäck, Salate – alle Produkte stammen aus der Region oder aus dem fairen Handel. Die Bananen-Schoko-Muffins , die von den Konfirmandinnen gebacken wurden, sind ein gutes Beispiel für ein internationales Backwerk: Die Bananen stammen von Öko-fair der Kooperative Urocol aus Ecuador, das Mehl aus Dabergotz, die Bio-Eier aus Kränzlin, der Rohrzucker aus Paraguay, die Buttermilch aus der Gläsernen Molkerei Münchehofe, den Kakao haben Kleinbauern aus Sao Tomé geerntet, der Zimt kommt aus Sri Lanka, natürlich fair gehandelt.

Am Buffet voller Köstlichkeiten fiel die Auswahl vielen Besuchern sichtlich schwer

Am Buffet voller Köstlichkeiten fiel die Auswahl vielen Besuchern sichtlich schwer.

Quelle: Cornelia Felsch

Eingeladen haben an diesem Vormittag Esta Ruppin, der Naturkostladen Grünkern, die evangelische und katholische Kirchengemeinde und der Fitnessclub Clever. „Das Inkom-Team hat uns bei der Vorbereitung sehr unterstützt und wir haben auch gute Kontakte zu den Händlern bekommen“, sagt Christiane Schulz von Esta Ruppin. Viele Produkte auf der bunten Frühstücks-Tafel stammen von Wochenmarkthändlern.

Der Kulturamtsleiter der Stadt Neuruppin, Maik Buschmann, eröffnet das außergewöhnliche Frühstück. Globales Denken und lokales Handeln ist für ihn ein wichtiger Grundsatz. „Ich kaufe häufig Bio-Produkte und auch fair gehandelte Lebensmittel sagt er. Mich braucht keiner zu überzeugen.“ Nicht alle Kollegen in der Stadtverwaltung scheinen allerdings so zu denken. Der Versuch, dort nur noch fair gehandelten Kaffee zu konsumieren, ist gescheitert. Doch Maik Buschmann gibt nicht auf. Zumindest Kindergärten und Schulen werden demnächst mit Essen beliefert, dass zu 50 Prozent aus Bio- und zu 75 Prozent aus regionalen Waren besteht. „Wenn wir alle mitmachen, dann ist der Welt schon ein wenig geholfen“, sagt Maik Buschmann.

Farbe  zeigen  – eine Aktion von Schülern der Evangelischen Schule

Farbe zeigen – eine Aktion von Schülern der Evangelischen Schule

Quelle: Cornelia Felsch

So sehen das viele Besucher an diesem Morgen, auch die Direktorin des Resorts Mark Brandenburg, Martina Jeschke. „Es ist eine tolle Veranstaltung“, sagt sie. „Es ist höchste Zeit, dass sich die Menschen Gedanken darüber machen, was sie täglich essen, und ich finde es toll, dass hier so viele junge Menschen sind.“ In ihrem Hotel werden Produkte verarbeitet, die aus einem Umkreis von maximal 30 Kilometern stammen. „Wir haben auch schon überlegt, ob wir selbst eine Streuobstwiese anlegen“, sagt die Chefin.

Gleich am Nebentisch sitzt eine Gruppe junger Neuruppiner, die vor einigen Jahren an der Evangelischen Schule gemeinsam ihr Abitur abgelegt haben. Sie gehören zu den jungen Frühstücksgästen, die regionale Produkte vom Wochenmarkt bevorzugen. „Ich denke an die eigene Gesundheit und an das große Ganze“, sagt Philipp Meichsner. Einig sind sich alle, dass so ein tolles Frühstück mit sechs Euro völlig unterbezahlt ist.

Auch Walter Pauly, der für das Equipment an diesem Morgen sorgt, bevorzugt regionale Produkte. „Am liebsten aus dem eigenen Garten“, sagt er. „Aber ich kaufe auch im Treskower Hofladen. Es muss nicht unbedingt Bio sein, wichtig ist mir, dass ich weiß, wo es herkommt.“

Von Cornelia Felsch

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