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Ostprignitz-Ruppin Fünf vor zwölf in der Schinkelkirche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fünf vor zwölf in der Schinkelkirche
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13:37 01.01.2018
Am Sonntag sorgte das Blechbläserquintett der Kreismusikschule für heitere, optimistische Töne. Quelle: Reyk Grunow
Krangen

Die Glocken der Krangener Schinkelkirche erklingen zum zum Jahreswechsel – bereits zum fünften Mal läuten sie nach dem Silvesterkonzert das neue Jahr ein. Für den Förderverein zum Erhalt der Schinkelkirche ist damit ein bewegtes Jahr zu Ende gegangen.

Noch vor kurzem war unklar, ob die Kirche in diesem Jahr überhaupt ihre Türen für ein Silvesterkonzert öffnen wird. Ende September war der Vorsitzende des Fördervereins, Thomas Graap, plötzlich gestorben. Die Idee, das neue Jahr gemeinsam nach einem Konzert in der Krangener Kirche zu begrüßen, ging auf ihn zurück.2012 übernahm er den Vorsitz des Fördervereins zum Erhalt der Kirche und entpuppte sich als Allround-Genie. Er gewann nicht nur neue Mitglieder, kümmerte sich um die Sanierung, war bei Veranstaltungen der Beleuchtungsfachmann und spielte beim Silvesterkonzert vor zwei Jahren das Cello.

Kein Wunder, dass sich mit dem Tod des Vorsitzenden im Verein erst einmal Verzweiflung breit machte. „Wir wussten weder, was mit dem Weihnachtsmarkt noch mit dem Silvesterkonzert geschehen soll.“, sagt Rolf Wunsch. Noch an dem Abend nach Bekanntwerden des tragischen Todesfalls setzten sich die Vereinsmitglieder zusammen, um zu überlegen, wie es weiter gehen soll. „Schließlich war es beschlossene Sache, dass das Konzert zum Jahreswechsel stattfinden soll. Das wäre auch in Thomas’ Sinn gewesen.“

Am Sonntag sorgte das Blechbläserquintett der Kreismusikschule für heitere, optimistische Töne. Die jungen Bläser um Musikschuldirektor Harald Bölk waren mit sichtlichem Spaß bei der Sache – mit Trumpet Tune & Air von Henry Purcell starteten sie frisch und munter in den Abend.

Barockes und Modernes gespielt

Der Barockkomponist komponierte für Londoner Theater häufig Trompetenmelodien, weil dieses Instrument sich am besten gegen schwatzendes Publikum durchsetzen konnte. Die Tunes kündigten meist den nächsten Akt an. Erik Plöse (Trompete), Ian Reib (Waldhorn), Leon Krüger (Posaune), und Harald Bölk mit seiner Trompete verschafften sich mit strahlenden Blechtönen Gehör, warme, sonore Klänge entlockte der junge Tubaspieler Max Hoff seinem wuchtigen Instrument. Dass sie ein eingespieltes Team sind, war bei den ersten Tönen zu merken. Kein Wunder, hatten sie es bei „Jugend musiziert“ bereits bis zum Bundesfinale gebracht.

Mit Händel, Bizets „Carmen“, Debussys „Golliwogg’s cake walk“ und dem „Blues for Five“ ging es im Bläsersound durch die musikalischen Epochen. Spaß an der Musik hatten sowohl Musiker als auch Zuhörer beim Medley aus den Filmmusiken von Biene Maja, Pippi Langstrumpf, den Flintstones, Jim Knopf und der Sendung mit der Maus.

Fünf vor Zwölf gab es ein Glas Sekt

Besinnlichere Töne brachte Anne Nippraschk ins Spiel. Sie las Texte zum Nachdenken.Begeistert von der Virtuosität der Musiker und gut gelaunt nahmen die Besucher um Fünf vor Zwölf ein Glas Sekt in Empfang, um unter Glockengeläut mit Freunden, Bekannten und Verwandten vor der Kirche auf das neue Jahr anzustoßen.

Der Förderverein, der mit Christov Sabo und Angela Stankoweit zwei neue Vorsitzende hat, will nicht viel Zeit ins Land gehen lassen. Anfang Januar wird die erste Vereinssitzung statt finden, auf der das Jahresprogramm 2018 beschlossen wird.

Von Cornelia Felsch

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