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Führerschein mit 17 ist ein Erfolgsmodell

Neuruppin Führerschein mit 17 ist ein Erfolgsmodell

Seit 2006 können sich Jugendliche in Brandenburg mit 17 Jahren hinters Lenkrad setzen. Das begleitete Fahren, auch als Führerschein mit 17 bekannt, macht das möglich. Ein Blick in die Unfallstatistik beider Landkreise zeigt, dass fast alle jungen Fahrer besonnen unterwegs sind. Kommt es zum Verstoß, kann der Führerschein entzogen werden.

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Nur mit Begleitperson ins Auto steigen: Beim Führerschein mit 17 ist der Beifahrer Pflicht.

Quelle: Christamaria Ruch

Neuruppin. Verkehrsunfälle stehen regelmäßig im Polizeibericht in der MAZ. Unfallverursacher oder Beteiligte sind Fahrer aller Altersgruppen. Die Ausnahme aber sind 17-Jährige, die das begleitete Fahren nutzen. Nur gut ein Prozent von ihnen ist jährlich in einen Unfall als Verursacher oder Beteiligter verwickelt.

Von 2012 bis 2016 ereigneten sich in der Prignitz insgesamt acht Verkehrsunfälle unter Beteiligung der 17-Jährigen. Zweimal verursachte diese Personengruppe den Unfall in einer Begegnung mit Wild und sechsmal waren sie Beteiligte. Eine Person wurde dabei leicht verletzt. Im gleichen Zeitraum registrierte die Polizei 13 Verkehrsunfälle im Bereich Ostprignitz-Ruppin. Dort waren die 17-Jährigen in neun Fällen Unfallverursacher und viermal zählten sie zu den Beteiligten. „Die Unfallstatistik bei dieser Personengruppe ist sehr gering“, sagt Polizeisprecherin Dörte Röhrs von der Polizeidirektion Nord in Neuruppin. Und: „Das begleitete Fahren ab 17 wird sehr gut angenommen. Das ist ein bewährtes Projekt“,

2004 begann Niedersachsen in einer Pilotphase mit der Erprobung dieses Modells. Seit Februar 2006 können sich auch Fahrschüler in Brandenburg nach erfolgreicher Prüfung mit 17 Jahren hinter das Lenkrad setzen. Seit dem 1. Januar 2011 ist dieses Modell bundesweit gültig.

Begleitete Fahranfänger verursachen kaum Unfälle

Auch Fahrlehrer Hartwig Herm aus Blandikow (Gemeinde Heiligengrabe) ist vom Modell begleitetes Fahren begeistert. „Anfangs war ich skeptisch“, räumt er ein. „Dann habe ich schrittweise erfahren, dass das eine wirklich gute Sache ist.“ Denn wer im Sommer die Fahrschule absolviert, dem fehlen die Erfahrungen aus der kalten Jahreszeit. Sitzt aber ein Erwachsener neben dem 17-Jährigen, können auch die ersten Touren bei Schnee, Glätte und Nebel besser gemeistert werden. Hartwig Herm ist seit nunmehr 34 Jahren Fahrlehrer und bringt Schülern aller Altersgruppen das Abc im Straßenverkehr bei. „Von den Jugendlichen, die bei mir bisher das begleitete Fahren mit 17 genutzt haben, ist niemand in einen Unfall verwickelt worden.“

Die Begleitperson muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Begleiter darf sein, wer seit fünf Jahren den Führerschein besitzt, mindestens 30 Jahre alt ist und nicht mehr als einen Punkt in Flensburg zum Zeitpunkt der Antragstellung aufweist. Statt des Führerscheins erhalten die Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr eine Fahrberechtigung, auch Prüfungsbescheinigung, genannt. Dort werden die Begleitpersonen eingetragen.

Jugendliche erhalten bis zum 18. Lebensjahr eine Fahrberechtigung

Die zweijährige Probezeit startet mit Erhalt der Prüfungsbescheinigung. Erwirbt ein Jugendlicher mit 16 den Motorradführerschein, beginnt zu diesem Zeitpunkt die zweijährige Probezeit. Sie wird dann auf das begleitete Fahren angerechnet. Wer ohne Begleitperson unterwegs und noch nicht 18 Jahre alt ist, gibt die Fahrberechtigung ab. Innerhalb der Probezeit sind alle Verstöße mit Konsequenzen verbunden. Je nach Anzahl und Schweregrad des Verstoßes werden von der Verkehrsbehörde Aufbauseminare angeordnet, eine verkehrspsychologische Beratung empfohlen bis hin zur Pflichtteilnahme an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Schlimmstenfalls kann die Fahrberechtigung entzogen werden. Die Probezeit verlängert sich bei Verstößen um weitere zwei Jahre. Dennoch trägt allein der Fahrer die Konsequenzen. „Die Begleitperson ist nicht betroffen“, sagt Herm. „Verursachen Fahranfänger in der Probezeit einen Verkehrsunfall, wird die zuständige Fahrerlaubnisbehörde darüber informiert und diese entscheidet über die Folgemaßnahmen“, teilt die Pressestelle der Polizeidirektion Nord mit.

Von Christamaria Ruch

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