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Für die Liebe nach Dannenwalde

Neustart im zweiten Frühling Für die Liebe nach Dannenwalde

Für die Liebe zog Karin Stölke mit 52 Jahren aus ihrer Heimatstadt Wusterhausen in die Prignitz nach Dannenwalde. Sie lebte damals schon länger in der Dossestadt allein und hatte den Dannenwalder, der gerade frisch geschieden war, durch ihre Arbeitskollegin kennengelernt, die aus dem Prignitz-Ort stammt.

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Karin Stölkes Mann Karl, eigentlich Egbert, hat der Gattin in der Blockhütte ein Stück Wusterhausen in Dannenwalde bewahrt.

Quelle: Sandra Bels

Dannenwalde. „Karfreitag 1985 habe ich die Grube ausgehoben“, erinnert sich Egbert Stölke. Unter diesem Namen kennt ihn in Dannenwalde aber kaum jemand. Alle sagen Karl. Er begann damals, den Keller für sein Haus zu buddeln. Ein Jahr später zog der gelernte Maurer und Junggeselle ein.

Karl Stölke ist Ur-Dannenwalder wie seine Oma und seine Mutter. „Ich wurde 1950 in dem langen Haus am Kriegerdenkmal geboren“, erzählt Stölke. Daran gedacht, aus dem Ort wegzuziehen, hat er nie. Würde er auch heute nicht.

Als Karin Stölke das erste Mal den Namen Dannenwalde hörte, wusste sie nicht einmal wo das liegt. Sie lebte nach der Trennung von ihrem Mann 1992 allein in Wusterhausen und wollte eigentlich von dort auch nicht weg. Eine ihrer Arbeitskolleginnen kam aber aus dem Prignitzort. Sie erzählte mir immer von Karl, der ganz allein lebt, und dass wir beide gut zusammenpassen würden“, erinnert sich Karin Stölke.

Eine Kollegin brachte das Paar zusammen

Ihre Kollegin war es schließlich auch, die den frisch geschiedenen Karl und die ebenfalls geschiedene Karin zusammenbrachte. Sie trafen sich 2003 zum ersten Mal, zu ihrem 50. Geburtstag. Von da an trennten sich ihre Wege nicht mehr.

Der Neustart noch im selben Jahr war schnell beschlossen. Karin pendelte fortan zwei Jahre zwischen Wusterhausen und Dannenwalde. Dann zog sie in die Prignitz und fuhr von dort jeden Morgen zur Arbeit, erst in die Kita Nackel und später nach Wusterhausen. „Für mich als Ur-Wusterhausenerin war das damals ein sehr großer Schritt“, sagt sie. Bereut hat sie ihn nie.

Heimliche Hochzeit flog auf

Bis 2006 lebten die beiden in wilder Ehe zusammen. Dann sollte damit Schluss sein. „Heimlich, still und leise wollten wir heiraten in Ahlbeck “, erzählt Karin Stölke. Daraus wurde nichts, denn Karins Tochter Kathrin hatte im Gepäck der beiden das Familienbuch der Mutter entdeckt. „Was willst du denn damit“, wollte sie wissen. Die Mutter musste sich rausreden, wurde aber durchschaut. Jetzt hatten auch die Kinder der beiden – zusammen sind es fünf – ein Geheimnis. Sie bereiteten für den 2. Oktober – der Tag der Eheschließung – einen tollen Empfang vor dem Standesamt in Ahlbeck vor. Als Stölkes rauskamen riefen plötzlich Kinder „Hallo Oma, hallo Opa.“ Karin Stölke erinnert sich: „Ich dachte damals, dass unsere Vorgänger noch nicht gegangen waren.“ Dabei waren es die eigenen Kinder, die da riefen. Sie hatten im Nachbarort Heringsdorf Urlaub gebucht und dort unentdeckt auf den großen Tag der Eltern gewartet. „Fast wären wir uns einmal am Strand begegnet“, erzählt Karin Stölke.

Zusammen haben beide acht Enkel

Für sie und ihren Mann ist es das schönste Geschenk, dass ihre Patchwork-Familie so gut zusammengewachsen ist. „Die Kinder haben unsere Beziehung von Anfang an akzeptiert“, erzählt Karin Stölke. Sie hat zwei Kinder, er drei. Und dann gibt es bereits acht Enkel. „Alle packen mit an und helfen sich gegenseitig“, sagen die Eltern stolz. Sie genießen jetzt zusammen den Ruhestand und gehen täglich mit dem Familienhund spazieren. Ein Stück Wusterhausen hat sie sich auf dem Hof bewahrt. Im Garten steht ein Blockhaus, in dem sie Erinnerungen an die Heimat aufbewahrt. „Im Sommer halten wir uns hier fast nur auf“, sagt Karin Stölke.

Karin Stölke ist Mitglied im Heimatverein

Sie hatte damals keine Angst, in Dannenwalde allein zu sein. „Ich fand schnell Zugang, sicher auch, weil ich auf die Leute zugehe“, sagt sie. Sie wurde Mitglied im Heimatverein und arbeitet heute sogar im Vorstand mit. Sie organisiert unter anderem das Eiertrudeln und die Lesenacht für die Dorfkinder. Beim Tütenpacken zu Weihnachten und Ostern hilft ihr Mann kräftig mit. „Das macht uns großen Spaß, besonders weil man Dankbarkeit und Anerkennung von den Dorfbewohnern zurück bekommt“, sagt Karin Stölke. Sie bedauert es ein bisschen, dass gerade die jüngeren Dannenwalder sich immer ein bisschen zurückziehen, wenn es um Aktionen wie zum Beispiel einen Arbeitseinsatz auf dem Spielplatz geht.

Von Sandra Bels

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