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Für Angler zu klares Wasser

Gantikow Für Angler zu klares Wasser

Das derzeit wirklich glasklare Wasser im Gantikower See macht den Fischfang schwierig. Zugleich freuen sich die Mitglieder des örtlichen Anglervereins über den guten Zustand des Gewässers. Den Fischen geht es prächtig.

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Einerseits freut sich Willi Dorn, dass der Gantikower See so sauber ist. Andererseits wünscht er sich als Vorsitzender des Anglervereins aber natürlich bessere Fänge.

Quelle: Alexander Beckmann

Gantikow. Der Fischfang im Gantikower See wird sich in diesem Jahr noch deutlich steigern. Davon sind die Mitglieder des örtlichen Anglervereins nach ihrem Anangeln vom vergangenen Wochenende jedenfalls fest überzeugt: Das kann nur besser werden. 30 Angler brachten am Sonntag nämlich gerade mal elf Fische aus dem Wasser.

An der Ursache besteht für den Vereinsvorsitzenden Willi Dorn (62) kein Zweifel: Zumindest momentan ist das Wasser des Sees einfach zu klar. Bei Sichttiefen von geschätzten vier Metern fühlen sich Fische wie auf dem Präsentierteller. Um nicht Räubern zum Opfer zu fallen, ziehen sie sich in geschützte Bereiche zurück und verhalten sich eher ruhig. Schlecht für den Angler.

Willi Dorn kennt das schon. „Das erste sehr klare Wasser haben wir immer Anfang Mai.“ Dann sei die erste Algenblüte vorbei. „Das wird sich wieder geben, wenn es wärmer wird.“ Solche Phasen mit mal sehr klarem und mal etwas trüberem Wasser wiederholten sich im Gantikower See mehrfach im Jahr.

Fische ohne Ausweg

Insgesamt gilt der See als einer der saubersten weit und breit. Zuflüsse, die Schwebstoffe mitbringen könnten, gibt es nicht. Nur Grundwasser und Niederschläge speisen das Gewässer. Fragt sich, wie hier überhaupt mal Fische hingekommen sind. Willi Dorn geht davon aus, dass die Gantikower ihren See der letzten Eiszeit vor zehn oder zwölf Jahrtausenden verdanken. „Der See hatte bestimmt auch mal Zu- und Abflüsse – zumindest bei Hochwasser.“ Und schließlich sei das gesamte umliegende Niederungsgebiet erst ab dem 18. Jahrhundert trockengelegt worden. „Die ganz Alten haben noch erzählt, dass man bei Eis von Kyritz bis Gantikow drauf laufen konnte.“

Auch Wasservögel verbreiten über Laich im Gefieder die eine oder andere Fischart. Und dann sind da natürlich noch die Fischer selbst. Einst wurde der See vom Gut Gantikow bewirtschaftet. Und die Angler – seit 1963 besteht der Verein – setzten selbst regelmäßig junge Aale und Karpfen aus. „Das passiert mehr oder weniger jedes Jahr“, sagt Willi Dorn.

Angeln mit Tradition

Für ihr Hobby betreiben die Angler beträchtlichen Aufwand. Der Landesanglerverband hat das 14 Hektar große Gewässer von der Stadt Kyritz gepachtet. Der Gantikower Verein zählt immerhin rund 80 Mitglieder. „Nach der Wende gab’s natürlich einen großen Einbruch“, erzählt Willi Dorn, doch inzwischen seien die Mitgliederzahlen wieder stabil. Nach wie vor gibt es ein kleines Vereinsgelände am Ufer. Neben diversen Arbeitseinsätzen kommt man viermal im Jahr zum Hegefischen, dem gemeinsamen Angeln, zusammen. „Nach dem Paarangeln gibt es abends immer ein gemütliches Beisammensein für das ganze Dorf.“ Vielleicht ist dann nächstes Mal nach besseren Fängen auch wieder mehr Anlass zum Feiern.

Ansonsten sind die Gantikower natürlich stolz auf ihren sauberen See. „Wir selbst kontrollieren auch“, sagt Willi Dorn. „Die Wasserwerte sind mehr oder weniger ideal. Dem Fisch geht’s gut.“

Wasserqualität hat gewonnen

Das sei nicht immer so gewesen. Vor allem gegen Ende der 80er Jahre habe die Wasserqualität durch zunehmende Überdüngung in der Landwirtschaft deutlich gelitten. „Aber das hat sich sehr positiv entwickelt“, schätzt der Vereinsvorsitzende ein. So viel Dünger wie damals komme bei weitem nicht mehr zum Einsatz. „Und die Äcker direkt am See werden von der Stärkefabrik zum Beispiel nicht mehr beregnet.“

Des einen Leid, des anderen Freud: Gerade auch das klare Wasser macht den Gantikower See bei Badegästen bis weit in die Prignitz hinein sehr beleibt. „Wir haben nichts dagegen“, sagt Willi Dorn. „Das war schon immer auch ein Badesee.“

Von Alexander Beckmann

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