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Ostprignitz-Ruppin Für Bork wird mit 100 Flüchtlingen gerechnet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Für Bork wird mit 100 Flüchtlingen gerechnet
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02:16 10.10.2015
Viele Einwohner befürchten, dass es mit der Idylle in Bork bald vorbei sein könnte. Fest steht aber, dass das Ferienlager erhalten bleibt. Quelle: Archiv/MAZ
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Bork

Ob sie wollen oder nicht, werden die Einwohner des Kyritzer Ortsteils Bork zum 1. November etliche Menschen mehr in ihrem kleinen Dorf als Nachbarn haben. Das machte Landrat Ralf Reinhardt am Dienstagabend unmissverständlich bei einer nichtöffentlichen Einwohnerversammlung klar. Man habe keine weiteren Möglichkeiten, woanders in der Region noch Flüchtlinge unterzubringen, soll es geheißen haben. Containerartige Wohnmodule in Neuruppin oder Kyritz zu errichten, wo die Festwiese dafür im Gespräch ist, oder gar die kreiseigenen Turnhallen zu nutzen, das bleiben demnach nur letzte Mittel.

Wie der Borker Einwohner Ma­thias Henke berichtet, sei die Inforunde „in einer sachlichen Atmosphäre“ erfolgt. Henke, einst Ortsvorsteher, spricht allerdings auch von einem „einschüchternden Tonfall“ in den Reaktionen auf so manche Fragen der Borker. Diese müssen sich auf insgesamt 100 Flüchtlinge einstellen. Die ersten werden zwar zum 1. November hin erwartet, einen sicheren Termin gibt es laut Landkreis aber nicht. Rund 50 von ihnen kommen dann im Bungalowkomplex „Blauer Anker“ unter. Das Kinderferienlager nebenan soll für 50 weitere Menschen nur im Notfall genutzt werden und auch nur bis zum Juni nächsten Jahres.

Die Betreiber sicherten der Öffentlichkeit bereits zu, in den Sommerferien 2016 die gewohnten drei Durchgänge „zu 100 Prozent“ stattfinden zu lassen. Vielmehr sei es für sie „eine willkommene Gelegenheit“, dank der Einnahmen in einer „sonst toten Zeit“ in die Häuschen endlich investieren zu können. Schon demnächst würden sie winterfest gemacht, so gut es geht. Fenster, Strom- und Wasserleitungen werden jetzt überprüft. Ebenso muss gedämmt werden, vor allem die Bungalows des Blauen Ankers. Diese sollen allerdings auch länger belegt bleiben. Angesichts dessen berichten andere Gäste der Einwohnerversammlung wiederum von einer „aufgebrachten Stimmung“. Die Borker wunderten sich etwa, dass für die Flüchtlinge eine Sonderbuslinie ähnlich eines Bedarfsbusses eingerichtet werden soll. Bislang fühlte man sich im Dorf vom ÖPNV abgeschnitten. Plötzlich sei so etwas machbar. Zugesichert wurden zudem Betreuer plus Sicherheitsdienst. Eine größere Gemeinschaftsküche ist samt Speiseraum vorhanden.

Sorge, die vielen Flüchtlinge nicht integrieren zu können

Am Dienstag wurde sich in Bork in einem am Sportplatz aufgebauten Zelt getroffen, nicht also in dem kleinen Sporthaus, in dem der Ortsbeirat sonst tagt. „Das ist doch bezeichnend. Wir haben im Ort eben auch keine öffentliche Begegnungsstätte oder einen öffentlichen Saal, in dem sich viele Menschen treffen könnten“, sagt Mathias Henke.

Im Zelt wurde die Runde aus Vertretern von Landkreis und Polizei von der Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke moderiert. Der MAZ sagt sie über ihren Eindruck von der Stimmung: „Sie ist so unterschiedlich wie die Menschen.“ Geäußerte Ängste und Befürchtungen, für die Görke Verständnis zeigt, würden diese Stimmung derzeit aber dominieren. „Die hohe Zahl von Flüchtlingen ist eben einfach nicht angemessen“, sagt die Bürgermeisterin, laut der das kleine Dorf nahe dem Obersee gerade mal 75 Einwohner hat. Die Kyritzer Stadtverordnetenversammlung hatte deshalb schon im Vorfeld vom Landkreis gefordert, die Anzahl der Flüchtlinge im Verhältnis zur Einwohnerzahl zu begrenzen. „Wir Borker betonen ja auch, dass wir nichts gegen Flüchtlinge haben. Bis zu 20 ließen sich bestimmt integrieren, aber doch keine 100“, sagt Mathias Henke.

Offen blieb nun, was mit den Flüchtlingen passiert, die im Ferienlager untergebracht werden, wenn der Mietvertrag mit den Betreibern am 30. Juni endet. Unterdessen sollen am Mittwochabend auch die Einwohner des Wusterhausener Dorfes Lögow in ihrem Gemeindehaus zum gleichen Thema informiert werden. Der Landkreis beabsichtigt, dort Flüchtlinge in einem Wohnblock unterzubringen, der bereits dem Abriss geweiht war.

Von Matthias Anke

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